Protest vor dem Gelände von Carmen Zander

Nach tragischem Tod des Tierpflegers in Folge eines Tigerangriffs:
VIER PFOTEN fordert Ende der Großkatzenhaltung von Carmen Zander 

72-Jähriger war vor zwei Monaten in privater Haltung bei Leipzig angegriffen worden / Globale Tierschutzstiftung setzt sich für deutschlandweit einheitliche Regeln ein

Hamburg, 14. Juli 2026 – Der 72-jährige Pfleger, der vor zwei Monaten von einem Tiger in einer privaten Anlage bei Leipzig angegriffen worden war, ist jetzt verstorben. Dazu kommentiert die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN:

„Der tragische Tod des Tierpflegers ist ein unmissverständliches Signal dafür, dass Großkatzen nicht in Privathände gehören. Jetzt erst recht müssen die zwei bei Carmen Zander verbliebenen Tiger gesichert und in geeignete Einrichtungen überführt werden. Carmen Zanders private Großkatzenhaltung muss dauerhaft beendet werden – diese ist nicht nur aus Tierschutzsicht inakzeptabel, sondern auch für die Menschen brandgefährlich. Wir brauchen in Deutschland verbindliche, bundesweit einheitliche Regeln: eine Positivliste für Heimtiere sowie ein Verbot von Wildtieren im Zirkus.“

Ladina Bissinger, Campaignerin bei VIER PFOTEN

Hintergrund

VIER PFOTEN setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die private Haltung von Großkatzen und anderen Wildtieren beendet wird – denn der Fall Carmen Zander ist kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für ein strukturelles Problem und ein vorhersehbares Risiko für Mensch und Tier.

Aktuell gibt es in Deutschland keine einheitliche Regelung für die Haltung von Wildtieren; jedes Bundesland entscheidet eigenständig über erlaubte Arten. In Sachsen gibt es einen Flickenteppich aus kommunalen Regelungen zur Haltung gefährlicher Tiere. Die Stadt Schkeuditz gehört zu den sächsischen Gemeinden, die leider gar keine Regelung haben. Jede Tierart darf dort privat gehalten werden. Aus Sicht von VIER PFOTEN ist diese Regelung unzureichend und gefährlich

Forderungen von VIER PFOTEN

VIER PFOTEN ist der klaren Auffassung, dass Großkatzen nicht als Heimtiere oder zu Unterhaltungszwecken gehalten werden dürfen. Die hochsensiblen Wildtiere haben komplexe Bedürfnisse, die in privaten Anlagen oder ähnlichen Haltungsformen grundsätzlich nicht erfüllt werden können.  

Die nicht artgemäße Haltung führt häufig zu:  

  • Verhaltensstörungen und Stresssymptomen  
  • gesundheitlichen Problemen  
  • erhöhtem Aggressions- und Gefahrenpotenzial  
  • Zudem stellt der direkte Kontakt zwischen Menschen und Großkatzen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, wie der aktuelle Vorfall belegt.  

 

Vor dem Hintergrund dieses Ereignisses fordert VIER PFOTEN:  

Sofortiges Handeln der zuständigen Behörden: Die Haltung von Großkatzen durch Carmen Zander muss beendet werden. Die verbliebenen Tiere sollten von der Halterin freiwillig abgegeben oder durch die Behörden konfisziert und in geeignete, spezialisierte Einrichtungen überführt werden.  

Unterstützungsangebot: VIER PFOTEN ist bereit, die Behörden bei der Unterbringung der verbliebenen Tiere zu unterstützen – unter der Voraussetzung, dass die Haltung dauerhaft beendet wird.  

 

Politische Konsequenzen:  

Der Vorfall unterstreicht den dringenden Bedarf für die Einführung einer Positivliste für Heimtiere, die klar regelt, welche Tiere überhaupt privat gehalten werden dürfen sowie ein Wildtierverbot im Zirkus, das in Deutschland weiterhin fehlt.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier

Oliver Windhorst

Pressesprecher für Tiere in der Landwirtschaft

presse-d@vier-pfoten.org

+49 151 183 515 30

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Lübecker Straße 128, 22087 Hamburg

VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Haustiere, Tiere in der Landwirtschaft und Wildtiere – wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, dem Vereinigten Königreich und Vietnam sowie 13 Wildtier-Schutzzentren und Partnerprojekten weltweit sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

www.vier-pfoten.de

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