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Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Heimtiere – Bundesregierung sieht Verhältnismäßigkeit nicht

17.12.2015

VIER PFOTEN fordert ein nachvollziehbares System auch für Deutschland

Hamburg, 15. Dezember 2015 - Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN hat über die Grünen-Fraktion im Bundestag eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, um einen Einblick in die Pläne zur Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Heimtiere zu erhalten. Daraus geht hervor, dass die Bundesregierung trotz Drängen zahlreicher Tierschutzverbände, der Deutschen Tierärztekammer sowie der Mehrzahl der politischen Vertreter keine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen in Deutschland einführen will. Die Begründung lautet: Der bürokratische Aufwand sei zu hoch.

VIER PFOTEN kritisiert diese Aussage aufs Stärkste. Durch die Einführung eines Kennzeichnungs- und Registrierungssystems könnte der unkontrollierte und ansteigende illegale Handel mit Hunden und Katzen eingedämmt werden, da die Herkunft eines Tieres beim Kauf einfacher festzustellen wäre. Zudem könnten Tierheime entlastet werden, da entlaufene Tiere leichter wieder ihren ursprünglichen Besitzern zugeführt werden könnten und eine bessere Kontrolle von Tierpopulationen ermöglicht würde. VIER PFOTEN fordert deshalb seit Jahren ein solches System.

„Die Aussage der Bundesregierung, der bürokratische Aufwand sei zu hoch, können wir nicht als Argument gelten lassen. Tierschutz ist ein erklärtes Staatsziel der Bundesrepublik und muss endlich einen höheren Stellenwert in der Politik unserer Bundesregierung erhalten.“

Sarah Ross, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN

Im EU-Vergleich liegt Deutschland weit zurück. Von den 28 EU-Mitgliedstaaten haben bereits 22 eine verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung für Hunde eingeführt. Für Katzen haben bereits neun Mitgliedstaaten ein entsprechendes System etabliert. Deutschland bildet hier mit Polen und der Tschechischen Republik das Schlusslicht.

VIER PFOTEN fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel der anderen EU-Staaten zu folgen und eine nachvollziehbare Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Heimtiere zu gewährleisten.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de