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Käfig-Verbot: Keine Einigung von Bund und Ländern

11.6.2015

VIER PFOTEN kritisiert vertane Chance für Legehennen

Berlin, 11. Juni 2015 – Heute Vormittag haben sich Bund und Länder bei einer Konferenz der Staatssekretäre im Bundeslandwirtschaftsministerium nicht auf eine Ausstiegsfrist aus der Kleingruppen-Käfighaltung von Legehennen einigen können. Während die Länder den Ausstieg bis 2025 forderten, setzte die Bundesregierung auf einen deutlich längeren Zeitraum. Die Stiftung VIER PFOTEN kritisiert, dass bei dem Ringen um ein gemeinsames Ausstiegsdatum offenbar nicht an das Tierwohl gedacht wird. Denn solange es keine Einigung auf eine Ausstiegsfrist gibt, wird der Antrag für das Verbot der Kleingruppenhaltung im Bundesrat nicht durchkommen.

Eine ähnliche Situation bestand bereits 2012, als ein Antrag zur Abschaffung der Kleingruppenhaltung wegen des mangelnden gemeinsamen Ausstiegsdatums abgelehnt wurde. Damit sitzen etwa fünf Millionen Legehennen in Deutschland auf unabsehbare Zeit weiterhin in winzigen Kleingruppenkäfigen.

„Ein komplettes Verbot der Käfighaltung von Legehennen ist in Deutschland überfällig. Schon vor fünf Jahren ist die Kleingruppenhaltung vom Verfassungsgericht als verfassungswidrig abgestempelt worden. Doch Bund und Länder wollen sich einfach nicht auf eine gemeinsame Linie einigen und bleiben lieber tatenlos. Im Vergleich zu den früheren Legebatterien, die bereits seit 2000 in Deutschland verboten sind, haben die Hühner in der Kleingruppenhaltung nur einen Bierdeckel mehr Platz. Extremer Platzmangel, Gitterboden und kein Tageslicht führen zu Verhaltensstörungen, Verletzungen und Krankheiten. Ein Lichtblick für die fünf Millionen leidenden Hennen ist nicht in Sicht, solange sich Bund und Länder nicht einigen!“

Dr. Martina Stephany (33), Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de