Jagdgesetze in Simbabwe schützen Jäger und nicht Tiere

Keine Strafe für Cecils Jäger

13.10.2015

Hamburg, 13.10.2015 – Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist entrüstet, dass die Regierung Simbabwes offenbar keinerlei Konsequenzen aus dem Skandal um Cecil zieht: Gestern verkündete die Regierung Simbabwes, dass der Jäger des Löwen Cecil, der amerikanische Zahnarzt Walter Palmer, keine rechtlichen Konsequenzen befürchten muss. Laut Umweltminister Oppah Muchinguri-Kashiri „waren die Jagdpapiere in Ordnung“.

„Aus Tierschutzsicht ist das schlicht ein Skandal. Die Jagdgesetze in Simbabwe schützen offensichtlich die Jäger und nicht die Tiere! Kurz nach Cecils Tod gab Simbabwe bekannt, ein Verbot von Canned Hunting in Betracht zu ziehen. Nun scheint es unklar, ob überhaupt jemand für diese grausame Tötung rechtlich zur Verantwortung gezogen wird.“

Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN

Die Trophäenjagd ist immer mit großem Tierleid verbunden, egal, ob sie legal oder illegal durchgeführt wird. Cecils Tod hat die brutalen Exzesse der Trophäenjagd der Öffentlichkeit vor Augen geführt. Der Löwe wurde mit Pfeil und Bogen erlegt und musste 40 Stunden lang leiden, bevor er schließlich verstarb. Sein Schicksal wurde öffentlich bekannt, doch er ist nicht das einzige Opfer dieses grausamen Sports. In Südafrika werden jeden Tag etwa drei Löwen, hauptsächlich von ausländischen Amateur-Jägern, erlegt. In den sogenannten „Canned Hunts“ (Gatterjagden) werden dafür Tiere angeboten, die an Menschen gewöhnt sind und nicht entkommen können. 

"Cecil steht für all die Löwen, die jedes Jahr in Afrika getötet werden. Obwohl es ihre Heimat ist, ist es ein furchtbarer Ort für diese majestätischen Tiere. 6.000 Löwen, die in Gefangenschaft gezüchtet wurden, warten nur darauf von Trophäenjägern erlegt zu werden – und das völlig legal.“

Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN

VIER PFOTEN fordert bereits seit Jahren ein Verbot von Canned Hunting und kommerziellen Löwenaufzuchtsfarmen in Südafrika: www.cannedhunting.com. Die internationale Tierschutzorganisation arbeitet daran, die Situation für Großkatzen auf internationalem Level zu verbessern: Um sowohl die Löwen in der südafrikanischen Zuchtindustrie, als auch die gefährdeten wild lebenden Tiere wie Cecil zu schützen, fordert VIER PFOTEN europäische Länder, wie auch die USA dazu auf, den Import von Löwentrophäen zu verbieten. Australien hat in dieser Hinsicht bereits eine Vorreiterrolle eingenommen, und ein gesetzliches Verbot für den Import von Löwentrophäen ausgesprochen.

Das VIER PFOTEN Großkatzenschutzzentrum LIONSROCK in Südafrika bietet über hundert Löwen und Tigern ein artgemäßes Zuhause – einige von ihnen konnten auch aus Einrichtungen der Canned Hunting Industrie gerettet werden. 

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

Jetzt Teilen!

Suche