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Vorsicht beim Einkauf von Weihnachtsgänsen

15.11.2018

VIER PFOTEN warnt vor Fleisch aus Stopfmast und Lebendrupf

Hamburg, 15. November 2018 – Auch wenn in Deutschland die grausamen Praktiken „Stopfmast“ und „Lebendrupf“ verboten sind, ist beim Gänse essen Vorsicht geboten. Denn nur fünfzehn Prozent der im Handel angebotenen Gänse stammen aus Deutschland. Das überwiegende Sortiment wird aus dem Ausland bezogen, und in vielen Ländern werden Gänse nach wie vor gestopft und lebend gerupft. Ina Müller-Arnke, Agrar-Ingenieurin von VIER PFOTEN, gibt Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte.

Produkte aus Frankreich, Spanien, Bulgarien und Ungarn können unter tierquälerischen Bedingungen erzeugt worden sein, denn in diesen Ländern ist die Zwangsmast zur Stopfleberproduktion erlaubt. Das Herkunftsland erkennt man an dem Länderkürzel der EWG-Nummer, die sich meist in der Nähe des Mindesthaltbarkeitsdatums befindet, so z.B. HU für Ungarn.

Stopfmast und Lebendrupf ausschließen

Erkundigen Sie sich im Einzelhandel und im Restaurant genau nach der Herkunft des Gänsefleisches. Verzichten Sie auf das Produkt, wenn die Produktionswege nicht nachvollzogen werden können. Vorsicht bei Enten oder Gänsen ohne Innereien. Wo die Leber fehlt, kann schwer nachgewiesen werden, ob das Tier nicht gestopft wurde. Vorsicht auch bei Gänseleberpasteten oder Terrinen

Ina Müller-Arnke, Nutztier-Expertin bei VIER PFOTEN

Intensivmast oder Weidemast

Lebendrupf und Stopfmast sind nicht die einzigen Probleme bei der Gänsehaltung. „Gänse brauchen Wasserzugang, um zu baden und ihr Gefieder pflegen zu können. Ein Großteil der Gänse wird jedoch in Intensivmast gehalten, das heißt: große Bestände, kürzere Mastperioden, hochkonzentriertes Futter und kein Badezugang. In Deutschland ist die vergleichsweise artgemäße Weidehaltung mit längeren und schonenderen Mastzeiten von 32 Wochen üblich, wenn auch fast immer ohne Zugang zu Bademöglichkeiten“, erklärt Ina Müller-Arnke.

Aus Tierschutzsicht ist es am besten, auf Gänsefleisch zu verzichten. Wenn es jedoch unbedingt Gans sein muss, empfiehlt VIER PFOTEN eine Bio-Weidegans aus regionaler Haltung. Außerdem bietet VIER PFOTEN für ungarische und polnische Betriebe eine Informationslistean, bei welchen Lebendrupf und Stopfmast ausgeschlossen sind.

Dies bedeutet nicht, dass diese Betriebe optimale Haltungsbedingungen bieten, aber die Konsumenten können zumindest die schlimmsten Praktiken ausschließen.

Quellen:

Weitere Informationen finden Sie unter:

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-72

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de