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Vier Pfoten zum Welt-Ei-Tag:

13.10.2016

Das vergessene Leid der Zuchthühner.

Hamburg, 13. Oktober 2016 – Am 14. Oktober rufen Eierproduzenten weltweit zum alljährlichen Aktionstag – mit dem Ziel, den Eierkonsum anzukurbeln. Grund für VIER PFOTEN, an die Probleme rund um die Eiproduktion zu erinnern. Schlechte Haltungsbedingungen, die Tötung männlicher Küken und mangelnde Kennzeichnung von verarbeiteten Produkten sind den meisten Menschen bereits ein Begriff. Über die Züchtung wurde bisher jedoch wenig gesprochen. Und das hat in den Augen der Industrie einen guten Grund.

Eier stehen bei den Deutschen nach wie vor hoch im Kurs. Mit rund 19 Mrd. Eiern im Jahr 2015 erreichte der Verbrauch einen neuen Spitzenwert – das sind etwa 233 Eier pro Kopf. Das Ei gilt als gesundes Lebensmittel, das hochwertiges Eiweiß und wichtige Nährstoffe liefert. Mit der Produktion gehen jedoch auch eine Reihe von Tierschutzproblemen einher. Eines der Hauptprobleme bleiben die Haltungsbedingungen: Noch immer leben in Deutschland ca. 5 Mio. Legehennen in ausgestalteten Käfigen, der sogenannten Kleingruppenhaltung. Dies macht einen Anteil von ca. 10 % der heimischen Produktion aus. Aber auch über Importe landen Käfigeier auf unseren Tellern. Diese Käfigeier werden den Konsumenten meist unbemerkt vorgesetzt, indem sie in Nudeln, Saucen und Keksen verarbeitet werden. Nur auf Frischeiern muss die Haltungsform angegeben werden.

Zudem werden die männlichen Küken in der Eierproduktion als lästiges Nebenprodukt angesehen. Sie setzen in der Mast zu wenig Fleisch an, legen keine Eier und werden daher direkt nach dem Schlupf getötet. 45 Millionen männliche Küken pro Jahr werden so jährlich entsorgt.

Ein Problem, das der Öffentlichkeit bisher weitgehend verborgen geblieben ist, sind die Bedingungen bei der Zucht der Tiere. Rund 90 % der weltweit gehaltenen Legehennen stammen von nur zwei Zuchtkonzernen. Sie bestimmen welche Eigenschaften die Hennen haben sollen und tragen damit eine große Verantwortung für vielerlei Tierschutzprobleme. Einer dieser Konzerne ist die EW Group GmbH (Erich Wesjohann-Gruppe) mit Sitz in Deutschland.

"So viele und so große Eier wie möglich, das ist das Ziel der Zuchtkonzerne, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Tiere. Auf diese Ziele und darauf, wie die Zuchttiere gehalten werden, haben weder Landwirte noch Verbraucher einen Einfluss.“

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN

Um alternative Wege in der Züchtung zu gehen, unterstützt VIER PFOTEN die Ökologische Tierzucht (ÖTZ). Dies ist eine Initiative der beiden Bio-Verbände Bioland und Demeter. Die ÖTZ hat es sich zum Ziel gesetzt, durch eine nachhaltige und tiergerechtere Zucht eine Alternative zu der Abhängigkeit von industriellen Hochleistungshühnern zu schaffen. Zuchttiere werden hier nicht im Käfig gehalten und nicht auf Hochleistung gezüchtet. Zudem werden die männlichen Küken aufgezogen. www.oekotierzucht.de

"Mit dieser Initiative werden gleich mehrerer Probleme der industriellen Eiproduktion angesprochen. Das Töten männlicher Küken und die Käfighaltung sind ausgeschlossen. Mit der Loslösung von industriellen Strukturen wird es Landwirten ermöglicht, die Probleme in der Eiproduktion an der Wurzel zu packen. Aus diesen Gründen unterstützt VIER PFOTEN die ÖTZ und hilft bei der Finanzierung von Projekten."

Denise Schmidt

Bis sich eine nachhaltige Zucht etabliert hat, ist es jedoch noch ein langer Weg. Bis dahin empfiehlt VIER PFOTEN, ausschließlich Bio-Eier (Stempel mit der Ziffer 0) zu kaufen und wenn möglich auf Ei-freie Alternativen umzusteigen.
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Fotos stellen wir Ihnen gerne honorarfrei zur Verfügung.
Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Kampagnenleiterin Denise Schmidt.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de