Suche

Spenden Patenschaft

Missstände in der Tierhaltung gesehen

1.3.2018

VIER PFOTEN gibt Tipps was als Zeuge von Tierleid zu tun ist

Hamburg, 01. März 2018 - Plötzlich wird man Zeuge von Tierquälerei. Oder zweifelt daran, ob die Tierhaltung des Nachbarn tiergerecht ist. VIER PFOTEN zeigt auf, wann dringender Handlungsbedarf besteht und Sie sich kümmern sollten.

„Im Zweifelsfall lieber einmal zu früh reagieren als zu spät!“. Ein Alarmsignal, das Beobachter in jedem Fall hellhörig machen sollte, sind Tiere, die stark Laute von sich geben. „Sie könnten offensichtlich in Not sein. Aber nicht immer machen sich Tiere, die dringend Hilfe benötigen, bemerkbar.“

Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin bei VIER PFOTEN, schickt eines gleich voraus:

Ein freundliches Wort

Laut Erfahrung der Expertin basieren mangelhafte Haltungsbedingungen von Heim- und Nutztieren häufig nicht auf Absicht oder Böswilligkeit, sondern Unkenntnis oder fehlendem Interesse für die Bedürfnisse der Tiere. Deshalb hilft es manchmal schon, dem Halter freundlich zu erklären, dass sein Tier leidet und ihm gleichzeitig entsprechende Abhilfen aufzuzeigen.

Doch es gibt auch Situationen, die sofortiges Handeln erfordern.

„In diesem Fall sollten Sie nicht zögern und sich umgehend an das zuständige Veterinäramt wenden oder wenn es um lebensgefährliche Situationen für die Tiere geht, die nächstgelegene Polizeidienststelle anrufen.“

Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin bei VIER PFOTEN

Sofortiges Handeln notwendig

  • ein Tier wird geschlagen oder misshandelt
  • Sie beobachten offensichtlich kranke oder verletzte Tiere
  • ein Tier hat sich irgendwo verkeilt und kommt ohne Hilfe nicht mehr heraus (z.B. ein Schaf, das mit dem Kopf in einem Zaun hängen geblieben ist)
  • Tiere befinden sich in verlassenen Tiertransportern, die irgendwo abgestellt sind
  • ein Tier liegt verletzt oder leblos auf der Weide oder im Stall
  • Rinder, Schweine in dunklen oder zu kleinen Ställen oder in Ställen mit sehr schlechter Luftqualität
  • Sie bemerken angebundene Rinder mit zu engen oder eingewachsenen Halsketten, angebundene Kälber (letzteres ist verboten)
  • Tiere, die Witterungsbedingungen ohne jeglichem Schutz ausgesetzt sind, fehlende Tränken/Wasserbottiche
  • Tiere in schlechtem Ernährungs- oder Pflegezustand, z.B. mit überlangen Klauen oder Hufen

                                                                                                                                                                                                Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob es sich um eine tierschutzrelevante Haltung handelt oder haben Sie Informationen aus dritter Hand erhalten, empfiehlt Ihnen VIER PFOTEN folgende Vorgehensweise:

1. Sichern Sie Beweise.
Dokumentieren Sie den Vorfall mit Fotos oder Videos und notieren Sie die Adresse oder prägen sich die genaue Lage des Ortes ein. Auch Zeugen und die eigene Bereitschaft, als Zeuge aufzutreten, sind wichtige Ergänzungen.

2. Nehmen Sie Kontakt zum Veterinäramt auf.
Übergeben Sie die Beweise zusammen mit einer präzisen Beschreibung der Situation an das zuständige Veterinäramt.

3. Erstatten Sie Anzeige.
Sie haben die Möglichkeit, Anzeige gegen den Halter bei der zuständigen Polizeibehörde oder direkt bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten.

4. Sprechen Sie Helfer vor Ort an.
Versuchen Sie, lokale Tierschutzgruppen oder Tierheime mit ins Boot zu holen. Gemeinsam kann man mehr erreichen.

Hat man einen Missstand in der Tierhaltung gemeldet, sollte man auch bei der Nachsorge Verantwortung zeigen.

„In jedem Fall ist es ratsam, beim Veterinäramt um Auskunft zu bitten, wie der Sache nachgegangen wurde. Im Falle einer Anzeige bei der Polizei sollte man sich ein Aktenzeichen geben lassen, damit man dem Verlauf des Falles folgen kann. Denn, jedes misshandelte Tier braucht bis zu seiner Rettung unsere ganze Aufmerksamkeit“.

Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin bei VIER PFOTEN

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.vier-pfoten.de/service/ratgeber/zeuge-von-tierleid/

Gern vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin
VIER PFOTEN

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-72

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de