
78 Prozent der Hamburger:innen für Verbot von Wildtierzirkussen auf öffentlichen Flächen
VIER PFOTEN fordert Senat zum Handeln auf | Repräsentative Umfrage zeigt breite Unterstützung
Hamburg, 29. September 2026 – Die Hamburger Bevölkerung spricht sich mit großer Mehrheit gegen Wildtiere im Zirkus aus. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag von VIER PFOTEN unter 500 Hamburger:innen zwischen 18 und 75 Jahren. Demnach befürworten 78 Prozent ein Verbot von Zirkussen mit Wildtieren auf öffentlichen Flächen der Hansestadt. Nur 4 Prozent lehnen ein solches Verbot strikt ab.
Die Umfrageergebnisse werden veröffentlicht, während Circus Krone noch bis zum 11. Oktober in Hamburg gastiert und die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft am 30. September einen Antrag einbringt, Gastspiele mit Wildtierdarbietungen auf städtischen Flächen künftig nicht mehr zu genehmigen.
Zustimmung zieht sich durch die gesamte Gesellschaft
Die Umfrage zeigt, dass die Ablehnung von Wildtieren im Zirkus weit über einzelne Bevölkerungsgruppen hinausgeht. Alter, Bildungsstand, Einkommen oder politische Präferenzen haben nur geringen Einfluss auf die Zustimmung zu einem Verbot.
So findet ein Verbot von Wildtierzirkussen auf öffentlichen Flächen in allen Wählergruppen klare Mehrheiten. Die Zustimmung reicht von 68 Prozent unter CDU-Anhänger:innen bis zu 87 Prozent bei Anhänger:innen von Bündnis 90/Die Grünen.
Viele Hamburger:innen gehen von einem bestehenden Verbot aus
Die Befragung offenbart zugleich ein überraschendes Ergebnis: Mehr als ein Drittel der Hamburger:innen glaubt fälschlicherweise, dass Wildtiere im Zirkus in Deutschland bereits verboten sind. 34 Prozent der Befragten gingen von einem bestehenden Verbot aus, weitere 23 Prozent waren sich unsicher.
Für VIER PFOTEN verdeutlicht dieses Ergebnis, dass die gesellschaftliche Debatte längst weiter ist als die politische Umsetzung. Viele Hamburger:innen scheinen davon auszugehen, dass Wildtiere im Zirkus bereits der Vergangenheit angehören. Tatsächlich existieren in Deutschland bislang jedoch keine bundesweiten Beschränkungen für Wildtiere in reisenden Zirkussen.
VIER PFOTEN fordert Hamburg zum Handeln auf
VIER PFOTEN fordert die Hansestadt deshalb auf, Zirkussen mit Wildtierdarbietungen die Nutzung städtischer Flächen künftig nicht mehr zu gestatten. Bereits heute bestehen in über 120 deutschen Städten und Gemeinden vollständige oder teilweise Auftrittsverbote für Zirkusse mit Wildtieren auf kommunalen Flächen, darunter Berlin, München, Köln, Stuttgart, Rostock und Schwerin. Hamburg könnte sich dieser Entwicklung anschließen und ein deutliches Signal für zeitgemäße Unterhaltung ohne Tierleid setzen.
Dass dies von der Bevölkerung unterstützt wird, unterstreicht ein weiteres Ergebnis der Umfrage: 86 Prozent der Hamburger:innen sind überzeugt, dass ein Zirkus auch ohne Wildtiere unterhaltsam sein kann. Zugleich lehnen 71 Prozent den Einsatz von Wildtieren im Zirkus grundsätzlich ab. Als Hauptgründe nennen die Befragten die Überzeugung, dass artgerechte Bedingungen im reisenden Zirkus nicht möglich sind und die Tiere unter den Lebensbedingungen leiden.
Aus Sicht von VIER PFOTEN würde Hamburg mit einem Verbot von Wildtierzirkussen auf kommunalen Flächen ein wichtiges Signal setzen. Gleichzeitig sieht die Tierschutzorganisation darin nur einen ersten Schritt. Ihr langfristiges Ziel bleibt ein Ende der Nutzung von Tieren zu Unterhaltungszwecken in der Manege.
Deutschland hinkt Europa hinterher
Während in vielen europäischen Ländern bereits Beschränkungen oder Verbote für Wildtiere im Zirkus gelten, gibt es in Deutschland bislang keine rechtsverbindlichen nationalen Regelungen. Insgesamt haben 25 europäische Staaten das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen bereits verboten oder eingeschränkt. Drei Länder, Griechenland, Malta und Zypern, verbieten sogar sämtliche Tierarten in Zirkussen.
Ergebnisse der repräsentativen Umfrage im Überblick
- 78 % befürworten ein Verbot von Zirkussen mit Wildtieren auf öffentlichen Flächen in Hamburg.
- 4 % lehnen ein solches Verbot strikt ab.
- 71 % lehnen den Einsatz von Wildtieren im Zirkus grundsätzlich ab.
- 86 % sind überzeugt, dass ein Zirkus auch ohne Wildtiere unterhaltsam sein kann.
- 34 % glauben fälschlicherweise, Wildtiere im Zirkus seien in Deutschland bereits verboten.
- 23 % sind sich über die Rechtslage unsicher.
- Zustimmung zu einem Verbot findet sich in allen politischen Wählergruppen.
Informationen zur Umfrage
Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Online-Befragung von 500 Hamburger:innen im Alter von 18 bis 75 Jahren. Die Erhebung wurde durch das Hamburger Marktforschungsinstitut Curth+Roth GmbH im Auftrag von VIER PFOTEN durchgeführt. Angaben in Prozent, gerundet.
Weitere Informationen über den Einsatz von VIER PFOTEN für Wildtiere finden Sie hier.

Franziska Lenz
Pressesprecherin WildtiereVIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.