Suche

Spenden Patenschaft Menü

Wildtiere im Zoo

29.10.2017

Tierquälerei hinter Glasscheiben und Gitterstäben: Wie Wildtiere im Zoo leiden

Der Zoo ist ein beliebter Ort für Familien, Touristen und Tierliebhaber. Denn wo sonst schon kann man Großkatzen, Vögel, Reptilien und Fische aus sämtlichen Kontinenten und Klimazonen in wenigen Stunden bestaunen? Leider ist eine artgemäße Haltung von Wildtieren in Zoos aus Tierschutzsicht grundsätzlich schwierig und nur unter Einhaltung höchster Anforderungen denkbar. 

Zwar versuchen engagierte Zoos den natürlichen Lebensraum der Tiere zu imitieren. Wassergräben, natürliche Böden, Pflanzen und künstliche Felsen vermitteln aber in erster Linien den Besuchern die Illusion einer artgemäßen Haltung. Meist sind Zoogehege schlichtweg zu klein, um den hohen Haltungsanforderungen gerecht zu werden. Mittels Beschäftigungsmöglichkeiten – so genanntem Enrichment – soll Langeweile vorgebeugt werden. In den begrenzten Gehege werden aber auch sie bald zur Routine. 

Soziale Gruppen und stereotype Verhaltensstörungen

Ein weiteres Problem in Zoos stellt die Vergesellschaftung von Tieren dar, die in freier Wildbahn ständig oder zumindest phasenweise als Einzelgänger leben. Sie werden oftmals in soziale Gruppen gepfercht, denn auf Grund des begrenzten Platzangebots können auf das natürliche Sozialverhalten von Zootieren oftmals nicht angemessen Rücksicht genommen werden. 

Aus diesen und vielen weiteren Gründen entwickeln daher viele Zootiere stereotype Verhaltensstörungen, die auch Zoo-Besuchern auffallen können. Wenn Tiere beispielsweise über einen längeren Zeitraum die immer gleichen Bewegungsabläufe vollziehen, so deutet dies auf eine Verhaltensauffälligkeit hin, die aufgrund von schlechten oder nicht adäquaten Haltungsbedingungen aufgetreten ist. Stress, Langeweile und Lärm können diese Störungen leider zusätzlich verstärken. 

Publikumsmagnet Jungtier

Niedliche Jungtiere sind die Publikumsmagneten eines jeden Zoos. Egal ob Eisbärbaby Knut, Panda-Kinder oder Löwen-Babys. Jungtiere sorgen für finanziellen Profit. Was aber, wenn das knuffige Eisbär-Baby erwachsen ist oder es schlichtweg keinen Platz mehr für die Nachzucht gibt? Platzprobleme und Kostendruck führen nicht selten zum Verkauf an dubiose Abnehmer oder sogar zur Tötung der Nachzucht.

Manche Zoos plädieren offen für das Einschläfern überschüssiger Jungtiere und vergleichen diesen extremen Schritt mit der natürlichen Auslese in freier Wildbahn. Außerdem gehöre die Jungenaufzucht zum natürlichen Verhalten der Tiere und müsse möglich sein. Doch ein verantwortungsvolles Zuchtmanagement sieht anders aus: Auch in Freiheit bekommen nicht alle Tiere Nachwuchs, und haltungsbedingte Probleme können durch die Jungenaufzucht nicht wettgemacht werden.

Ein seriös arbeitender Zoo muss die artgemäße Unterbringung für alle Jungtiere garantieren, auch für den Fall, dass der Nachwuchs zum Beispiel aufgrund des Geschlechts nicht in bestehende Gruppen passt. Aus unserer Sicht sind Nachzuchten in Zoos nur dann zu genehmigen, wenn der Zoo für eine tiergerechte Unterbringung der Jungtiere sorgen kann.

vier pfoten fordert

  • die Umsetzung der EU-Zoorichtlinien in allen Mitgliedsstaaten.
  • wissenschaftliche Leitung aller Zoos nach Tiergarten-biologischen Erkenntnissen.
  • öffentlich zugängliche, lückenlose Tierregister in allen Zoos.
  • Verbot des Zukaufs von Wildfängen.
  • sukzessive Artenreduktion zugunsten einer artgemäßen Haltung.
  • den Fokus auf heimische und domestizierte Tierarten anstatt Exoten.
  • den Verzicht auf Arten mit besonderen Bedürfnissen an die Haltung.
  • die Bereithaltung freier Plätze für Tiere aus schlechter Haltung.
  • die Erlaubnis der Nachzucht nur bei vorhandenem Platzangebot.
  • die Erlaubnis der Erhaltungszucht nur bei realistischen Auswilderungs-Chancen.
  • die Unterstützung von Projekten zum Schutz bedrohter Arten.
  • mehr Bildungsarbeit und Sensibilisierung für Tier- und Artenschutztheme in Zoos.

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie keine schlecht geführten Zoos und Tierparks! Überlegen Sie genau, welchen Zoo Sie durch Ihren Eintritt unterstützen möchten.

  • Betrachten Sie auch gemeinsam mit Ihren Kindern die Tierhaltung in Zoos mit einem kritischen Blick.

  • Kritisieren Sie unzulängliche Haltungsbedingungen direkt beim Zoobetreiber.

  • Informieren Sie sich über Artenschutz-Projekte, die Tiere in ihren Herkunftsländern schützen, und fördern Sie diese.

  • Bevorzugen Sie zoologische Einrichtungen, die auf Exoten verzichten und sich auf heimische Wildtiere oder seltene Nutztierrassen beschränken.

Gegen Die Schlechte
Haltung von Zootieren

Unterstützen Sie unsere Arbeit! 

Jetzt Spenden