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MAstrinder

12.10.2017

Für Rinderbraten und Kalbsschnitzel: Das elende Leben von Rindern in der Fleischmast

Rinder verfügen über ausgeprägte Persönlichkeiten und starke Emotionen. Die Tiere leben in Herden, in denen klare Hierarchien gelten. Unter natürlichen Bedingungen verbringen sie die meiste Zeit mit Grasen und legen dabei mehrere Kilometer am Tag zurück. Die natürliche Lebenserwartung von Rindern liegt bei 20 Jahren. In der kommerziellen Rindermast erreichen sie durchschnittlich mit 18 Monaten ihr Schlachtalter.

In deutschen Ställen leben knapp acht Millionen Mastrinder. In den allermeisten Fällen sehen diese Tiere nie eine Wiese, sondern stehen dichtgedrängt in den Ställen. Einem Bullen, der zum Ende seiner Mastzeit ca. 650 Kilogramm wiegt, stehen in der Regel nur zwei bis drei Quadratmeter Platz zur Verfügung.

Mastrinder werden überwiegend auf Vollspaltenböden ohne Einstreu und ohne separaten Liegebereich gehalten. Gelenk- und Klauenentzündungen, Liegeschwielen sowie Lahmheit sind die häufigsten sichtbaren Erkrankungen der nicht tiergerechten Haltung. Beschäftigungs- und Bewegungsmangel sowie eine nicht arttypische Fütterung der Tiere führen zu Verhaltensstörungen. Das Lecken an Metallstangen und das sogenannte Zungenrollen, welches das natürliche Nahrungsaufnahmeverhalten der Wiederkäuer nachahmt, ist eine der Folgen.

Viele Mastbullen werden zudem ihr Leben lang mit einer Kette angebunden. Die sogenannte Anbindehaltung verhindert jegliches arttypisches Verhalten und ist in der konventionellen Rindermast in einigen Bundesländern noch erlaubt.

Tiergerechte Rindermast

In der konventionellen Rindermast sehen die Mastrinder in der Regel nie eine Weide. Doch es geht auch anders: Am tiergerechtesten ist die Haltung von Mastrindern in einer Herde in Mehrflächenbuchten, kombiniert mit täglichem Freigang und saisonbedingtem Weidegang an mindestens 90 Tagen im Jahr. Einige Biobauern halten ihre Mastrinder sogar nahezu ganzjährig im Freien.

Tierschutz-Gütesiegel

Vier Pfoten fordert

  • rechtliche Mindestvorgaben zur Haltung von Rindern, die älter als sechs Monate sind.
  • Verbot der Zucht auf Extremleistungen.
  • Förderung des Einsatzes von Zweinutzungsrassen.
  • Neuausrichtung der Ziele in der Zucht: Gesundheit, Langlebigkeit und Wohlbefinden des Tieres müssen im Vordergrund stehen.
  • langfristig Enthornungsverbot, übergangsweise nur unter Betäubung.
  • Verbot der Anbindehaltung.
  • ausreichend großes Platzangebot und eingestreute Liegeflächen.
  • wiederkäuergerechte Fütterung mit ausreichend Raufutter.
  • befestigten Auslauf.
  • Weidegang, saisonbedingt mindestens 120 Tage pro Jahr.
  • regelmäßige Klauenpflege (je nach Zustand etwa zwei Mal pro Jahr).
  • Kälberaufzucht in Muttergebundener Aufzucht oder Ammenkuhhaltung.
  • Förderung artgemäßer Ställe mit Auslauf und Zugang zu einer Weide.