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Wildtiere im Zirkus 

1.11.2018

Elefanten, Großkatzen und andere Wildtiere können in fahrenden Zirkussen nicht artgemäß gehalten werden

Zur Zeit reisen ca. 100 Zirkusse mit 300 Wildtieren, darunter Elefanten, Großkatzen oder Giraffen, durch Deutschland. Ein fahrender Zirkus kann auf die anspruchsvollen Bedürfnisse von Wildtieren keine Rücksicht nehmen. Der Betrieb wechselt ständig den Standort, Käfige und mobile Gehege müssen Platz sparend transportiert und schnell auf- und abgebaut werden. So leben Tiger, Löwen & Co. die meiste Zeit in viel zu engen Transportwagen oder Gehegen. Durch den häufigen Ortswechsel und die ständige Nähe zu fremden Menschen leiden sie unter permanentem Stress. Eine artgerechte Haltung von Wildtieren in Zirkussen ist nicht möglich.

Ein Verbot bestimmter Wildtierarten hat der Bundesrat bereits in den Jahren 2003 und 2011 und zuletzt im März 2016 zum dritten Mal gefordert. Inzwischen haben 26 EU-Staaten die Haltung von Wildtieren in fahrenden Zirkussen bereits untersagt oder zumindest eingeschränkt, oder diesen Schritt angekündigt. Auch weltweit gibt es immer mehr Länder mit Wildtier-Verboten in Zirkussen. Deutschland ist hier inzwischen zu einem tierschutzpolitischen Negativbeispiel geworden.

Tierquälerei in der Manege

VIER PFOTEN setzt sich vehement für ein EU-weites Verbot von Wildtieren im Zirkus ein. Ein Zirkus kann keine adäquate Unterbringung für Wildtiere bieten: In den viel zu kleinen Käfigwagen oder Gehegen haben sie kaum Bewegungsmöglichkeiten und entgegen ihrer natürliche Verhaltensweisen werden sie mit Artgenossen, anderen Tierarten oder alleine gehalten. Dies sind nur einige wenige Beispiele der tierquälerischen Haltung von Wildtieren im Zirkus.

Viele Zirkustiere, z.B. Elefanten müssen in der Manege unnatürliche und belastende Tricks zeigen – und nicht immer sind die Trainingsmethoden tierfreundlich und schmerzfrei. Die wenige Zeit, die sie außerhalb ihrer beengten Unterbringung verbringen, wird entweder für das Training oder den Auftritt vor Publikum genutzt. Lärm, Lichteffekte und Menschenmassen stressen die sensiblen Tiere. Das und die fehlenden Bewegungsmöglichkeiten  führen bei Zirkustieren in den vielen Fällen zu Verhaltensauffälligkeiten und stereotypen Verhaltensmustern.

Am Ende des Leidensweges ist für das hart erarbeitete und wohlverdiente Gnadenbrot schlimmstenfalls kein Geld vorhanden. Das Schicksal ausrangierter Zirkustiere bleibt oft ungewiss.

Nur ein konsequentes Haltungsverbot von Wildtieren im Zirkus kann das Leid dieser Tiere beenden. Die Rechtslage für Zirkustiere in Deutschland ist leider immer noch vollkommen ungenügend.

Warum Wildtiere nicht
in den Zirkus gehören

  • Das ständige Reisen:  Bis zu 40 Mal pro Saison wechseln Zirkusse ihren Standort. Durch den damit verbundenen ständigen Auf- und Abbau der Gehege verbringen die Tiere viel zu viel Zeit in engen Transport wagen oder in Boxen. Die Aufenthaltsdauer in den winzigen Zirkuswagen steht oftmals in keinem Verhältnis zu der eigentlichen Fahrtzeit zwischen den Gastspielorten. Die Belastung von Zirkustieren durch Transport sowie Be- und Entladen sind in wissenschaftlichen Studien ausdrücklich beschrieben.

  • Umgebung im Zirkuszelt: Stetiger Lärm durch die Musik, Ansprachen und lautstarken Applaus, unnatürliches Licht sowie hohe Temperaturen im Zirkuszelt. Das alles hat mit einem naturnahen Umfeld nichts gemeinsam.

