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SCHAFSWOLLE

19.10.2017

Schmerzhafte Eingriffe und wochenlange Tiertransporte – das blutige Geschäft mit der Wolle

Das Geschäft mit Wolle floriert weltweit. Hauptproduzenten sind Australien, Südamerika und Neuseeland. Wie bei allen Massenproduktionen, bei denen Nutztiere eine Rolle spielen, gibt es auch bei der Gewinnung von Wolle und der Haltung der Schafe große Tierschutzprobleme.

Mulesing: Tierquälerische Prozedur ohne Betäubung

Beim sogenannten „Mulesing“ werden Schafen ohne Betäubung große Streifen Fleisch in der Nähe des Schwanzes herausgeschnitten. Diese tierquälerische Prozedur wird hauptsächlich in Australien betrieben. Grund für das Mulesing ist die sogenannte Myiasis (Fliegenmadenbefall), die durch das Entfernen der Haut verhindert werden soll. Mulesing bietet keinen hundertprozentigen Schutz gegen den Befall durch Fliegenmaden – denn beim Fliegenmadenbefall spielen viele Faktoren eine Rolle. VIER PFOTEN spricht sich vehement gegen die Anwendung von Mulesing aus.

Wochenlange Lebendtransporte von Schafen

Ein weiteres Tierschutzproblem: Die wochenlangen Transporte von Schafen. Von Australien aus werden unzählige Schafe auf große Schiffe verladen und über Wochen hinweg in den Nahen Osten transportiert. Für die Tiere bedeutet diese Reise nicht nur unglaublichen Stress, viele Tiere sterben aufgrund von Wasser- oder Platzmangel. Der dadurch entstehende Verlust von Tieren wird von den Produzenten in Kauf genommen. 

VIER PFOTEN setzt sich für verantwortungsvolle Wolle ein

VIER PFOTEN ist Teil der Arbeitsgruppe „Responsible Wool Standards“. Diese Arbeitsgruppe will die Bedigungen für Schafe in der Wollproduktion nachhaltig verbessern. Wir fordern die Industrie auf, endlich Verantwortung für die Lieferkette von Produkten mit verarbeiteter Wolle zu übernehmen. Das gilt für alle Firmen und Modehersteller, die tierische Fasern verwenden. Die massiven Tierschutzprobleme in der Wollproduktion müssen mit Hilfe eines internationalen Standards in Angiff genommen werden. VIER PFOTEN setzt sich dabei für die höchstmöglichen Anforderungen für das Wohl der Schafe ein – das gilt für die Haltung ebenso wie für den Transport und die Schur.

WAS SIE TUN KÖNNEN

Ihre täglichen Entscheidungen machen einen Unterschied!

  • Die tierfreundlichste Entscheidung ist es natürlich, gar keine Wolle zu kaufen oder zu verwenden. Es gibt heute in vielen Bereichen hervorragende Alternativen.

  • Wenn Sie nicht auf Wolle verzichten möchten, greifen Sie auf regionale Schafswolle-Produkte zurück. Denn bei regionalen Betrieben können Sie sich selbst ein Bild davon machen, wie es den Tieren geht.

  • Recherchieren Sie im Internet, ob Firmen eine Policy oder Position zu der Beschaffung von Wolle ins Leben gerufen haben. Wenn Sie auf der Website nichts dazu finden, schreiben Sie die Firmen direkt an und fragen Sie, woher die Wolle stammt, wie die Tiere gehalten werden und auf welche Weise das Unternehmen sich für eine tierfreundliche Lieferkette einsetzt.

  • Unterstützen Sie uns bei unserem Einsatz für eine tierfreundlichere Wollproduktion.