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Ferkelkastration

25.10.2018

Wie junge Schweine ohne Betäubung kastriert werden – und
welche Alternativen es gibt

In der Schweinehaltung werden Ferkel schon sehr früh kastriert – meist ohne Betäubung. Dies ist äußerst schmerzhaft für die Tiere. Begründet wird die Kastration damit, dass unangenehmer Ebergeruch im Fleisch verhindert werden soll. Ebergeruch tritt jedoch äußerst selten und nur beim Erhitzen des Fleisches auf. Geruchsbelastetes Fleisch kann bereits am Schlachthof aussortiert und kalt verarbeitet werden, zum Beispiel als Wurst.

So werden Ferkel im Alter von wenigen Tagen ohne Betäubung kastriert.
 

Tierquälerei für billiges Fleisch

Der Grund, warum bei Schweinen keine Betäubungspflicht für eine chirurgische Kastration besteht, wohl aber bei Hunden und Katzen, besteht allein in den anfallenden Kosten, die durch eine Betäubung entstehen. Kastrationen ohne Betäubung dürfen vom Landwirt selbst durchgeführt werden, wogegen eine Anästhesie nur von einem Tierarzt verabreicht werden darf. Die eingesparten Tierarztkosten durch das Weglassen einer Betäubung machen die Produktion von billigem Schweinefleisch noch effizienter – auf Kosten der Tiere.

Ab dem 01.01.2019 soll die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland verboten werden. Es wird jedoch über dieses Verbot hinaus voraussichtlich keine konkreten Vorgaben geben, welche Betäubungsmethoden erlaubt werden und welche nicht. Dies ist jedoch wichtig, denn einige Betäubungsmethoden haben beispielsweise eine zu geringe Betäubungswirkung oder sind in der Anwendung mit großem Stress für die Tiere verbunden.

Es gibt Alternativen

Dabei gibt es tierfreundlichere Alternativen wie die Ebermast oder die Impfung gegen Ebergeruch, bei der keine chirurgischen Kastrationen durchgeführt werden. Die Betäubung mit Vollnarkose ist ebenfalls eine akzeptable Alternative, wenn auf die Kastration nicht verzichtet werden kann.

Verbot der betäubungslosen Kastration in Deutschland ab 2019?

Ab dem 01.01.2019 soll die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland verboten werden. Das Verbot steht seit 2013, es wurden jedoch in den vergangenen Jahren weder von der Bundesregierung noch von den Interessensvertretern der Schweinehalter ausreichend Anstrengungen unternommen, die vorhandenen Alternativen in die Praxis umzusetzen. Stattdessen wurde eine Fristverlängerung um weitere zwei Jahre vorangetrieben. Die Entscheidung hierzu steht noch aus. Ziel der Fristverschiebung ist vonseiten der Landwirtschaftsindustrie, die Lokalbetäubung, die in Deutschland noch nicht zugelassen ist, zu legalisieren. Dies würde den geringsten Aufwand für die Tierhalter bedeuten. Die Injektion der Lokalbetäubung ist jedoch sehr schmerzhaft für die Ferkel und die Betäubung selbst auch nicht ausreichend für den Eingriff der Hodenentfernung.

Vier pfoten fordert

  • ein generelles Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration.

  • keine Erlaubnis von nicht tierschutzgerechten Alternativen wie z.B. der Lokalanästhesie (4. Weg).

  • Erlaubnis und Definition ausschließlich tierschutzgerechter Alternativen wie z.B. Ebermast oder Impfung gegen Ebergeruch oder Kastration unter Betäubung mittels Vollnarkose.