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Brutpflege und ferkelverhalten

12.10.2017

Biologe Dr. Christian M. Hammer erläutert, wie Ferkel aufwachsen und welche Probleme es dabei gibt

Nach einer Schwangerschaft von etwa 115 Tagen („drei Monate, drei Wochen, drei Tage“) bringt ein weibliches Hausschwein normalerweise zehn bis 14 Ferkel zur Welt. Drei bis vier Tage vor der Geburt zeigt die Sau deutliche Unruhe und eine starke Absonderungstendenz. In der Natur oder in naturnaher Freilandhaltung verlässt sie dann die Rotte und sucht sich einen geeigneten Platz zum Anlegen eines Wurfnestes. Andere Schweine werden von ihr nicht mehr geduldet und aggressiv vertrieben.

Trächtige Sauen, die auf Spaltenböden stehen, haben keinerlei Nistmaterial zur Verfügung. Wenn im Kastenstand auch noch ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, steigt ihr Stresspegel. Die Tiere zeigen entsprechend auffällige Verhaltensstörungen wie zum Beispiel stereotypes „Leerwühlen“ oder „Stangenbeißen“. Bietet man den Sauen Stroh als Einstreu, nimmt ihre Unruhe ab.

Ohne Stroh können Ferkel ersticken

Die Geburt dauert etwa drei bis vier Stunden. Die bereits in der Entwicklung sehr fortgeschrittenen Ferkel werden mit offenen Augen und Ohren geboren und können bereits wenige Minuten nach der Geburt laufen. Sie befreien sich selbst aus den Fruchthüllen. Raue Einstreu wie zum Beispiel Stroh erleichtert diesen Vorgang. Bei Fehlen derartigen Materials können die Ferkel binnen kürzester Zeit ersticken.

Unmittelbar nach der Geburt verlässt die Sau kurz das Wurfnest, um zu koten und zu harnen. Wird sie daran, wie im Kastenstand, gehindert, passiert es häufig, dass sie die Defäkation in ihrer Not so lange zurückhält, bis sich eine Verstopfung ergeben kann.

Unter den Ferkeln beginnt sich bereits kurz nach der Geburt eine Saugordnung herauszukristallisieren: Die vordersten Zitzen der Sau werden von den kräftigsten und vitalsten Ferkeln besetzt, die schwächsten Ferkel an den hintersten Zitzen. Die erste Woche verbringen die Ferkel dicht aneinander im Nest. In der zweiten Woche verlassen sie erstmalig das Nest, um die Umgebung zu erkunden und mit Artgenossen zu spielen.

In natürlichem Umfeld bleiben Ferkel etwa drei Monate bei der Sau.

Reizarmut in Ställen führt zu Schwanzbeißen bei Ferkeln

Nach etwa zwei Wochen bilden mehrere Sauen eine so genannte „Säugegemeinschaft“.Wurfübergreifende Rangbeziehungen zwischen den Ferkeln können spielerisch geklärt werden. Während dieser Zeit stehen Sau und Ferkel ständig in visuellem und akustischem Kontakt. Hat sich ein Ferkel verirrt, ruft es nach seiner Mutter. In der Natur oder in naturnaher Freilandhaltung bleiben die Ferkel bis zu einem Alter von etwa drei Monaten bei der Sau. Obwohl Ferkel in den ersten sieben Wochen auf die Muttermilch angewiesen sind, beginnen sie in der zweiten Woche mit der Aufnahme fester Nahrung.

Werden die Ferkel, wie in der Intensivhaltung üblich, bereits in einem Alter von drei bis fünf Wochen abgesetzt, leiden sie unter dem plötzlichen Verlust ihrer Mutter. Außerdem bleibt ihr ausgeprägtes Saugbedürfnis unbefriedigt. Die Ferkel führen dann verstärkt Ersatzhandlungen durch und besaugen leblose Objekte oder die weichen Körperteile ihrer Geschwister.

