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Ein Kind füttert mehrere junge Kühe

Fragen & Antworten zu „Tierschutz-kontrolliert“ für Milchrinder

Alles, was Sie über das Gütesiegel für Milch wissen möchten

Was genau zeichnet die Haltung der Milchrinder nach den „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien aus?

In Deutschland werden etwa 4,3 Millionen Milchkühe gehalten. Insbesondere in Süddeutschland ist die Anbindehaltung noch weit verbreitet. Für Rinder ab dem Alter von sechs Monaten gibt es in Deutschland keine gesetzlichen Mindestanforderungen. Der „Tierschutz-kontrolliert“-Standard regelt die Haltung und das Management der Kühe sehr detailliert, so dass ein hohes Maß an Tierwohl garantiert werden kann.

So ist zum Beispiel das Platzangebot für die Kühe und Kälber vorgegeben. Außerdem müssen ausreichend Bewegungs- und Liegeflächen angeboten werden. Die Anbindehaltung ist strikt verboten. In den Sommermonaten, aber auch zum Teil in den Wintermonaten haben die Tiere Weidegang. Das alles wird in unangemeldeten Kontrollen regelmäßig überprüft. Dabei wird nicht nur der Stall, sondern vor allem auch das Wohlbefinden der Tiere begutachtet.

Was ist der Unterschied zwischen „Silber“ und „Gold“ in der Milchrind-Richtlinie bei „Tierschutz-kontrolliert“?

Der Hauptunterschied zwischen der „Silber“- und der „Gold“- Stufe bei „Tierschutz-kontrolliert“ liegt darin, dass beim „Gold“-Standard mutter- beziehungsweise ammengebundene Kälberaufzucht vorgeschrieben ist. Auf Betrieben, welche die „Gold“-Anforderungen umsetzen, wird zusätzlich zum hohen Tierwohl-Standard garantiert, dass die Kälber über einen längeren Zeitraum am Euter bei der Mutterkuh oder einer Ammenkuh saugen können. Außerdem steht den Milchkühen und Kälbern noch mehr Platz als im „Silber“-Standard zur Verfügung und es wird noch mehr Weidegang angeboten. 

Was unterscheidet die „Tierschutz-kontrolliert“-Milchrinder von Milchrindern aus konventioneller Haltung?

Neben der Einhaltung der gesetzlichen Tierschutz-Mindestanforderungen verpflichten sich alle Teilnehmer zur ordnungsgemäßen Umsetzung der „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien, welche deutlich höhere Anforderungen als die gesetzlichen Vorgaben stellen.

Der Mehrwert für Milchrinder, die im Rahmen des „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegelprogrammes gehalten werden, lässt sich wie folgt zusammenfassen:

1.) Mehr Platz im Stall: Die Rinder freuen sich über wesentlich mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben.

2.) Verbesserte Stallumgebung: Das Verbot der Anbindehaltung trägt zu einer deutlichen Verbesserung des Tierwohls bei.

3.) Frische Luft und Weidegang: Ganzjährig werde die Kühe in Außenklimaställen gehalten oder können einen Auslauf nutzen. Die Sommermonate dürfen die Tiere  auf Weiden verbringen und können somit Sonne und frische Luft genießen.

4.) Zusätzlich zu strengen Vorgaben in der Tierhaltung werden beim „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel auch das Wohlbefinden der Tiere sowie der Transport und die Schlachtung überprüft.

5.) Die Einhaltung der „Tierschutz-kontrolliert“-Richtlinien wird bei allen Teilnehmern jährlich von unabhängigen, staatlich akkreditierten Kontrollstellen überprüft.

Was unterscheidet die „Tierschutz-kontrolliert“-Milchrinder von Milchkühen aus Bio-Haltung?

Im Bereich der biologischen Landwirtschaft ist die Tierhaltung nur ein Teilbereich, der geregelt wird. Einige andere Aspekte sind bei Bio-Produktion mitberücksichtigt, wie zum Beispiel der Pflanzenbau und Düngung. Vorrangiges Ziel ist es, natürliche Kreisläufe zu fördern und eine nachhaltige Form der Landwirtschaft zu schaffen.

„Tierschutz-kontrolliert“ schließt Bio nicht aus, fokussiert sich aber noch mehr auf das Tierwohl und hat in manchen Bereichen umfassendere Regelungen als die Bio-Zertifizierung. So ist die Anbindehaltung bei „Tierschutz-kontrolliert“ unter keinen Umständen erlaubt. Außerdem werden das Wohlbefinden der Tiere und die Tiergesundheit durch Tierbeurteilungen erfasst und es gibt strenge Vorgaben für Transport und Schlachtung.

Auch Bio-Betriebe können sich zusätzlich mit dem „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel auszeichnen lassen, um in puncto Tierschutz eine weitläufige Verbesserung zu gewährleisten.