
Statement zum Abschluss der Herbst-Agrarministerkonferenz in Würzburg
VIER PFOTEN fordert das Festhalten an Kastenstand-Fristen und die zügige Novelle des Tierschutzgesetzes
Hamburg/Würzburg, 25. September 2026 – Heute endete die Agrarministerkonferenz (AMK) in Würzburg, bei der sich die Minister:innen und Senator:innen der Agrarressorts der Länder trafen. Diskutiert wurden unter anderem die Abschaffung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes, die mögliche Verlängerung der Übergangsfristen beim Kastenstand in der Schweinehaltung sowie die Novellierung des Tierschutzgesetzes.
Elf Bundesländer haben die Abschaffung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes gefordert. Dazu bezieht die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN klar Stellung:
Dass zur Novellierung des Tierschutzgesetzes kein gemeinsamer Beschluss gefasst wurde, kommentiert Gaßner wie folgt: „Mit dem vorzeitigen Ende der vergangenen Legislaturperiode blieb die Novelle des Tierschutzgesetzes unvollendet. Dabei liegen viele Lösungsansätze längst auf dem Tisch. Die Bundesregierung muss die Arbeiten rasch wieder aufnehmen und die Reform noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg bringen. Denn beim Tierschutz besteht erheblicher Handlungsbedarf: von der Anbindehaltung von Rindern über Qualzuchten in der Landwirtschaft und im Heimtierbereich bis hin zur Haltung von Wildtieren im Zirkus. Tierschutz ist im Grundgesetz verankert und kein Nice-to-have.“
Bezüglich des Kastenstands in der Schweinehaltung kritisiert Gaßner die Protokollerklärung von zwölf Bundesländern, die sich für eine Fristverlängerung aussprechen: „Das ist ein falsches Signal. Die Fristen beim Umbau des Deckzentrums wurden bereits großzügig bemessen und den Betrieben frühzeitig bekanntgegeben. Viele Schweinehalter haben bereits auf dieser Grundlage investiert und ihre Betriebe rechtskonform umgestellt. Die Länder, die jetzt verschieben wollen, benachteiligen diese Betriebe und beschädigen zudem das Vertrauen in verlässliche politische Rahmenbedingungen.“
Bereits im Vorfeld der Agrarministerkonferenz wandten sich der Deutsche Naturschutzring, VIER PFOTEN und sechs weitere Tierschutzorganisationen in einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sowie die Agrarminister:innen und Senator:innen der Länder. Darin sprechen sie sich gegen eine Verlängerung der Übergangsfristen beim Umbau des Deckzentrums in der Sauenhaltung aus.

M. Fischer
Pressesprecher HaustiereVIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.