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Ebermast

13.11.2018

Aufzucht männlicher Ferkel in der Ebermast – ohne schmerzhafte Ferkelkastration

In manchen Ländern – wie zum Beispiel Großbritannien – wird die Ebermastschon seit Jahren praktiziert. Anders in Deutschland: Hier ist sie noch nicht weit verbreitet. Daher sollten Tierhalter, die Ebermast betreiben wollen, hierzu geschult werden. Denn gewisse Voraussetzungen sind wichtig, damit die Ebermast aus Tierschutzsicht gut funktioniert. Genetik, Fütterung, Gruppenstabilität, Platz, Beschäftigungsmaterial, Haltungsumwelt und Management müssen so konzipiert sein, dass die Schweine sich vertragen und nicht gegenseitig verletzen. Eber werden mit einem Gewicht von 100 bis 120 Kilogramm geschlachtet.

Sehr wichtig für die Reduktion des unerwünschten Ebergeruchs ist neben der Haltungsumwelt auch die richtige Handhabung der Tiere – nicht nur während der Mast, sondern auch während der Tiertransporte und vor der Schlachtung. Die Tiere müssen in festen Gruppen (keine neu gemischten Gruppen von Tieren) transportiert werden. Die Gruppen sollten auch im Wartestall stabil bleiben, um Kämpfe zu verhindern. Eine leichte Dusche für die Schweine in der Wartebucht wirkt sich beruhigend aus.

All dies führt zu weniger Stress – und damit zu einem niedrigeren Gehalt an Stoffen, die für Geruchsauffälligkeiten im Fleisch verantwortlich sind (Skatol- und Androstenon). Die Ebermast ist also durchaus möglich. So könnte den Tieren die schmerzhafte Ferkelkastration erspart werden.

Ebermast mit Impfung

Tierhalter, denen das Management von Ebern zu anspruchsvoll ist, können den Weg der Impfung gegen Ebergeruch gehen. Hier erfolgt eine zwei- dreimalige Impfung, die die Hodenaktivität der Eber unterdrückt. Es ist eine aktive Immunisierung (Impfung) gegen das körpereigene Gonadotropin Releasing Hormone (GnRH). So werden keine Geschlechtshormone im Hoden gebildet und die Hodenfunktion – und damit auch die Produktion des unerwünschten Ebergeruchsstoffs Androstenon – wird blockiert.  

Die erste Impfung erfolgt im Alter von acht bis zehn Wochen, die zweite vier bis sechs Wochen vor der Schlachtung. Bei kleinen Betrieben, die nicht auf eine getrenntgeschlechtliche Aufstallung umstellen können, ist eventuell noch eine dritte Impfung nötig, um Trächtigkeiten weiblicher Tiere mit Sicherheit auszuschließen. Zeitlich sollte diese zwischen der ersten und der letzten Impfung liegen. Der Impfstoff wird mit einem Sicherheitsinjektor appliziert, der eine Selbstinjektion des Anwenders ausschließt. Tierhalter gehen also kein Risiko ein.

Mastschweine werden im Laufe ihres Lebens häufiger gegen Krankheiten geimpft. Eine weitere Impfung ist aus Tierschutzsicht akzeptabel und würde den Tieren die schmerzhafte Kastration ersparen.