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Tiertransporte

19.10.2017

Hunger, Durst, Enge und gebrochene Glieder: Lebendtiertransporte sind für Tiere oft Höllenqual

Jährlich werden über eine Milliarde Geflügel und 37 Millionen lebende Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Pferde grenzüberschreitend innerhalb der EU und in beziehungsweise aus Drittstaaten transportiert. Tiertransporteverursachen oft massiven Tierschutzprobleme durch zu lange Transportzeiten und schlechte Transportbedingungen. Vor allem die zur Schlachtung bestimmten Tiere werden oft über mehrere Tage unsachgemäß transportiert, wobei es zu schweren Verletzungen und grausamen Todesfällen kommt. Zudem werden viele Tiere an verschiedenen Orten gezüchtet, aufgezogen und geschlachtet, was die Transportzeiten pro Tierleben noch weiter erhöht.

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Seit 2007 gilt die EU-Verordnung 1/2005 für den Schutz von Tieren beim Transport. Doch diese ist mehr als fragwürdig und muss dringend überarbeitet werden. Schon wenn gewisse Voraussetzungen am Fahrzeug erfüllt sind, ist es erlaubt, Schweine 24 Stunden ohne Pause und Rinder 29 Stunden mit einer Stunde Pause zu transportieren. Mehr als einen ganzen Tag verbringen die Tiere in den Transportern! Nach großen Protesten wurde eine Überarbeitung der Verordnung von der EU-Kommission angekündigt, aber immer wieder verschoben.

Missstände beim tiertransport

  • Überschreitung der zulässigen Ladedichte
  • Ladedichten, die keine normale Sitzhaltung oder Ruheverhalten erlauben
  • Unzureichende Höhe in Transportmitteln, insbesondere beim Transport von Rindern in doppelstöckigen Transportmitteln 
  • Fehlende beziehungsweise defekte oder ungeeignete Tränkevorrichtungen
  • Transport von nicht transportfähigen, kranken Tieren und Tieren mit gebrochenen Gliedmaßen
  • Transport von hochträchtigen Tieren
  • Todesfälle während des Transports, besonders bei Geflügel
  • Rangkämpfe zwischen Tieren aus verschiedenen Herkunftsställen
  • Grobe Behandlung kleiner Tiere wie Kaninchen und Geflügel, die zu Knochenbrüchen und heftigen Angstreaktionen führen
  • Ungeeignete Verladerampen
  • Fehlende Zulassung als Transportunternehmer bzw. fehlender Befähigungsnachweis des Transporteurs sowie fehlende Zulassung des Transportmittels 
  • Rücksichtslose Fahrweise: schlecht ausgebildete und schlecht bezahlte Fahrer ohne Routenplan
  • Überschreitung der zulässigen Beförderungsdauer sowie Nichteinhaltung der Ruhezeiten

vier Pfoten fordert

  • Gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen setzen wir uns dafür ein, dass auf europäischer Ebene die EU-Tiertransportverordnung nicht nur überarbeitet, sondern vor allem konsequent umgesetzt wird.

  • Die Regierungen aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark haben die Europäische Kommission schon dazu aufgefordert, das EU Tiertransportgesetz (Verordnung (EG) Nr. 1/2005) zu überarbeiten. Schweden hat sich angeschlossen und will ebenfalls eine Überarbeitung verwirklichen.

  • Nun sollen sich auch die restlichen EU Regierungen dafür einsetzen und die Europäische Kommission unter Druck setzen, damit bessere Transportbedingungen für die Tiere geschaffen und Langstreckentransporte endlich abgeschafft werden.

Was sie tun können

  • Durch Ihre Kauf- und Ernährungsgewohnheiten entscheiden Sie Tag für Tag, wie Tiere gehalten und behandelt werden. Setzen Sie ein Zeichen gegen Tiertransporte, indem Sie Fleisch und Produkte tierischen Ursprungs so oft wie möglich durch pflanzliche Alternativen ersetzen.

  • Wenn Sie Fleisch kaufen, achten Sie beim Fleisch immer darauf, dass das Tier in Deutschland geboren, gemästet und geschlachtet wurde, um Langstreckentransporte zu vermeiden.