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Fünf Monate nach Cecils Tod: USA beenden Importe von Löwentrophäen

21.12.2015

VIER PFOTEN: Auch Zuchtlöwen sind in Zukunft besser geschützt

Hamburg, 21. Dezember 2015 – Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN begrüßt die aktuelle Entscheidung der amerikanischen Artenschutzbehörde, Fish and Wildlife Service, die Reglungen für die Einfuhr von Jagdtrophäen afrikanischer Löwen in die USA deutlich zu verschärfen. Löwen werden ab dem 22.01.2016 in die nationale Liste bedrohter Arten (Endangered Species Act) aufgenommen.

Von der Regelung profitieren besonders die bedrohten Löwenpopulationen in West- und Zentralafrika, die als stark gefährdet eingestuft werden und nicht mehr eingeführt werden düfen. Die Löwenbestände in Ost- und im südlichen Afrika, also in den bei amerikanischen Löwenjägern beliebten Ländern wie Tansania, Simbabwe und Südafrika, werden als bedroht klassifiziert. Aus diesen Ländern sollen Trophäenimporte in Zukunft nur mit vorheriger Genehmigung durch die amerikanischen Behörden möglich sein. Außerdem sollen die Länder nachweisen, dass die Trophäenjagd zum Artenschutz beiträgt.

"Für Löwen, die in Südafrika für die Gatterjagd gezüchtet werden, hängen die US-Behörden die Latte für eine Trophäeneinfuhr hoch. Für eine Importgenehmigung muss zukünftig belegt werden, dass die Jagd das Überleben der Art in der Natur fördert. Dies trifft nach Ansicht der US Entscheidung keinesfalls auf die südafrikanische Löwenindustrie zu, daher dürften keine Trophäen von Zuchtlöwen mehr importiert werden. Die letzten CITES Importzahlen aus 2013 weisen 632 Importe von Löwentrophäen in die USA aus, von denen allein 547 Trophäen (gut 85 Prozent) aus südafrikanischer Gatterjagd stammten. Auch für VIER PFOTEN ist die Sportjagd auf Löwen ist lediglich ein grausames Hobby und stellt keinen Beitrag zum Artenschutz dar.“

Thomas Pietsch (46), Wildtierexperte bei VIER PFOTEN

EU Länder müssen Importe von Löwentrophäen beschränken
Frankreich und Australien haben die Einfuhr von Löwentrophäen in 2015 komplett verboten, Großbritannien hat diesen Schritt für 2017 geplant, wenn die afrikanischen Herkunftsländer ihre Löwenbestände nicht wirksamer schützen. VIER PFOTEN fordert jetzt alle weiteren europäischen Länder auf, nationale Importverbote für Löwentrophäen auf den Weg zu bringen und sich auf EU-Ebene für diesen Schritt einzusetzen. Dabei müssen diese Beschränkungen nicht nur wildlebende Löwen umfassen sondern auch Zuchtlöwen, die in Südafrika tausendfach dem sogenannten Canned Lion Hunting zum Opfer fallen.

Eine deutliche Positionierung für den Schutz der Löwen ist gerade in Anbetracht der 2016 anstehenden CITES Tagung in Johannesburg überfällig, wo der Schutzstatus von Löwen ein Thema sein wird.

#RealTrophy: VIER PFOTEN Online-Kampagne gegen Löwen-Trophäenjagd
Die VIER PFOTEN Petition www.cannedhunting.com für ein Verbot von Canned Lion Hunting, hat bereits über 224.000 Unterstützer. Mit der Online-Kampagne #RealTrophy will VIER PFOTEN nun noch mehr Menschen mobilisieren: Mit einem eigenen Trophäenbild können Unterstützer auf www.realtrophy.org gegen die Löwenjagd protestieren.

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de