
Weltbodentag: VIER PFOTEN warnt vor Auswirkungen des weltweiten Fleischkonsums auf Boden und Klima
Hamburg, 4. Dezember 2015 – Zum Anlass des Weltbodentags am 5. Dezember und der UN-Klimakonferenz in Paris warnt VIER PFOTEN vor den weitreichenden Auswirkungen der Intensivtierhaltung. Die große Mehrheit des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens wird für die Produktion von tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern und Milch genutzt. Während der Konsum dieser Produkte in den Industrieländern in den letzten Jahren hoch, aber immerhin konstant blieb, schoss er in China und anderen Schwellen- und Entwicklungsländern in die Höhe. Etwa 60 Milliarden Tiere werden weltweit jährlich geschlachtet.
Intensivtierhaltung schadet Boden, Klima und unserer Gesundheit
Die meisten Nutztiere werden in Massenproduktionen gehalten. Das hat gesundheitliche Risiken und Tierschutzprobleme zur Folge.
Die Intensivtierhaltung birgt auch Gefahren für den Boden, wie den fortschreitenden Verlust der organischen Substanz, Verdichtung, Aushöhlung und Versalzung. Ein Drittel des kultivierbaren Landes wird für die Futtermittelproduktion genutzt, wodurch die Tierproduktion gravierend zur Bodenverschlechterung beiträgt. Auch im Kontext des Klimawandels spielt die Tierproduktion eine wesentliche Rolle. Sie verursacht 18 Prozent der globalen Treibhausemissionen und generiert 65 Prozent des Distickstoffmonoxid (N2O), ebenso wie 36 Prozent des Methan-Ausstoßes (CH4). Diese beiden Gase tragen wesentlich mehr zur globalen Erwärmung bei als CO2.
Konsumenten entscheiden mit
Intensivtierhaltung wird häufig dadurch gerechtfertigt, dass es die einzige Möglichkeit wäre, die Konsumenten mit ausreichend und möglichst billigen tierischen Produkten versorgen zu können.
VIER PFOTEN fordert außerdem, dass das Thema Ernährung von den öffentlichen Stellen ernster genommen wird. Der Konsum von Fleisch und tierischen Produkten sollte in Schulen kritischer behandelt werden, Berufsschulen für Gastronomie und Hotellerie sollten auch vegetarische und vegane Köche ausbilden und Regierungen sollten entsprechende fleischlose Angebote fördern.
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.