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Pelztiere: Leiden für die Mode

20.2.2018

Millionen Wildtiere leben und sterben auf Pelzfarmen unter grausamen Bedingungen

85 Prozent der weltweit gehandelten Felle stammen aus der Pelztierzucht, der restliche Teil wird durch Jagd und Fallenfang abgedeckt. 2009 wurden weltweit etwa 100 Millionen Tiere unter grausamen Bedingungen gezüchtet und getötet.
 
Die meisten Pelzfarmen sind in Europa und China angesiedelt. China gilt mittlerweile als der größte Pelzproduzent der Welt, und auch als Handelsplatz für Felle hat Asien große Bedeutung. In der EU gibt es noch etwa 7.200 Pelzfarmen. Diese liegen vor allem in Dänemark, den Niederlanden und Finnland. Etwa 35 Millionen Nerzfelle und zwei Millionen Fuchsfelle werden jährlich in europäischen Farmen erzeugt.

Pelzfarmen: Leben hinter Gittern

Millionen Wildtiere wie Nerze, Füchse und Marderhunde werden unter grausamen Bedingungen gezüchtet. In winzige Drahtkäfige gepfercht, leben die Tiere unter Dauerstress, Gitter an Gitter mit ihren Artgenossen.
 
In langen Reihen sind die Käfige etwa einen halben Meter über dem Boden aufgehängt. Kot und Urin fallen durch das Bodengitter, damit der Pelz nicht verschmutzt. Die mit einem sehr guten Geruchssinn ausgestatteten Raubtiere sind ein Leben lang einem unerträglichen Gestank ausgesetzt. Ihre empfindlichen Pfoten sind durch das Leben auf dem Käfigboden sehr häufig verletzt. Lediglich Nerzen steht eine schuhkartongroße Wohnbox zur Verfügung, ansonsten fehlen jegliche Strukturen.
 
Die meisten Pelztiere sind von Natur aus Einzelgänger und bewegen sich in freier Wildbahn in riesigen Revieren. Die Gefangenschaft auf engstem Raum ist für sie enorm belastend. In Pelzfarmen können die Tiere, die noch die gleichen Bedürfnisse wie ihre wildlebenden Artgenossen haben, ihr natürliches Verhalten nicht im Ansatz ausleben. Klettern, jagen oder baden ist nicht möglich.
 
Viele Pelztiere zeigen unter diesen Bedingungen starke Verhaltensstörungen, oft kommt es sogar zu Kannibalismus und Selbstverletzungen. Nach einigen Monaten des Dahinvegetierens werden die Tiere bei der sogenannten „Pelzernte“ vergast, vergiftet oder durch Stromschläge getötet.

Fallenfang – unnötig und grausam

Millionen Rotfüchse, Waschbären und Biber werden jährlich in Fallen gefangen. In den USA, Kanada und Russland werden dazu heute noch Tellereisen eingesetzt. Diese Fallen sind extrem grausam – aber schonend für den Pelz. Tellereisen bestehen aus zwei Metallbügeln, die nach dem Auslösen zusammenschlagen und das Tier festhalten. Gefangene Tiere sterben an Erschöpfung oder Unterkühlung. Sie beißen oder drehen sich das eingeklemmte Bein ab und erliegen dann dem Blutverlust. Überlebende Tiere werden schließlich von den Fallenstellern brutal getötet.
 
Auch bei Totschlag- und Schlingenfallen werden die Pelztiere keineswegs immer sofort getötet. Einmal gefangen, kämpfen die Tiere oft stunden- oder tagelang um ihr Leben, bevor sie an Erschöpfung, Hunger, Durst oder an ihren Verletzungen sterben. Aus Lebendfallen versuchen verängstigte Tiere ebenfalls zu fliehen und verletzen sich dabei.

VIER PFOTEN lehnt die Tötung von Pelztieren für die Pelzgewinnung gundsätzlich ab. Sowohl die Pelztierzucht als auch der Fallenfang zur Herstellung von Mode- und Luxusartikeln widersprechen dem ethischen Tierschutz. Deshalb setzen wir uns für ein gesetzliches Verbot der Pelztierhaltung und ein europaweites Handels- und Importverbot für Felle und Pelzprodukte ein. Unser Ziel ist ein Europa ohne Pelzfarmen und ohne Pelzmode. Dieses möchten wir mit folgenden Zwischenschritten erreichen.

Vier Pfoten fordert

  • den Ausstieg großer Modeketten aus dem Echtpelzverkauf.

  • gesetzliche Verbote oder mindestens strenge Vorgaben bei der Pelztierhaltung.

  • eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für alle Pelzprodukte mit klaren Angaben zur Tierart, zur geographischen Herkunft und zu den Haltungsbedingungen der Tiere. Da 86 Prozent der Deutschen das Töten eines Tieres für seinen Pelz falsch finden (Umfrage durchgeführt im Auftrag von VIER PFOTEN durch Integral im März 2014), ist es wichtig, dass sie Echtfell auch erkennen können, um zu einer bewussten Kaufentscheidung zu gelangen.

Was Sie tun können

  • Verzichten Sie auf den Kauf von Pelzen und Kleidungsstücken mit Pelzbesätzen!           

  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Lieblingsgeschäft pelzfrei ist. VIER PFOTEN unterstützt das internationale Fur-Free-Retailer-Programm, das eine Liste von internationalen pelzfreien Unternehmen erstellt hat. Fehlt Ihr Lieblingsladen auf der Liste? Teilen Sie uns dies mit: FFR@vier-pfoten.org.

  • Achten Sie auch beim Kauf von Kinderspielzeug und Heimtierartikeln auf Produkte ohne Echtpelz.

  • Diskutieren Sie die tierquälerischen Bedingungen der Pelztierhaltung sowie die Gesundheitsgefahr mit Freunden oder Bekannten, die Pelze tragen, und beschweren Sie sich bei Geschäften, die immer noch Pelzartikel führen.

  • Unterstützen Sie die Aktivitäten von VIER PFOTEN gegen die tierquälerische Pelztierhaltung.

Für mode ohne pelz

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