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Rinder auf der Weide (C) VIER PFOTEN

Fragen & Antworten zu „Tierschutz-kontrolliert“ bei Rindern

Alles Wichtige zum Gütesiegel bei Mastrindern

Was genau zeichnet die Haltung der Mastrinder nach den „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien aus?

Die Ställe sind weitaus größer und bieten mehr Platz als gesetzlich vorbeschrieben. Es müssen zudem ausreichend Bewegungs- und Liegeflächen angeboten werden. Die Anbindehaltung, die laut Gesetz zulässig wäre, ist komplett verboten. Laufställe sind verpflichtend für „Tierschutz-kontrolliert“-Betriebe. Ebenso ist die Haltung in Vollspaltenbuchten verboten. Der Großteil der Mastrinder lebt in den Sommermonaten auf österreichischen Almen. Und: Die Transportzeiten dürfen nicht mehr als vier Stunden betragen. Das alles wird in unangemeldeten Kontrollen regelmäßig überprüft. Dabei wird nicht nur der Stall, sondern vor allem auch das Wohlbefinden der Tiere begutachtet.

Was ist der Unterschied zwischen den Stufen „Silber“ und „Gold“ der Gütesiegel?

Die Hauptunterschiede zwischen der „Silber“- und der „Gold“-Stufe bei „Tierschutz-kontrolliert“ liegen unter anderem darin, dass beim „Gold“-Standard ein zusätzlicher Laufhof verpflichtend vorgeschrieben ist. Außerdem dürfen beim „Gold“-Gütesiegel die Tiere gar nicht enthornt werden, was in der „Silber“-Stufe unter Sedierung, Schmerzausschaltung und Schmerzbehandlung erlaubt ist.

Was unterscheidet „Tierschutz-kontrolliert“-Mastrinder von Mastrindern aus konventioneller Haltung?

Neben der Einhaltung der gesetzlichen Tierschutz-Mindestanforderungen verpflichten sich alle Teilnehmer zur ordnungsgemäßen Umsetzung der „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien, welche deutlich höhere Anforderungen als die gesetzlichen Vorgaben stellen.

Der Mehrwert für Mastrinder, die im Rahmen des „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegelprogrammes gehalten werden, lässt sich wie folgt zusammenfassen:

1.) Mehr Platz im Stall: Die Rinder haben wesentlich mehr Platz, als es im Gesetz vorgeschrieben ist.

2.) Verbesserte Stallumgebung: Sowohl Anbindehaltung als auch Vollspaltenböden sind beim Gütesiegel verboten. Das verbessert die Lebensbedingungen der Rinder erheblich.

3.) Frische Luft und Weidegang: Die Rinder dürfen im Sommer auf die Weiden der österreichischen Almen und können Sonne und frische Luft genießen.

4.) Geprüftes Tierwohl: Zusätzlich zu strengen Vorgaben in der Tierhaltung werden beim „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel auch noch tierbezogene Parameter erhoben sowie die Bereiche Transport und Schlachtung überprüft.

5.) Strenge Kontrollen: Die Einhaltung der „Tierschutz-kontrolliert“-Anforderungen wird bei allen Teilnehmern jährlich von unabhängigen, staatlich akkreditierten Kontrollstellen überprüft.

Was unterscheidet „Tierschutz-kontrolliert“-Mastrinder von Mastrindern aus Bio-Haltung?

Die Produktion tierischer Produkte nach Bio-Richtlinien beinhaltet neben Vorgaben für die Tierhaltung auch Vorgaben in weiteren Bereichen wie zum Beispiel der pflanzlichen Erzeugung, der Bodenbewirtschaftung und Düngung oder der Kennzeichnung der Produkte.

Bei der Haltung von Mastrindern nach den „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien liegt der Fokus auf strengen Vorgaben in der Tierhaltung sowie auf Transport und Schlachtung. Mit Hilfe sogenannter tierbezogener Parameter können Gesundheitsstatus sowie Befinden der einzelnen Tiere erhoben werden.

Außerdem ist die Anbindehaltung unter keinen Umständen erlaubt, im Gegensatz zur Bio-Haltung. „Tierschutz-kontrolliert“-Betriebe dürfen Eingriffe an den Tieren (zum Beispiel Enthornung oder Kastration) nur unter Einhaltung strenger Vorgaben durchführen.

Bio und „Tierschutz-kontrolliert“ haben also unterschiedliche Schwerpunkte und Richtlinien. Sie schließen sich aber nicht gegenseitig aus: Auch Bio-Betriebe können sich zusätzlich mit dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel auszeichnen lassen, um in puncto Tierschutz eine weitläufige Verbesserung zu gewährleisten.