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Großkatzen aus geschlossenem US-Zirkus bald in München

30.5.2018

Eine Vielzahl deutscher Zirkusse, darunter auch Circus Krone, hat diverse Wildtierarten im Tourneebetrieb, ohne dass diese die Möglichkeit haben, ihr natürliches Verhalten auszuleben. Dies lässt die unzureichende deutsche Rechtsgrundlage immer noch zu. VIER PFOTEN fordert die Bundesregierung auf, diesen Tieren endlich zu helfen und ein Wildtierverbot für Zirkusse auszusprechen.

Update 31 Mai 2017: Der Ringling-Zirkus hat am 27. Mai 2017 bei der US-Behörde „U. S. Fish and Wildlife Service“ eine Exportgenehmigung für die Tiere von Dompteur Alexander Lacey - 8 Tiger, 6 Löwen und 1 Leoparden - beantragt.
Es gibt in den USA die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen einen solchen Antrag auf Exportgenehmigung zu „kommentieren“ (administrative comment) und so ggf. noch zu stoppen. Diese Möglichkeit nehmen die Kollegen vom VIER PFOTEN Büro in den USA (Boston) derzeit wahr.

Zu Circus Krone: Als Lieferadresse im Antrag ist Alexander Lacey c/o Circus Krone angegeben. Auch wenn die Tiere dort nur in Empfang genommen werden sollten, da Alexander Laceys Bruder, Martin Lacey, dort engagiert ist: Wir gehen davon aus, dass Alexander Lacey sich in Deutschland oder Europa ein neues Engagement mit den Großkatzen suchen wird. Dies kritisieren wir von VIER PFOTEN auf Schärfste.

Hamburg, 30. Mai 2017 – Die Großkatzen, die noch vor einigen Tagen in der finalen Show des US-amerikanischen Traditionszirkus Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus zu sehen waren, sollen amerikanischen Medienberichten zufolge zusammen mit ihrem Trainer Alexander Lacey wieder nach Deutschland transportiert werden. Lieferadresse ist der Münchener Circus Krone. Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN kritisiert, dass die Löwen, Tiger und der Leopard weiterhin im Zirkusbetrieb bleiben, und pocht darauf, den Großkatzen stattdessen einen artgemäßen Lebensabend in einem Schutzzentrum zu ermöglichen.

„Hochsensible Tierarten werden von Kontinent zu Kontinent transportiert, um dann in den gleichen miserablen Haltungsbedingungen zu landen. Nur ein Wildtierverbot für Zirkusse kann diese Praxis endlich beenden. Es kann nicht sein, dass Deutschland mit seinen laxen Regelungen nun zu einem Eldorado für Wildtierzirkusse wird.“

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Deutschland

Gesetzliches Wildtierverbot für Zirkusse gefordert
Mit einem Onlineprotest, Lobbyarbeit und aufmerksamkeitsstarken Aktionen mobilisiert VIER PFOTEN die Öffentlichkeit und Politiker für ein gesetzliches Wildtierverbot. Im letzten Jahr übergaben die Tierschützer knapp 100 000 gesammelte Unterschriften an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Prominente wie Boxweltmeisterin Regina Halmich, Moderator Daniel Aminati und die Tierfiguren von Kinderbuchautor Janosch unterstützen die Forderung. Eine Reaktion auf den Bundesratsbeschluss, der sich für ein Wildtierverbot im Zirkus ausspricht, steht seitens des Bundesministeriums noch aus.

Mehrheit der Deutschen für Verbot
Eine von der Stiftung VIER PFOTEN in Auftrag gegebene, repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Integral von April 2016 zeigt, dass sich insgesamt 70 Prozent der Befragten gegen Wildtiere im Zirkus aussprechen. Der Bundesrat hat im März 2016 bereits zum dritten Mal an die Bundesregierung appelliert, ein bundesweites Verbot in die Wege zu leiten. 21 EU-Länder haben bereits ein – zumindest eingeschränktes – Wildtierverbot in Zirkussen erlassen.
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Zum Onlineprotest für ein Wildtierverbot im Zirkus: www.vier-pfoten.de/bruellen
Hintergrundinformationen: www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/zirkus

Druckfähige Fotos und sendefähiges Videomaterial von Wildtieren in deutschen Zirkussen stellen wir Ihnen gern honorarfrei zur Verfügung.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de