Lion cubs in zoo

Wildtiere in Privathaltung

Wildtiere, einschließlich Großkatzen und Bären, sollten nicht als Haustiere gehalten werden

11.11.2021

In einigen europäischen Ländern ist die private Haltung von Wildtierarten, einschließlich Bären und Großkatzen, immer noch erlaubt. Wildtiere haben komplexe ökologische Bedürfnisse und Anforderungen in Bezug auf Ernährung, Platz, Verhalten, Klima und Sozialstruktur. Privaten Haltern fehlt es oft an einer offiziellen Qualifikation als Tierhalter. Sie besitzen weder wissenschaftliche noch tierschutzrelevante Kenntnisse, um diese Tiere artgemäß zu versorgen. Außerdem unterschätzen sie möglicherweise den Zeitaufwand und die Kosten, die damit verbunden sind, insbesondere bei nicht einheimischen Arten. Darüber hinaus stellt die Haltung von Arten wie Großkatzen und Bären ein erhebliches Risiko für den Besitzer und die Öffentlichkeit dar. Das kann im schlimmsten Fall zur vorzeitigen Tötung des Tieres führen.

Unzureichende und ungeeignete Pflege

So kann die ungeeignete Unterbringung und unzureichende Pflege von Wildtieren in privater Haltung zu Unterernährung, Krankheit, Stress und stereotypem Verhalten führen. Weitere Probleme entstehen durch unkontrollierte Vermehrung und Inzucht. Das tritt vor allem auf, wenn Tiere nicht ordnungsgemäß gezüchtet werden, also ohne, dass für die Nachkommen geeignete und dauerhafte Pflege und Einrichtungen zur Verfügung stehen. Diese in Gefangenschaft gezüchteten Tiere können im Allgemeinen nicht in die freie Wildbahn entlassen werden und haben keinen Erhaltungswert. Die Folge ist ein ständiger Kreislauf von Tieren, die an Gesundheitsproblemen leiden und nirgendwo untergebracht werden können und deshalb entweder getötet oder - manchmal illegal - gehandelt werden.

Weitere Wohlfahrtsaspekte

Angesichts der enormen Vielfalt der im Handel befindlichen Wildtierarten, ist auch das tierärztliche Wissen sehr begrenzt. Dies führt zu schweren Tierschutzproblemen und dem unnötigen Tod von Tieren. Darüber hinaus garantieren spezialisierte Händler, Zoohandlungen und Tierbörsen keine artgerechte Unterbringung von Wildtieren vor dem Verkauf, was ein ernstes Problem für das Wohlergehen der Tiere darstellt

Weitere Tierschutzprobleme ergeben sich aus dem Fang und dem Handel mit Tieren, die der freien Natur entnommen wurden. Dies beeinträchtigt nicht nur das Wohlergehen dieser Tiere, sondern dieser oft illegale Handel mit Wildtieren hat auch nachteilige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Viele Wildtiere sterben während des Fangs, des Transports, des Großhandels und des Handels, und nicht zuletzt während der Gefangenschaft als Haustiere infolge unangemessener Haltungsbedingungen. Die Haltung von Wildtieren als Haustiere kann auch Risiken für die Besitzer und die Öffentlichkeit mit sich bringen, da sie Zoonosekrankheiten übertragen können.

Aus den oben genannten Gründen befürwortet VIER PFOTEN ein Ende der privaten Haltung sowie dem Handel. Um eine signifikante und nachhaltige Reduktion solcher Tiere in Privatbesitz zu erreichen, wäre unser bevorzugtes Lösungsmodell die Förderung einer rechtlich verbindlichen Positivliste von domestizierten Arten, die als Haustiere erlaubt sind. Denn Wildtierarten, die zwar gezähmt, aber nie domestiziert wurden, haben immer noch ihre natürlichen wilden Instinkte und würden in Gefangenschaft ohne angemessene Pflege leiden.

VIER PFOTEN fordert:

  • Ein Verbot der privaten Haltung von Wildtieren, insbesondere von Großkatzen und Bären, ohne Zucht und Austausch der Tiere
  • Die Beschlagnahmung und angemessene Unterbringung von Tieren, die unter schlechten Haltungsbedingungen gehalten werden
  • Umsetzung der Rechtsvorschriften zur Positivliste, d. h., dass nur domestizierte Tiere, die für die private Haltung geeignet sind, von normalen Bürgern als Haustiere gehalten werden dürfen. Das bedeutet, dass viele gefährliche und exotische Tiere nicht mehr gehalten werden dürfen.
Lioness

VIER PFOTEN hilft bedürftigen Großkatzen in aller Welt


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