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Alternativen zum kastenstand

6.7.2017

Welche tiergerechteren Methoden zur Abferkelung gibt es?

Die Industrie rechtfertigt den Kastenstand bei Schweinen mit zu befürchtenden Ferkelverlusten: Wenn sich die Sau hinlege, könne sie die Ferkel erdrücken. Doch diese Gefahr entsteht erst durch die Zucht der Sauen, die immer größer wurden – und durch den extremen Platzmangel: In der Kastenhaltung kann sich die Sau nicht langsam ablegen, sondern muss sich fallen lassen.

Unter guten Haltungsbedingungen in alternativen Systemen hingegen, mit mehr Platz und Einstreu, kann sich die Muttersau langsam ablegen. Außerdem gibt es Schutzvorrichtungen, „Ferkelabweiser“ genannt, die an der Wand angebracht werden und den Ferkeln einen Unterschlupf bieten. Wie wissenschaftliche Studien erwiesen haben, sind die Ferkelverluste in diesen Systemen nicht höher als in der Kastenstandhaltung. Untersuchungen, die alternative Abferkelsysteme mit Kastenständen verglichen, kamen außerdem zu folgendem Ergebnis: In Kastenständen werden mehr Ferkel totgeboren, und die Überlebenden entwickeln sich schlechter als in alternativen Abferkelsystemen.

Tiergerechte und zweckmäßige Abferkelsysteme

Es gibt zwei alternative Abferkelungssysteme, die praktikabel und dabei tierfreundlicher sind als die Kastenstände: Die sogenannte Gruppenabferkelung und die zeitlich begrenzteEinzelabferkelung in Bewegungsbuchten.

In der Gruppenabferkelungbleiben die Sauen auch während der Geburt in der Gruppe. Zum Rückzug stehen für die Tiere „Wurfkojen“ mit Ferkelnestern zur Verfügung. Diese Kojen können von den Sauen jederzeit verlassen und betreten werden. Um eine ungestörte Prägung auf das Muttertier zu ermöglichen, können die Ferkel das Nest erst nach zehn bis 14 Tagen verlassen. Dies gewährleistet, dass die Ferkel danach in der Gruppe ihre Mutter wieder finden. Streitereien zwischen wurffremden Ferkeln am Gesäuge werden verhindert.

Bei der zeitlich begrenzten Einzelabferkelung wird die Sau nur für kurze Zeit von der Gruppe getrennt. Die Geburt findet in einer Bewegungsbucht statt, in der Sau und Ferkel natürliche Verhaltensweisen ausüben können, die dem Erdrücken der Ferkel vorbeugen. Zum Beispiel gibt die Sau ihren Jungen über Rüsselkontakt zu verstehen, dass sie sich hinlegen will. Die Ferkel haben genügend Platz zum Ausweichen. Außerdem kommen Schutzvorrichtungen  gegen das Erdrücken der Ferkel zum Einsatz. Nach zehn Tagen Prägungsphase können die Tiere zurück in die Gruppe.