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Verletztes Wildtier gefunden?

18.7.2016

VIER PFOTEN erklärt, was zu tun ist.

Hamburg, 18. Juli 2016 – Immer wieder geraten freilebende Wildtiere in Not: Igel werden von Autos an- oder überfahren, Eulen bleiben im Stacheldrähten hängen, Singvögel kommen beim Fensteranflug zu Schaden und Störche kollidieren mit Windkraftanlagen. Viele Passanten sind überfragt, was zu tun ist, wenn man auf ein verletztes Wildtier stößt.

Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN gibt Tipps:

Bei großen verletzten Tieren, wie Rehen und Wildschweinen, sollte umgehend die Polizei benachrichtigt werden. Alle anderen kleineren Wildtiere sollten in eine naheliegende Wildtierauffangstation gebracht und dort von spezialisierten Wildtiertierärzten behandelt werden.

„Aber Vorsicht: nicht alle reglos aufgefundenen Wildtiere sind verletzt und brauchen Hilfe! Bei Unsicherheit sollte eine naheliegende Wildtierstation zu Rate gezogen werden, um unverletzten Tieren unnötigen Stress zu ersparen. Gerade Jungtiere, wie Rehkitze und junge Feldhasen sind oft allein anzutreffen, da diese von ihren Müttern nur kurz und höchstens dreimal täglich versorgt werden. Ein Eingreifen schadet hier mehr als es hilft.“

Thomas Pietsch (47), Wildtierexperte bei VIER PFOTEN

Ist eine Verletzung eindeutig sichtbar oder rät eine bei Unsicherheit kontaktierte Wildtierstation zur Rettung des Tieres, sollte bedacht werden, dass auch verwundete Wildtiere versuchen werden sich zu verteidigen. Sie können beißen, kratzen oder schmerzhafte Tritte austeilen. Störche, Graureiher und Kormorane sind beispielsweise sehr wehrhafte Vögel und können mit ihrem Schnabel ernsthafte Verletzungen verursachen. Um sich selber nicht in Gefahr zu bringen, sollten möglichst Schutzbrillen, Decken, Jacken, Handschuhe oder ähnliches zum Einfangen benutzt werden.

Der Transport zum Tierarzt oder einer Wildtierauffangstation sollte dann in einem Karton, nie in einem Käfig geschehen. Es gilt: lieber weniger Platz lassen als zu viel, um zusätzliche Verletzungen durch umherfallen zu vermeiden. Der Karton sollte mit einigen Luftlöchern ausgestattet sein. Ein ausgelegtes Handtuch gibt Vögeln die Möglichkeit sich festzukrallen und bietet Säugetieren eine stressmindernde Versteckmöglichkeit. Eine Ausnahme bilden große Spechte und Kolkraben. Sie sollten in stabilen Katzentransportkörben oder einem stabilen Korb mit verschließbarem Deckel befördert werden − sie könnten sich aus einem normalen Karton befreien.

Grundsätzlich sind Tierärzte nicht dazu verpflichtet, Wildtiere zu behandeln oder dies unentgeltlich zu tun. Auch deswegen empfiehlt es sich Wildtierauffangstationen zu kontaktieren.

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VIER PFOTEN fördert die Wildtierstation Hamburg mit jährlich 100.000 Euro. Pro Jahr werden dort mehr als 1.500 in Not geratene, heimische Wildtiere abgegeben, aufgezogen, medizinisch versorgt und wieder ausgewildert.

Derzeit befinden sich unter anderem junge Singvögel, Steinmarder, Füchse, Feldhasen, Eichhörnchen, Graureiher, Waldohreulen sowie verschiedene Greifvogelarten zur Aufzucht bzw. Pflege in der Obhut der Wildtierstation.

Mehr Informationen zur Kooperation: www.vier-pfoten.de/projekte/weitere/kooperationen/wildtierstation-hamburg

Weitere Wildtier-Ratgeber: www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/ratgeber

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de