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Hände weg von jungen Wilden

14.3.2019

VIER PFOTEN gibt Tipps für den richtigen Umgang mit jungen Wildtieren

Hamburg, 14. März 2019 – Im Frühling findet man beim Spaziergang häufiger Jungtiere allein im Gras oder auf dem Waldboden. Ob die Tiere wirklich in Not geraten sind, ist für den Laien schwer erkennbar. „Bei der Beurteilung helfen Grundkenntnisse über die Lebensweise unserer heimischen Wildtiere“, sagt Christian Erdmann, Geschäftsführer der Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein und Wildtierexperte bei VIER PFOTEN und gibt Tipps für den richtigen Umgang mit tierischen Findelkindern.

Nestflüchter oder Nesthocker

Grundsätzlich kann man Wildtiere in Nestflüchter und Nesthocker einteilen.

„Nestflüchter, wie zum Beispiel Feldhasen und Rehe werden nahezu voll entwickelt geboren und können ihren Geburtsplatz bereits nach wenigen Stunden eigenständig verlassen. Nesthocker, wie Singvögel, Wildkaninchen, Marder, Füchse, Eulen und Greifvögel können dies nicht. Ihre Elterntiere müssen intensive Aufzucht betreiben und sind deswegen meist ohne lange Unterbrechung bei ihrem Nachwuchs.“

Christian Erdmann, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN

Nestlinge oder Ästlinge

Bei jungen Eulen, Sing- und Greifvögeln unterscheidet man zwischen Nestlingen und Ästlingen. „Sind sie befiedert, verlassen sie ihr Nest, um fliegen zu lernen. Auch wenn sie in den ersten Tagen noch etwas unbeholfen umher hüpfen – die Eltern haben den Nachwuchs im Blick und versorgen ihn auch außerhalb des Nestes weiter“, so der Wildtierexperte.

Richtige Hilfe

Junge Feldhasen oder Rehkitze kann man getrost sitzen lassen. Auch eine Jungeule ist wahrscheinlich nicht in Not, sondern wird von ihren Eltern weiter betreut. „Findet man ein Jungtier an einer ungünstigen Stelle, zum Beispiel dort, wo gemäht wird oder Autos entlangfahren, sollte man das Tier aufnehmen und an einem sicheren Platz wieder absetzen. Der kurze Kontakt mit dem Menschen führt nicht dazu, dass die Elterntiere ihren Nachwuchs verstoßen. Von Katze oder Hund verschleppte Wildtiere oder Tiere aus zerstörten Nestern benötigen hingegen intensive Pflege. Allein umherirrende Enten- oder Gänseküken, verletzte Jungtiere oder Tiere, bei denen das tote Muttertier in der Nähe liegt, sind ebenfalls ohne menschliche Hilfe nicht überlebensfähig“, so der Wildtierexperte von VIER PFOTEN.

Ohne Grund dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz Nester und andere Brutstätten nicht entfernt oder Elterntiere eingefangen werden.

VIER PFOTEN empfiehlt: Sollten Sie ein in Not geratenes Jungtier aufnehmen, suchen Sie bitte umgehend Kontakt zu einer Wildtierauffangstation auf.

Über die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein

VIER PFOTEN fördert die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein mit jährlich mindestens 100.000 Euro. Pro Jahr werden hier mehr als 1.800 in Not geratene, heimische Wildtiere abgegeben, aufgezogen, medizinisch versorgt und wieder ausgewildert.

Weitere Informationen zur Kooperation:

Susanne von Pölnitz

Pressesprecherin

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-72

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de