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Tiertransporte in Deutschland - eine chronik

19.3.2019

Aktuelle Entwicklungen seit 2018

2019 kam Schwung in die politische Entwicklung in der Thematik rund um Lebendtiertransporte in Drittstaaten. Eine Amtsveterinärin in Landshut, Bayern verweigerte die Genehmigung eines 5000 Kilometer-langen Tiertransportes einer trächtigen Kuh nach Usbekistan. Hintergrund war ein juristisches Gutachten, das besagte, Amtstierärzte würden sich der Beihilfe zur Tierquälerei schuldig machen, wenn sie trotz des Wissens um die Transport- und späteren Schlachtbedingungen im Zielland solche Transporte genehmigten. Der zuständige Landrat stärkte der Amtsveterinärin in ihrer Entscheidung den Rücken.

Es folgten weitere Amtstierärzte, die ebenfalls ähnliche Transporte nicht mehr genehmigten, bis schließlich ganze Bundesländer, angefangen mit Schleswig-Holstein, nachfolgend Hessen und Bayern einen vorläufigen Export-Stopp solcher Tiertransporte anordneten. Betroffen von dem Export-Stopp sind insbesondere die Türkei, Länder im Nahen Osten, im Maghreb und asiatische Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. In diesen Ländern entsprechen die Tierschutzstandards nicht den in der EU gültigen Tieschutz-Standards. Diese müssen jedoch auch über EU-Grenzen hinaus eingehalten werden.

Der Transport von lebenden Tieren führt oft zu unhaltbaren Missständen. VIER PFOTEN fordert ein bundesweites Verbot von Langstreckentransporten lebender Tiere in Länder außerhalb der EU. Die deutsche Politik muss hier ein Zeichen setzen und den Export lebender Tiere in Drittstaaten außerhalb der EU stoppen und sich auch auf europäischer Ebene für ein Export-Verbot einsetzen.

2019

Tiertransporte in Drittstaaten: Forderungen an die Agrarministerkonferenz

Zusammen mit Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V., Peta Deutschland und Ärzte gegen Massentierhaltung haben wir uns in einem offenen Brief an die Agrarministerkonferenz gewandt um Tiertransporte in Drittstaaten außerhalb der EU in Zukunft unverzüglich zu verbieten. 

Offener Brief an Barbara Otte-Kinast

In einem offenen Brief fordert das Bündnis Tierschutzpolitik die Niedersächsische Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft und Verbraucherschutz dazu auf, Tiertransporte aus Niedersachsen in Drittstaaten zu beenden. 

20.3.2019

Eil-Appell an den Landrat von Aurich

Das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein hat in einer Eil-Entscheidung beschlossen, dass 21 Rinder aus dem Kreis Steinburg nach Aurich in die Tiersammelstelle gebracht werden dürfen. Von dort sollen sie lebend weiter nach Marokko transportiert werden. 
In einem Eil-Appell fordern wir Herrn Landrat Weber sowie die AmtsveterinärärztInnen dazu auf, sich gegen die Verbringung der Tiere nach Marokko zu stellen.

1.3.2019

Offener Brief an Ministerin Julia Klöckner

Zusammen mit den Tierärzten für verantwortliche Landwirtschaft und weiteren Organisationen haben wir einen offenen Brief an die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner, die im Bundestag vertretenen Parteien und die zuständigen Ministerien in den Bundesländern  geschickt, in dem wir unter anderem das längst überfällige Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten fordern.

27.2.2019

Veterinärärztin aus Landshut stoppt Tiertransport nach Usbekistan

Im Januar dieses Jahres Januar eine Veterinärärztin aus Landshut die Transportgenehmigung einer hochträchtigen Kuh nach Usbekistan verweigert hat. Jetzt haben auch die Landkreise Passau und Freyung-Grafenau nachgezogen und erteilen keine Vorzeugnisse für die grenzüberschreitenden Langzeittransport von Lebendtieren mehr.Die Landkreise wollen dies nur noch tun, falls der Freistaat Bayern die Verantwortung übernimmt. Wir begrüßen die Entscheidung der Verantwortlichen und hoffen, dass sich noch viele Landkreise anschließen.

VIER PFOTEN nimmt diesen Fall zum Anlass, erneut an Bundesministerin Julia Klöckner zu appellieren, alle Lebendtiertransporte in EU-Drittstaaten zu beenden und dafür Sorge zu tragen, dass bis dahin die geltenden Verordnungen für die Verbringung von Lebendtieren in EU-Drittstaaten nicht nur verschärft werden, sondern auch endlich vollständig umgesetzt und eingehalten werden. Wir sind es den Tieren schuldig, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun, um ihr Leid so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus möchten wir wissen, was das Ministerium in dieser Legislatur unternommen hat, um die Situation für die Tiere zu verbessern und ob man den Austausch mit den Veterinärämtern sucht.

7.2.2019
2018

Offener Brief an den Agrarausschuss

Gemeinsam mit acht Tierschutz- und Tierärzteorganisationen fordern wir in einem gemeinsamen offenen Brief an den Agrarausschuss des Bundestags einen sofortigen Stopp der Schlachttierexporte in Drittstaaten sowie ein Aussetzen der Zuchttiertransporte.

Das Bündnis für Tierschutzpolitik fordert von der Bundesregierung, auf einzelstaatliche Abkommen zu Lebendexporten von Schlachttieren gänzlich zu verzichten und die damit verbundenen Höllenfahrten zu stoppen. Dieses Ziel muss in der nationalen Nutztierstrategie verankert werden, wenn die Bundesregierung die Gesetze zum Schutz der Tiere ernst nimmt.

Jährlich verlassen Millionen Tiere die Europäische Union, um eine leidvolle und lange Reise in Drittländer anzutreten. Häufige Ziele dabei sind die Türkei, Nordafrika und der Nahe Osten. Oft fehlt es an Nahrung, Wasser und notwendiger tierärztlicher Versorgung. Viele Tiere verenden qualvoll auf ihrer Reise über das Mittelmeer.

20.3.2018