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Todestag von Löwe Cecil:

30.6.2016

VIER PFOTEN: Trophäenjagd in Südafrika geht weiter

Hamburg, 30. Juni 2016 – Vor einem Jahr, am 1. Juli 2015, wurde Löwe Cecil in Zimbabwe durch einen amerikanischen Trophäenjäger getötet. Anlässlich seines Todestages informiert die Stiftung VIER PFOTEN über die grausame Gatterjagd ("Canned Hunting") von Löwen in Südafrika. Beim "Canned Hunting" haben die von Hand aufgezogenen und an Menschen gewöhnten Löwen keine Chance zu entkommen. Sie werden gut zahlenden Hobbyjägern, die nicht einmal einen Jagdschein benötigen, regelrecht vor die Flinte getrieben. In Südafrika werden laut Regierungsangaben jährlich 6.000 bis 10.000 Löwen in über 200 Farmen extra für diese Art der Jagd gezüchtet. Mit einer Online-Petition auf http://www.realtrophy.org/petition fordert VIER PFOTEN die südafrikanische Regierung dazu auf, ein generelles Verbot von "Canned Hunting" zu beschließen.

„Der Fall des Löwen Cecil hat als Einzelfall die Öffentlichkeit erreicht und weltweit für Empörung gesorgt. Doch Cecil ist eben kein Einzelfall – er steht für unzählige Löwen, die jedes Jahr bei der Trophäenjagd getötet werden."

Thomas Pietsch, Wildtierexperte von VIER PFOTEN

Überblick: Erste Erfolge für den Schutz der Löwen in Afrika


· Verbot der Einfuhr von Löwentrophäen in Australien und Frankreich

· Verbot der Einfuhr von Löwentrophäen und Trophäen 200 weiterer bedrohter Tierarten in den Niederlanden

· Schärfere Einfuhrbestimmungen in den USA (dem Land mit den weltweit meisten Jagdtouristen): Jäger müssen seit Januar 2016 vor der Einfuhr von Löwentrophäen beweisen, dass der Abschuss zum Schutz wildlebender Löwen beiträgt, was in der Praxis schwer möglich ist. Südafrikanische Quellen zeigen seither um 70 Prozent weniger Löwenjagden durch US-Jäger.

· Großbritannien droht für 2017 mit einem Importverbot, sollten die afrikanischen Herkunftsländer ihre Löwenbestände nicht wirksamer schützen.

· Über 40 internationale Fluglinien haben die Mitnahme von Trophäen ebenfalls verboten oder eingeschränkt.

· Der südafrikanische Jagdverband PHASA hat klar Stellung gegen die Löwenzüchter im Land bezogen und distanziert sich von dieser grausamen Form der Jagd.

· Europas größte Jagdmesse „Jagd & Hund“ in Deutschland und die österreichische „Hohe Jagd & Fischerei“ haben sich verpflichtet, gegen Canned Hunting Angebote vorzugehen.

· Einige afrikanische Staaten setzen sich derzeit dafür ein, die Löwen Afrikas bei der kommenden internationalen Artenschutzkonferenz in Johannesburg im September 2016 in die höchste Schutzkategorie (Anhang I von CITES) aufzunehmen. Noch ist jedoch unklar, ob der Antrag eine Mehrheit bekommen kann.


Druckfähige Fotos und sendefähiges Videomaterial vom "Canned Lion Hunting" in Südafrika stellen wir Ihnen gerne honorarfrei zur Verfügung.


Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Wildtierexperte Thomas Pietsch.

Hintergrundinformationen: http://www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/loewenjagd/

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de