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Bundesländer einigen sich auf ein Ende des Tötens männlicher Küken

28.9.2015

VIER PFOTEN begrüßt die Initiative und appelliert an den Bundestag, das Gleiche zu tun

Hamburg, 25. September 2015 – Heute haben die Bundesländer im Bundesrat das Ende der Tötung männlicher Legehennen-Küken beschlossen. Der von Nordrhein-Westfalen eingebrachte Antrag zur Änderung des Tierschutzgesetzes zielt darauf ab, dass ab 2017 kein Tier mehr ohne vernünftigen Grund getötet werden darf, auch nicht aus wirtschaftlichen Gründen, worunter auch das Töten männlicher Küken fällt: Kurz nach dem Schlüpfen werden die Brüder von künftigen Legehennen aussortiert und getötet. In Deutschland sind jährlich zwischen 40-50 Mio. männliche Eintagsküken betroffen.

Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN begrüßt die Initiative der Bundesländer, da sie gesetzliche Verpflichtungen fordert, wo der Bundesminister Christian Schmidt mit der Wirtschaft bisher nur auf „Freiwilligkeit“ gesetzt hat.

„Der Beschluss der Bundesländer ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Nun liegt es an den Abgeordneten im Bundestag, dieser Grausamkeit endlich ein Ende zu bereiten und dem Gesetzesentwurf zuzustimmen.“

Ina Müller-Arnke, Nutztierexpertin von VIER PFOTEN

Das vor wenigen Monaten vom Bundesminister bekannt gegebene Forschungsprojekt zur Geschlechtsbestimmung im Ei ist zwar generell zu begrüßen, allerdings ist diese Methode nur eine unzureichende Lösung. Wichtig ist vor allem auch die Forschung in Richtung Bruderhahnmast und Zweinutzungshuhn.

VIER PFOTEN widmet sich seit Jahren mit Partnern aus dem Einzelhandel und der Legehennenbranche diesem Thema und zeigt, wie Alternativen aussehen können. Das Pionierprojekt „Haushuhn und Gockelhahn“, bei dem auch männliche Legehennen-Küken in artgemäßer Freilandhaltung aufwachsen, hat in Österreich einer flächendeckenden Branchenlösung für die Bio-Eierproduktion den Weg geebnet: Im Mai 2015 einigten sich die großen Brütereien, der Biodachverband und der Lebensmitteleinzelhandel darauf, dass in Zukunft für Bio-Eier keine männlichen Eintagsküken mehr getötet werden. Die konkrete Umsetzung hierzu wurde bereits im Mai 2015 begonnen und wird bis Anfang 2017 abgeschlossen sein.

VIER PFOTEN fordert die Eierbranche in Deutschland auf, diesem Beispiel zu folgen und Alternativen zu fördern und umzusetzen, um so das sinnlose Töten von Lebewesen zu stoppen.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de