Suche

Spenden Patenschaft Menü

Bundesrat fordert Verbesserungen in der Rinderhaltung und bei der Kennzeichnung von eihaltigen Produkten:

22.4.2016

Dies wurde in der heutigen Bundesratssitzung mehrheitlich beschlossen.

Hamburg, 22. April 2016 - Die Bundesländer fordern weitere Verbesserungen im Tierschutz. Sie wollen die ganzjährige Anbindehaltung von Rindern verbieten und eine Kennzeichnung der Haltungsform bei Legehennen auch für verarbeitete Produkte einführen.

Anbindehaltung von Rindern
VIER PFOTEN begrüßt den von Hessen initiierten Vorstoß, den Schutz von Rindern durch ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung verbessern zu wollen zwar grundsätzlich, allerdings kritisiert die Stiftung die geplante 12-jährige Übergangsfrist. Der Tierschutzstiftung geht die Forderung der Bundesländer zudem nicht weit genug. Selbst, wenn die Anbindehaltung auf einige Monate im Jahr ausgeweitet werden würde, wäre das immer noch mit immensem Leid für die Tiere verbunden. VIER PFOTEN fordert deshalb ein generelles Verbot.

„Eine ganzjährige Anbindehaltung bedeutet für Rinder, ein Leben lang an ein und derselben Stelle zu stehen. Sie haben keine Möglichkeit, sich fortzubewegen, sich ungehindert hinzulegen oder mit Artgenossen zu interagieren. Diese Art der Haltung ist für etwa 25 Prozent der Milchkühe in Deutschland Realität.“

Denise Schmidt (34), Kampagnenleiterin VIER PFOTEN Deutschland

In Deutschland leben laut statistischem Bundesamt immer noch ca. 1,3 Millionen Kühe in der Anbindehaltung. Diese Zahl umfasst sowohl die ganzjährige als auch die teilweise Anbildehaltung. Kühe in teilweiser Anbindehaltung dürfen meist im Frühjahr und im Sommer auf die Weide gehen, sie verbringen nur den Winter über komplett im Stall.

Kennzeichnung von eihaltigen Produkten
Ein ebenso wichtiges Thema ist die Kennzeichnung der Haltungsform von Legehennen in eihaltigen Produkten. Nach Auffassung der Bundesländer sollen künftig auch auf Produkten wie Keksen, Mayonnaise und Nudeln, in denen Eier verwendet wurden, erkennbar sein, aus welcher Haltungsform sie stammen. VIER PFOTEN begrüßt diesen Schritt. Die Kennzeichnung 0 bis 3 bei Schaleneiern hat dazu geführt, dass die Verbraucher ihr Kaufverhalten umgestellt haben und der Marktanteil von Eiern aus artgerechteren Haltungsformen zugenommen hat. Bei verarbeiteten Produkten kann der Verbraucher hingegen bisher keine tiergerechte Kaufentscheidung treffen.

VIER PFOTEN fordert von der Bundesregierung, die Beschlüsse des Bundesrates umgehend umzusetzen und entsprechende Rechtsverordnung zu formulieren.

Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview mit VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Denise Schmidt.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de