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Bundesländer fordern Videokameras in Schlachthöfen

15.2.2019

VIER PFOTEN begrüßt Bundesratsinitiative von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Berlin / Hamburg, 15. Februar 2019 - Heute haben die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, der die verpflichtende Installation von Videokameras an Schlachthöfen vorsieht. Das Überwachungssystem soll insbesondere in tierschutzrelevanten Bereichen der Schlachthöfe installiert werden. Die Stiftung VIER PFOTEN begrüßt diesen Schritt hin zu mehr Tierschutz und fordert den Bundesrat auf, dem Antrag nach der Beratung im Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz zuzustimmen.

„Die Schlachthofskandale der letzten Monate und Jahre haben gezeigt, dass mitunter grauenvollen Zustände auf deutschen Schlachtbetrieben herrschen. Eine Videoüberwachung an Schlachthöfen, wie sie beispielsweise schon in Großbritannien Pflicht ist, kann Tierleid mindern. Sie ist ein wichtiger Schritt, um insbesondere bei der Anlieferung, Betäubung und Entblutung ein besseres Kontrollsystem zu etablieren. Wichtig ist, dass Veterinäre jederzeit Zugang zu den Daten haben, dass diese manipulationssicher aufbewahrt werden und dass das Kontrollpersonal auf den Schlachthöfen aufgestockt wird.“

Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin und Nutztierexpertin bei VIER PFOTEN

Immer wieder kommt es auf Schlachthöfen zu eklatanten Tierschutzmissständen. Tiere, die nicht mehr laufen können, werden von Anhängern gezerrt, Betäubungen werden nicht richtig gesetzt, Tiere bluten aus, obwohl sie noch bei Bewusstsein sind, Schweine gelangen bei vollem Bewusstsein in brühend heißes Wasser, obwohl sie längst hätten tot sein müssen. Grund für diese vielfach dokumentierten Missstände ist ein System, das auf Stückzahl und Profit ausgerichtet ist.

„Neben Videoaufzeichnungen sind Schulungen des Personals im Umgang mit Tieren, eine fachgerechte Wartung und Betreuung der Betäubungsgeräte, bessere Bedingungen bei der Anlieferung der Tiere und günstigere bauliche Voraussetzungen zum Treiben der Tiere sowie Sanktionen bei schweren Tierschutzverstößen Maßnahmen, die so schnell wie möglich angegangen werden müssen“, so Müller-Arnke abschließend.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/tierschutzpolitik/transport-und-schlachtung

Melitta Töller

Pressesprecherin

presse-d@vier-pfoten.org

+49 40 399 249-66

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

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