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Tiertransporte

12.4.2019

Hunger, Durst, Enge und gebrochene Glieder: Lebendtiertransporte sind für Tiere oft Höllenqual

Jährlich werden über eine Milliarde Geflügel und 37 Millionen lebende Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde grenzüberschreitend innerhalb der EU sowie in und aus Drittstaaten transportiert. Tiertransporte verursachen oft massive Tierschutzprobleme durch zu lange Transportzeiten und sehr schlechte Transportbedingungen. Eng zusammengepfercht stehen die Tiere tage- und wochenlang in den Transportern. Sie leiden unter enormer Hitze oder Kälte, Durst, Hunger, Stress und Angst.

Tiertransporte finden nicht nur auf der Straße statt, sie machen auch vor dem Seeweg nicht halt. Tage und Wochen müssen die Tiere auf engem Raum auf den Schiffen stehen. Immer wieder werden völlig entkräftete Tiere mithilfe eines Krans von Bord gehievt. Viele der Lebewesen überleben die Tortour nicht und verenden qualvoll auf Ihrer Reise über das Mittelmeer. 

Vor allem die zur Schlachtung bestimmten Tiere werden meist über mehrere Tage unsachgemäß transportiert, wobei es zu schweren Verletzungen und grausamen Todesfällen kommt. Aber oft sind es gerade die als Zuchttiere deklarierten Tiere, die trächtig tagelang über mehrere tausend Kilometer weit transportiert werden. Auf den Transporten kommt es immer wieder zu Frühgeburten. In vielen Zielländern gelten keine Tierschutzstandards und ein Aufbau von Zuchtpopulationen mit europäischen Hochleistungsrassen ist dort gar nicht möglich. Die Tiere, welche die Höllenfahrt überleben, werden dort nach der Geburt ihres Kalbes abgemolken, danach erwartet sie ein grausamer Tod. 

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Seit 2007 gilt die EU-Verordnung 1/2005 für den Schutz von Tieren beim Transport. Doch diese ist mehr als fragwürdig und muss dringend überarbeitet werden. Schon wenn gewisse Voraussetzungen am Fahrzeug erfüllt sind, ist es erlaubt, Schweine 24 Stunden ohne Pause und Rinder 29 Stunden inklusive einer Stunde Pause zu transportieren und diese Zeitspannen beliebig oft zu wiederholen, so dass die Tiere tage- bis wochenlang unterwegs sind. Vorgeschriebene Pausen verbringen die Tiere oftmals auf dem Lkw. Nach großen Protesten wurde eine Überarbeitung der Verordnung von der EU-Kommission angekündigt, aber immer wieder verschoben. Nachdem der Bericht des EU-Agrarausschusses gravierende Verstöße beim Handel mit Tieren festgestellt hat, fordert nun das EU-Parlament schärfere Regeln für Tiertransporte. 

Die Regierungen aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark haben die Europäische Kommission dazu aufgefordert, das EU Tiertransportgesetz (Verordnung (EG) Nr. 1/2005) zu überarbeiten. Schweden hat sich  angeschlossen und will ebenfalls eine Überarbeitung verwirklichen. 

Auch die restlichen Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten müssen sich dafür einsetzen, und die Europäische Kommission stärker unter Druck setzen, damit bessere Transportbedingungen für die Tiere geschaffen und Langstreckentransporte endlich verboten werden. 

Obwohl 2015 der europäische Gerichtshof entschieden hat, dass die EU-Tierschutzvorgaben für Tiertransporte auch über die EU-Grenzen bis zum Zielort hinaus gelten, wird dies nachweislich nicht eingehalten. Die Mitgliedsstaaten müssten hier viel stärker tätig werden und keine Transpirtgenehmigungen mehr erteilen, wenn der Tierschutznicht sichergestellt werden kann.  

vier Pfoten fordert

  • Ein Verbot von Langzeittransporten lebender Tiere in Drittstaaten
  • Die Auflösung aller bestehender Abkommen zum Export lebender Tiere in Drittländer
  • eine Begrenzung der Transportdauer lebender Tiere auf maximal 8 Stunden
  • Schlachtung von Tieren am nächstgelegenen, geeigneten Schlachthof
  • Mehr unangekündigte Kontrollen und schärfere Sanktionen bei Verstößen
  • Transport von Fleisch anstelle von Schlachttieren
  • Umsetzung von Alternativen zum Zuchttiertransport, wie etwa Samen-Transfer
  • Überarbeitung der EU-Tiertransportverordnung (insbesondere zu Transportzeiten, Platzangebot, Temperaturen)