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Ebermast

6.7.2017

Aufzucht männlicher Ferkel in der Ebermast – ohne schmerzhafte Ferkelkastration

In manchen Ländern – wie zum Beispiel Großbritannien – wird die Ebermast schon seit Jahren praktiziert. Anders in Deutschland: Hier ist sie noch nicht etabliert. Daher sollten Tierhalter, die Ebermast betreiben wollen, hierzu geschult werden. Denn gewisse Voraussetzungen sind wichtig, damit die Ebermast aus Tierschutzsicht gut funktioniert. Genetik, Fütterung, Gruppenstabilität, Platz, Beschäftigungsmaterial, Haltungsumwelt und Management müssen so konzipiert sein, dass die Schweine sich vertragen und nicht gegenseitig verletzen. Immerhin bringen Eber ein Gewicht von 100 bis 120 Kilogramm auf die Waage, wenn sie geschlachtet werden.

Sehr wichtig für die Reduktion des unerwünschten Ebergeruchs ist die richtige Handhabung der Tiere – nicht nur während der Mast, sondern auch während der Tiertransporte und vor der Schlachtung. Die Tiere müssen in festen Gruppen (keine neu gemischten Gruppen von Tieren) transportiert werden und sollten sich vor der Schlachtung ausruhen können. Die Gruppen sollten auch im Wartestall stabil bleiben, um Kämpfe zu verhindern. Eine leichte Dusche für die Schweine in der Wartebucht wirkt sich beruhigend aus.

All dies führt zu weniger Stress – und damit zu einem niedrigeren Gehalt an Stoffen, die für Geruchsauffälligkeiten im Fleisch verantwortlich sind (Skatol- und Androstenon). Die Ebermast ist also durchaus möglich. So könnte den Tieren die schmerzhafte Ferkelkastration erspart werden.