Suche

Spenden Patenschaft
Kätzchen

Adoption und pflege während den coronavirus-ausgangsbeschränkungen

19.4.2020

VIER PFOTEN gibt Tipps für Tierfreunde zu Pflegestellen und Adoption 

Tiere können in schwierigen Zeiten eine starke emotionale Stütze sein. Die aktuelle Lage scheint der perfekte Zeitpunkt zu sein, um einem Tier eine vorübergehende Pflegestelle anzubieten oder gar ein eigenes Haustier aufzunehmen. Doch dies muss in jedem Fall wohl überlegt sein. Eine Adoption ist zwar eine wunderbare Sache, aber sie ist eine langfristige Verpflichtung, und auch die Pflege sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Adopt, don’t shop!

Da viele Menschen jetzt von zu Hause aus arbeiten, um die weitere Verbreitung von COVID-19 zu bekämpfen, ist es grundsätzlich richtig, dass dies ein guter Zeitpunkt für eine Adoption oder dem Anbieten einer Pflegestelle sein könnte. Der Entschluss sollte aber wohlüberlegt sein und es wird von Spontanentscheidungen abgeraten.

Die Adoption eines Haustiers ist aber auf jeden Fall die bessere Möglichkeit um ein neues Familienmitglied ins Haus zu holen, als ein Tier zu kaufen. Es gibt unzählige Tiere, die in einem Tierheim auf ein neues dauerhaftes Daheim hoffen. Tierheime sind immer froh, entlastet zu werden, wenn immer mehr Tiere in ihre Obhut gegeben werden, besonders in der gegenwärtigen Situation. Es kann verschiedene Gründe haben, warum im Moment vermehrt Tiere abgegeben werden: finanzielle Engpässe auf Grund des Verlusts des Arbeitsplatzes oder einer Reduktion der Arbeitszeit, Infektion oder Tod durch COVID-19 oder die Befürchtung, dass das Haustier das Coronavirus übertragen könnte. Diese Befürchtung hat sich aber durch wissenschaftliche Studien als unbegründet erwiesen und internationale Gesundheitsorganisationen betonen, dass Haustiere kein COVID-19 auf den Menschen übertragen können. Die gegenwärtige Pandemie wird durch die Übertragung von Mensch zu Mensch verursacht.

Weitere Informationen zur Adoption von Haustieren finden Sie hier!

Denken Sie langfristig

Jeder, der erwägt, ein Tier zu adoptieren oder zu pflegen, sollte bedenken, dass unser Leben irgendwann wieder zur Normalität zurückkehren wird, sobald die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden und die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden konnte. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sicherstellen, dass Sie nach dem Lockdown immer noch in der Lage sind, sich um das Tier zu kümmern, insbesondere wenn es adoptiert wird.

Einige Fragen, die Sie sich selber stellen können, bevor Sie eine Entscheidung treffen: 

  • Haben Sie die finanziellen Mittel lebenslang für ein Tier zu sorgen?
  • Wissen Sie genug über die Bedürfnisse des Tieres und können Sie diese auch erfüllen?
  • Sind Sie in der Lage regelmässige Spaziergänge mit dem Hund zu machen?
  • Wer kümmert sich um das Tier wenn Sie bei der Arbeit oder in den Ferien sind?
  • Können Sie genug Zeit mit Ihrem Tier verbringen (Hunde sollten nicht länger als 4 Stunden alleine gelassen werden)? Der Lifestyle sollte genau überdacht werden - Hunde brauchen jede Menge Aufmerksamkeit und sind nicht gemacht für Menschen, die hauptsächlich außer Haus sind und den Hund alleine zurück lassen.
  • Für eine Pflegestelle müssen sich die selben Gedanken gemacht werden. Wenn die Ausgangsbeschränkungen wieder gelockert werden, sollten die Pflegetiere nicht wieder zurück ins Tierheim gebracht werden müssen. Optimal wäre es, wenn die Tiere bleiben können, bis sie ein dauerhaftes Zuhause gefunden haben. Pflegefamilien entlasten die Tierheime vorübergehend, aber wenn alles wieder "normal" ist, sollten diese Tiere nicht sofort zurück gebracht werden. Das ist nicht fair gegenüber dem Tierheim und schon gar nicht gegenüber dem Tier.

Tiere können in schwierigen Zeiten eine starke emotionale Stütze sein!

Ihre Anwesenheit reduziert Stress und hat einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit. Es wäre fantastisch, wenn die Coronavirus-Ausgangsbeschränkungen dazu führen würden, dass Tiere in noch nie dagewesenem Ausmaß ein liebevolles Zuhause finden würden. Aber es ist entscheidend, sorgfältig zu überlegen, ob man ein Haustier für den Rest seines Lebens versorgen kann, nicht nur während der Sperrzeit, damit am Ende alle davon profitieren.