  • Viel Langeweile – wenig Platz: Wildtiere wollen das tun, was sie auch in der freien Natur tun würden. Je nach Art wollen sie jagen, fressen, klettern, graben, baden und vieles mehr. In den engen Käfigen in meist städtischer Umgebung ist dafür jedoch schlicht kein Platz. Lediglich einen kleinen Teil des Tages sind sie während des Trainings oder in der Manege beschäftigt. Viele Tiere zeigen Verhaltensstörungen als Folge von Langeweile und Platzmangel.

  • Atypische Sozialstrukturen: Tiere werden im Zirkus häufig in unnatürlichen Sozialstrukturen gehalten. In freier Wildbahn leben Elefanten in in Familienverbänden, im Zirkus werden die hochsozialen Tiere im schlimmsten Fall einzeln oder in nicht miteinander verwandten kleingruppen gehalten. Löwen leben in der freier Wildbahn in Rudeln von bis zu 30 Tieren. Tiger hingegen sind Einzelgänger. In Zirkusbetrieben kann darauf keine Rücksicht genommen werden.

  • Dressur und Auftritte: Die in Zirkussen gezeigten Tiernummern sind das Ergebnis fragwürdiger Trainingsmethoden, die auf menschlicher Dominanz und schlimmstenfalls Gewalt beruhen, und keineswegs – wie gern behauptet wird – eine „Abwechslung“ oder eine „verhaltensgerechte Beschäftigung“ im bewegungsarmen Alltag der Tiere. Stattdessen müssen Zirkustiere in der Manege häufig unnatürliche, artistische Bewegungen zeigen.  

  • Fragwürdige Aufzucht der Tiere: In vielen Fällen werden Zirkustiere zu früh vom Muttertier getrennt und von Menschenhand aufgezogen. Diese unnatürliche Prägung auf Menschen macht die Wildtiere erst dressierbar.

  • Schlechte Ernährung und Haltung: Viele Zirkustiere befinden sich in schlechter gesundheitlicher Verfassung, werden falsch ernährt und bei Krankheiten unzureichend betreut. Oft mangelt es an Wissen und Geld für die Tierbetreuung.

  • Ausbleibende Konsequenzen: Werden bei Kontrollen Defizite festgestellt und beispielsweise die völlig ungenügenden zirkusleitlinien nicht eingehalten, wechseln manche Zirkusse einfach den Ort und entziehen sich so dem Einfluss der Veterinärbehörden. Selbst bei groben Verstößen gegen das Tierschutzgesetz sind Behörden oft die Hände gebunden. Denn geeignete Unterbringungsmöglichkeiten wie Auffangstationen oder freie Plätze in gut geführten Tierparks fehlen.

VIER PFOTEN fordert

  • ein Verbot der Haltung von Wildtieren in Zirkussen mit angemessener Übergangsfrist.
  • die unmittelbare Beschlagnahmung und adäquate Unterbringung von Zirkustieren aus besonders schlechter Haltung sowie ein sofortiges Nachzucht- und Nachstellungsverbot.
  • die Einführung einer Positivliste für domestizierten Tierarten, die in Zirkusbetrieben gehalten werden dürfen. Strenge Vorgaben müssen ihre artgemäße Haltung sicherstellen. Zirkusse, die diese Anforderungen nicht einhalten können, sollen völlig auf Tiere verzichten.

Helfen Sie den Wildtieren im Zirkus

Ein Zirkus ist ein Ort zum Lachen und Träumen. Aber Wildtiere gehören nicht in einen Zirkus! Dass es auch anders geht, zeigen Zirkusse, die mit einem Programm ohne Tiernummern große Erfolge feiern, wie etwa der deutsche Zirkus „Flic Flac“ oder der kanadische Zirkus „Cirque du Soleil“.

Was Sie tun können

  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Wildtierverbot im Zirkus.
  • Besuchen Sie keine Zirkusse, die Wildtiere mitführen – auch nicht im Urlaub oder im Ausland.
  • Erklären Sie Ihren Kindern, warum Tiere im Zirkus leiden müssen.
  • Machen Sie vor einem Zirkusauftritt die örtlichen Medien auf die Probleme und Aspekte des Tierschutzes aufmerksam.
  • Informieren Sie VIER PFOTEN, wenn Sie von einem Zirkus mit schlechten Haltungsbedingungen erfahren.

Keine Wildtiere in deutschen Zirkussen

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition!

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