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Circus Probst gastiert in Meißen:

11.8.2016

VIER PFOTEN fordert Aus für Wildtierdressuren.

Meißen / Hamburg, 11. August 2016 – Ab heute gastiert der Wildtierzirkus Probst in Meißen. Weiße Löwen, Tiger und Liger (Kreuzung aus Löwe und Tiger) sind Bestandteil des umstrittenen Zirkusprogramms. Die extrem anspruchsvollen Großkatzen sind auf der diesjährigen 3.000 Kilometer langen Tour durch 50 Städte belastenden Strapazen in ihren engen Zirkuswagen ausgesetzt und haben unter Zirkusbedingungen nicht die Möglichkeit, ihren arteigenen Bedürfnissen nachzukommen. Stattdessen verbringen sie ihr Leben bei Probst auf engstem Raum und zeigen entwürdigende Tricks in der Manege. VIER PFOTEN pocht auf ein gesetzliches Wildtierverbot für Zirkusse.

„Die hochsensiblen Löwen, Tiger und Liger werden bei Probst zu Unterhaltungszwecken nicht artgemäß gehalten und können ihr natürliches Verhalten nicht ausleben. Dies lässt die unzureichende Rechtsgrundlage leider immer noch zu. Es liegt an der Bundesregierung, diesen Tieren endlich zu helfen und ein Verbot für alle Wildtiere in Zirkussen auf den Weg zu bringen.“

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin VIER PFOTEN Deutschland

Neben den schlechten Haltungsbedingungen stellen Wildtierzirkusse auch ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Bei Probst bringen sich nicht nur Zirkusmitarbeiter durch die tägliche Arbeit in Gefahr, sondern auch Besucher kommen bei den Vorstellungen und der Tierschauen großen Wildtieren gefährlich nahe. Dabei ist die Liste mit Unfällen mit Wildtieren im Zirkus lang.

Weiße Löwen und Liger
Probst preist die Raubkatzen aufgrund ihrer seltenen Fellfarbe als besondere Attraktion an. VIER PFOTEN kritisiert das Mitführen von Großkatzen und ihre Zucht in Zirkusbetrieben grundsätzlich. Die weißen Löwen werden als Publikumsmagneten missbraucht. Bei der gezielten Zucht von weißfarbigen Löwen kommt die Gefahr der Inzucht hinzu, oft leiden weiße Tiere an körperlichen Schäden.

Auch zwei so genannte Liger sind mit auf Tour. Liger sind menschengemachte Hybride, die aus der Paarung eines Löwen mit einer Tigerin entstanden sind. Sie können mit 3,6 Metern Länge und bis zu 400 Kilogramm Körpergewicht deutlich größer werden als ihre Elterntiere. Hieraus ergeben sich oft gefährliche Komplikationen bei der Geburt. Viele Liger überleben die ersten Lebenstage nicht, zudem treten genetische Defekte und Verhaltensprobleme auf und ihre Lebenserwartung ist insgesamt sehr gering. Hinzu kommt, dass die Tiere sehr anfällig für Krankheiten und die Männchen nicht zeugungsfähig sind.

Hintergrund zu Wildtierzirkussen in Deutschland:

Die Bundesregierung hat bisher zwei Entschließungen des Bundesrates aus 2003 und 2011 ignoriert. Im März 2016 wurde sie zum dritten Mal vom Bundesrat aufgefordert, endlich zu handeln. Wildtiere leiden in Zirkussen unter extremem Bewegungsmangel, ständigen Ortswechseln und langen Transportzeiten. In 19 europäischen Staaten gilt längst ein, zumindest eingeschränktes, Wildtierverbot in Zirkussen.

Mit einem Onlineprotest, Lobbyarbeit und aufmerksamkeitsstarken Aktionen im Rahmen der „Brüll-Kampagne“ (www.vier-pfoten.de/bruellen) mobilisiert VIER PFOTEN die Öffentlichkeit und Politiker für ein gesetzliches Wildtierverbot. Prominente, wie die GZSZ-Stars Anne Menden und Nina Bott, Schauspieler Andreas Hoppe (u.a. bekannt aus dem ARD Tatort), Boxweltmeisterin Regina Halmich, Moderator Daniel Aminati, die Tierfiguren von Kinderbuchautor Janosch sowie die Hörspiel-Stars Hanni und Nanni unterstützen die Forderung.

Parallel kümmert sich die international tätige Stiftung auch um Einzelschicksale: Gerettete Zirkusbären finden in den VIER PFOTEN Bärenschutzzentren in Deutschland, Bulgarien, dem Kosovo, Österreich und der Ukraine ein neues Zuhause. Ehemaligen Zirkuslöwen und -tigern schenkt VIER PFOTEN im südafrikanischen LIONSROCK und in der rheinland-pfälzischen VIER PFOTEN Großkatzenstation in TIERART einen tiergerechten Lebensabend.

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Zum Online-Protest für ein Wildtierverbot im Zirkus: www.vier-pfoten.de/bruellen

Hintergrundinformationen: www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/zirkus

Druckfähige Fotos und sendefähiges Videomaterial von Wildtieren in deutschen Zirkussen sowie die Anzeigenmotive aller prominenten Unterstützer stellen wir Ihnen gerne honorarfrei zur Verfügung.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de