Dabei stellt der Schwanz von Artgenossen in der Reizarmut der Intensivhaltung einen sehr attraktiven beweglichen Umgebungsreiz dar. Anfangs noch spielerisch, wird das Verhalten der Ferkel mit der Zeit gröber. Ernsthafte Verletzungen, Infektionen bis hin zur vollständigen Amputation können die Folge sein. Im schlimmsten Fall tritt nach einer Infektion eine vollständige Lähmung der Hinterhand auf. Daher werden verschiedene Eingriffe bei Schweinen in der Intensivhaltung durchgeführt, um sie der Haltung anzupassen – wie beispielsweise das Schwanzkupieren.

Ohne Stroh können Ferkel ersticken

Die Geburt dauert etwa drei bis vier Stunden. Die bereits in der Entwicklung sehr fortgeschrittenen Ferkel werden mit offenen Augen und Ohren geboren und können bereits wenige Minuten nach der Geburt laufen. Sie befreien sich selbst aus den Fruchthüllen. Raue Einstreu wie zum Beispiel Stroh erleichtert diesen Vorgang. Bei Fehlen derartigen Materials können die Ferkel binnen kürzester Zeit ersticken.

Unmittelbar nach der Geburt verlässt die Sau kurz das Wurfnest, um zu koten und zu harnen. Wird sie daran, wie im Kastenstand, gehindert, passiert es häufig, dass sie die Defäkation in ihrer Not so lange zurückhält, bis sich eine Verstopfung ergeben kann.

Unter den Ferkeln beginnt sich bereits kurz nach der Geburt eine Saugordnung herauszukristallisieren: Die vordersten Zitzen der Sau werden von den kräftigsten und vitalsten Ferkeln besetzt, die schwächsten Ferkel an den hintersten Zitzen. Die erste Woche verbringen die Ferkel dicht aneinander im Nest. In der zweiten Woche verlassen sie erstmalig das Nest, um die Umgebung zu erkunden und mit Artgenossen zu spielen.

Reizarmut in Ställen führt zu Schwanzbeißen bei Ferkeln

Nach etwa zwei Wochen bilden mehrere Sauen eine so genannte „Säugegemeinschaft“.Wurfübergreifende Rangbeziehungen zwischen den Ferkeln können spielerisch geklärt werden. Während dieser Zeit stehen Sau und Ferkel ständig in visuellem und akustischem Kontakt. Hat sich ein Ferkel verirrt, ruft es nach seiner Mutter. In der Natur oder in naturnaher Freilandhaltung bleiben die Ferkel bis zu einem Alter von etwa drei Monaten bei der Sau. Obwohl Ferkel in den ersten sieben Wochen auf die Muttermilch angewiesen sind, beginnen sie in der zweiten Woche mit der Aufnahme fester Nahrung.

Werden die Ferkel, wie in der Intensivhaltung üblich, bereits in einem Alter von drei bis fünf Wochen abgesetzt, leiden sie unter dem plötzlichen Verlust ihrer Mutter. Außerdem bleibt ihr ausgeprägtes Saugbedürfnis unbefriedigt. Die Ferkel führen dann verstärkt Ersatzhandlungen durch und besaugen leblose Objekte oder die weichen Körperteile ihrer Geschwister.

Dabei stellt der Schwanz von Artgenossen in der Reizarmut der Intensivhaltung einen sehr attraktiven beweglichen Umgebungsreiz dar. Anfangs noch spielerisch, wird das Verhalten der Ferkel mit der Zeit gröber. Ernsthafte Verletzungen, Infektionen bis hin zur vollständigen Amputation können die Folge sein. Im schlimmsten Fall tritt nach einer Infektion eine vollständige Lähmung der Hinterhand auf. Daher ist es in der Intensivhaltung üblich – obwohl eigentlich verboten – Ferkeln die Schwänze zu kupieren.