
Jagdgesetze in Simbabwe schützen Jäger und nicht Tiere
Keine Strafe für Cecils Jäger
Hamburg, 13.10.2015 – Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist entrüstet, dass die Regierung Simbabwes offenbar keinerlei Konsequenzen aus dem Skandal um Cecil zieht: Gestern verkündete die Regierung Simbabwes, dass der Jäger des Löwen Cecil, der amerikanische Zahnarzt Walter Palmer, keine rechtlichen Konsequenzen befürchten muss. Laut Umweltminister Oppah Muchinguri-Kashiri „waren die Jagdpapiere in Ordnung“.
Die Trophäenjagd ist immer mit großem Tierleid verbunden, egal, ob sie legal oder illegal durchgeführt wird. Cecils Tod hat die brutalen Exzesse der Trophäenjagd der Öffentlichkeit vor Augen geführt. Der Löwe wurde mit Pfeil und Bogen erlegt und musste 40 Stunden lang leiden, bevor er schließlich verstarb. Sein Schicksal wurde öffentlich bekannt, doch er ist nicht das einzige Opfer dieses grausamen Sports. In Südafrika werden jeden Tag etwa drei Löwen, hauptsächlich von ausländischen Amateur-Jägern, erlegt. In den sogenannten „Canned Hunts“ (Gatterjagden) werden dafür Tiere angeboten, die an Menschen gewöhnt sind und nicht entkommen können.
VIER PFOTEN fordert bereits seit Jahren ein Verbot von Canned Hunting und kommerziellen Löwenaufzuchtsfarmen in Südafrika: www.cannedhunting.com. Die internationale Tierschutzorganisation arbeitet daran, die Situation für Großkatzen auf internationalem Level zu verbessern: Um sowohl die Löwen in der südafrikanischen Zuchtindustrie, als auch die gefährdeten wild lebenden Tiere wie Cecil zu schützen, fordert VIER PFOTEN europäische Länder, wie auch die USA dazu auf, den Import von Löwentrophäen zu verbieten. Australien hat in dieser Hinsicht bereits eine Vorreiterrolle eingenommen, und ein gesetzliches Verbot für den Import von Löwentrophäen ausgesprochen.
Das VIER PFOTEN Großkatzenschutzzentrum LIONSROCK in Südafrika bietet über hundert Löwen und Tigern ein artgemäßes Zuhause – einige von ihnen konnten auch aus Einrichtungen der Canned Hunting Industrie gerettet werden.
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.