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Verschärfte Grenzkontrollen: Welpentransporte an der Grenze zu Bayern aufgedeckt

17.12.2015

VIER PFOTEN kritisiert Entscheidung des bayerischen Ministeriums und fordert eine EU-weite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde

Hamburg, 17. Dezember 2015 - Insgesamt 217 illegal transportierte Hundewelpen wurden am vergangenen Wochenende bei Fahrzeugkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze entdeckt. Die Tiere, die ohne gültige Impfungen aus Ungarn und der Slowakei kamen, sollten offenbar noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft als Billigware angeboten werden.

Die viel zu jungen, geschwächten und kranken Hunde wurden nach der Beschlagnahmung auf verschiedene bayerische Tierheime verteilt, um sich dort von ihren Strapazen zu erholen. Zunächst sollten die Tiere auf Anordnung des bayerischen Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft an die Händler zurückgegeben und in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden. Diese Entscheidung wurde gestern zurückgenommen. Der Grund dafür dürfte unter anderem der immense Druck der Öffentlichkeit gewesen sein.

Auch die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN kritisiert die ursprüngliche Entscheidung des Ministeriums aufs Schärfste, die Welpen abzuschieben, um so die Kosten für die Behandlung und Pflege der Tiere einzusparen. Dies hätte für die Hunde das sichere Todesurteil bedeutet.

„Statt angemessene Strafen zu erlassen, wurde hier zum Wohl der Händler entschieden, ohne auf die bereits geschundenen und traumatisierten Welpen Rücksicht zu nehmen. Das ist nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und ein völlig falsches Zeichen im Kampf gegen die weltweit agierende Welpenmafia, sondern auch ein Schlag ins Gesicht für alle Tierschutzorganisationen, die sich gegen den illegalen Welpenhandel engagieren. Angesichts dieser Entscheidung stellt sich die Frage, wie zukünftig mit illegalen Welpentransporten verfahren wird, die durch stichprobenartige Kontrollen auffliegen.“

Birgitt Thiesmann (52), Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN

Die konfiszierten Welpen werden in den Tierheimen bestens versorgt und medizinisch behandelt. Wenn sie gesund sind, können sie nach der Quarantänezeit in gute Hände vermittelt werden.

Der boomende Handel mit jungen Hunden, insbesondere in der Vorweihnachtszeit, ist ein ernstzunehmendes Problem, das nur durch eine strikte Regelung begrenzt werden kann.

„Um den Welpenhandel zu kontrollieren, ist eine EU-weite einheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde erforderlich. Diese ist nicht nur dringend notwendig, sondern auch realisierbar. Eine Expertengruppe von VIER PFOTEN hat das Konzept soeben im Rahnen des EU-Projekts CAROdog fertiggestellt. Andernfalls sind den illegalen Händlern keine Grenzen gesetzt.“

Thiesmann, die seit Jahren zum Thema recherchiert

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de