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Tierschutzexperten von VIER PFOTEN: Gefärbte Ostereier können aus Käfighaltung stammen

27.3.2018

Forderung nach verbraucherfreundlicher Ei-Herkunfts-Kennzeichnung auch für gefärbte Eier und Eier in verarbeiteten Produkten

Hamburg, 27.03.2018 – Zu Ostern gehören gefärbte Eier, Osterhasen aus Schokolade und österliche Backwaren für die meisten Deutschen in das Osternest. Beim Schalenei gibt es eine verpflichtende Ei-Herkunfts-Kennzeichnung. Doch kein Verbraucher weiß, woher die gefärbten Eier und die Eier für die Herstellung der österlichen Backwaren kommen. Die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN warnt, dass es bei ca. der Hälfte aller konsumierten Eier keine Gewissheit gibt, aus welcher Haltung die Eier stammen. Denn nur 52 % der Eier werden als Schaleneier direkt an private Haushalte verkauft. Bei den restlichen Eiern, die weiterverarbeitet werden, herrscht Ungewissheit. 32 % gehen an die Industrie und 16 % werden in Großküchen und Bäckereien verarbeitet.¹

„Beim Schalenei haben sich die deutschen Verbraucher bereits klar gegen die Käfighaltung entschieden. Heute gibt es so gut wie keine Schaleneier aus Käfighaltung mehr im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu kaufen. Doch bei gefärbten Eiern und Eiern in verarbeiteten Produkten hat der Verbraucher keinerlei Möglichkeit, sich aufgrund der Herkunft der Eier bewusst zu entscheiden. VIER PFOTEN fordert deshalb eine verpflichtende Ei-Herkunfts-Kennzeichnung für alle verarbeiteten Produkte, wie es sie bereits seit 2004 für das Frischei gibt.“

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN

Wer als Verbraucher Gewissheit haben möchte, woher die Eier stammen, die er isst, der sollte bei Lebensmitteln auf das Bio-Siegel achten, seine Ostereier selber färben und sein Ostergebäck lieber selber backen. Ansonsten kann es sein, dass er die Käfighaltung von Legehennen und die damit verbundenen gravierenden Missstände dieser Haltung unterstützt. Generell gilt beim Kauf von Eiern, dass jeder kritische Verbraucher nur zu Bio-Eiern (Stempel mit Ziffer O), Freilandeiern (Stempel mit Ziffer 1) oder Eiern aus Initiativen, in denen auch die männlichen Küken mitaufgezogen werden, greifen sollte. Außerdem empfiehlt VIER PFOTEN den Eierkonsum grundsätzlich zu reduzieren und Ei-freie Alternativen auszuprobieren.

Bereits seit vielen Jahren setzt sich die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN für ein Ende der Käfighaltung und das Wohl von Legehennen mit zahlreichen Projekten und Initiativen ein. So unterstützt VIER PFOTEN die ökologische Tierzucht, die durch eine nachhaltige und tiergerechtere Zucht eine Alternative zu den industriellen Hochleistungshühnern schaffen will. Ziel ist ein Zweinutzungshuhn, bei dem auch die männlichen Küken – im Unterschied zu den heutigen Systemen – aufgezogen werden.² Obwohl konventionelle Käfige EU-weit seit 2012 verboten sind, sind sogenannte ausgestaltete Käfige weiterhin erlaubt. Auch hier leben die Legehennen auf engstem Raum und unter widrigsten Umständen. In Deutschland soll diese Haltungsform 2025 an ihr Ende kommen, EU-weit geht sie aber weiter.

Ei-Konsum in Deutschland steigt weiter
Aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes³ zufolge stieg die Ei-Produktion in Deutschland im Jahr 2017 auf 12,1 Milliarden Stück; das sind 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Berechnungen der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft wurden im Jahr 2016 pro Person 235 Eier verzehrt.⁴ Laut dem BMEL gehen 52 % der Eier als Schaleneier direkt an private Haushalte, 32 % an die Industrie und 16 % an Großküchen und Bäckereien.⁵ Dabei geht die Käfighaltung von Legehennen leicht zurück: mit 3,2 Millionen Haltungsplätzen liegt sie nun gegenüber den anderen Haltungsformen mit 9,6 % auf dem letzten Platz.

¹ BMEL, Eier-Vermarktung: www.bmel.de/DE/Ernaehrung/Kennzeichnung/VerpflichtendeKennzeichnung/Produktbezogene_Kennzeichnungsregelungen/_Texte/Eiervermarktung.html

² Ökologische Tierzucht gGmbH: www.oekotierzucht.de

³ Destatis, Eierproduktion im Jahr 2017 erneut gestiegen: www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/AktuellGefluegel.html

⁴ BLE, Jeder Deutsche isst 235 Eier pro Jahr: www.ble.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/170317_Eier.html

⁵ BMEL, Eier-Vermarktung: www.bmel.de/DE/Ernaehrung/Kennzeichnung/VerpflichtendeKennzeichnung/Produktbezogene_Kennzeichnungsregelungen/_Texte/Eiervermarktung.html

Gern vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Denise Schmidt - Kampagnenleiterin VIER PFOTEN

Melitta Töller

Pressesprecherin

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-66

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de