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In Memoriam Heli Dungler

Misshandlung von Tieren vs. Menschen?

20.3.2019

Es gibt eine Verbindung zwischen Gewalt gegen Tieren und Gewalt gegen Menschen

Viele Gesundheits- und Sozialarbeiter, die mit Missbrauch bzw. Misshandlung von Menschen sowie häuslicher Gewalt zu tun haben, kennen die Verbindung zwischen Tierquälerei und der Gewalt gegen Menschen. Sie erkennen, dass Grausamkeit gegenüber Haustieren sowohl ein Teil als auch ein Symptom des Missbrauchs von Kindern und anderen Familienmitgliedern sein kann. Sie wissen auch, dass diese Verbindung für Tiere und Menschen gleichermaßen gefährlich werden kann.

Tiere zu missbrauchen ist nicht immer ein Zeichen von tiefen psychologischen Störungen, die meist unweigerlich zu extremer Grausamkeit Menschen gegenüber führen. Manchmal sind Menschen Tieren gegenüber grausam, um ihre Aggression loszuwerden. So wird im Affekt eine wehrlose Katze oder ein schutzloser Hund getreten. Werden die grausamen Handlungen an Tieren jedoch zu einer Gewohnheit, ist äußerste Alarmbereitschaft geboten. Untersuchungen zufolge können solche Handlungen ein Indikator für künftige Gewaltanwendungen an Menschen sein.

Ein bekanntes Beispiel für diese verknüpften Verhaltensweisen ist der amerikanische Serienmörder Ted Bundy. Als Kind musste er beobachten, wie sein Vater Tiere quälte. Später folterte er selbst unschuldige Tiere. Als Erwachsener wurde er zum Vergewaltiger und Serienmörder; mindestens 30 Morde gingen auf sein Konto.
 
Zu verstehen, dass diese Verbindung besteht und wie sie funktioniert kann dazu beitragen, den schrecklichen „Zyklus der Gewalt“ zu durchbrechen.

Der Zyklus der Gewalt

Missbrauch wird beobachtet …

  • Je mehr Kinder Gewalt an Tieren beobachten (müssen), desto stärker werden sie desensibilisiert
  • Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen beginnen Kinder Haustiere zu verletzen (da sie auf die beobachtete Situation reagieren)
  • Kinder missbrauchen Tiere, um andere emotional zu missbrauchen

… Menschen quälen Heimtiere…

  • um dunkle Fantasien auszuleben
  • um ihre Fähigkeiten zu töten zu üben
  • um mit Missbrauch fertig zu werden, den sie selbst erlebt haben

… bevor sie Menschen missbrauchen

  • als Mittel, um andere Menschen zu bedrohen oder zu erpressen (Familienmitglieder, die Angst um ihr Haustier haben, tun fast alles, was der Täter will)
  • als Waffe für emotionalen Missbrauchs (Familienmitglieder sollen das Leiden ihres Haustieres beobachten)
  • als Machtmittel (der Täter will andere kontrollieren - normalerweise Familienmitglieder)

Wie können Heil- und Hilfsberufe und Tierschutzorganisationen zusammenarbeiten?

Sozialdienste, Ärzte, Mitarbeiter in Heilberufen, Tierärzteschaft und Tierschutzorganisationen müssen die Verbindung zwischen Gewalt an Tieren und häuslicher Gewalt verstehen und erkennen können sowie miteinander arbeiten. Wer Ansätze von Gewalt an einem Menschen oder Tier entdeckt und den Zusammenhang kennt, muss unbedingt Bericht erstatten. So kann ein aufmerksamer Tierarzt u.U. das Leben eines Menschen retten und eine wachsame Erzieherin das Leben eines Tieres.