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Die Wahrheit über pelz

28.10.2017

Pelzbommel, Pelzkragen oder Pelzbesatz: Auch kleine Pelz-Accessoires bedeuten Tierquälerei

Egal ob Pelzmantel, Pelzschal oder auch nur ein Pelzbommel an einer Wintermütze: Jeder Pelzbesatz ist direkt mit Tierquälerei verbunden. Die Verarbeitung von Echtpelz lässt sich nicht durch die verwendete Pelzmenge relativieren. Aus Tierschutzsicht gibt es keinen „ethisch korrekten“ Pelz. Diese und viele andere Lügen tischt uns die Pelz-Industrie seit vielen Jahren auf, um Pelz wieder salonfähig zu machen. Mehr als 100 Millionen Tiere sterben jährlich für die Pelzmode. 85 Prozent aller weltweit gehandelten Pelze stammen aus Zuchtfarmen vor allem aus China und Europa, in denen Pelztiere wie Nerze, Marderhunde oder Füchse in winzigen Drahtgitterkäfigen gehalten werden.

Die Pelztiere können ihr natürliches Verhalten niemals ausleben. Dieses monotone Leben führt zu Dauerstress, schweren Verhaltensstörungen und Selbstverstümmelungen. Nach wenigen Monaten werden die Jungtiere in den Pelzfarmen zur sogenannten „Pelzernte“ getötet. Der Tod durch Vergasen, Stromschlag oder Giftinjektion ist äußerst qualvoll. Aber auch Wildfängen ergeht es nicht besser, denn das Ende in einer Falle ist extrem brutal. Insbesondere in Nordamerika werden wildlebende Kojoten, Füchse oder Rotluchse mit Tellereisen, Schling- oder Drahtbügelfallen gefangen, um ihre Pelze verwerten zu können. Oft werden sie dadurch nicht sofort getötet, sondern ihr Todeskampf zieht sich tagelang hin. 

Pelzprodukte basieren immer und ausnahmslos auf Tierleid. Glücklicherweise kann man heute bei immer mehr Modeketten pelzfrei einkaufen.

5 verbreitete Irrtümer über Pelz

Der Modetrend geht zwar weg von ganzen Mänteln oder Jacken, aber die Unmengen an Pelzkrägen, Verzierungen oder sonstigen „flauschigen“ Accessoires aus Nerz, Marderhund oder Fuchs verursachen nicht weniger Tierquälerei. Dabei sind viele Irrtümer über Pelz im Umlauf.

1. Irrtum: „Es gibt ethischen korrekten Pelz.“

85 Prozent der weltweit gehandelten Pelze stammen aus Zuchtfarmen, in denen den Tieren ein artgemäßes Leben vorenthalten bleibt. Auch wenn ein Pelz nicht aus den Farmen in Skandinavien, China, den Niederlanden oder anderen Ländern stammt, sondern aus Jagd und Fallenfang – immer ist mit der Gewinnung immenses Tierleid beispielsweise durch tierquälerische Jagdmethoden verbunden. Mit nachhaltiger Mode haben diese Produkte nichts zu tun.

Fakt ist: Pelz ist niemals ethisch korrekt!

2. Irrtum: „Europäischer Pelz ist tierfreundlicher.“

Manchmal wird behauptet, Pelz aus Europa sei tierfreundlicher als beispielsweise Pelz aus China. Das stimmt nicht: Selbst die völlig unzureichenden Vorgaben zur Pelztierhaltung in Europa werden regelmäßig auf Pelzfarmen unterlaufen. Dies belegen zum Beispiel Recherchen aus Dänemark, Schweden oder Finnland. So werden immer wieder Tierschutzverstöße bei den Haltungsbedingungen und verhaltensgestörte, verletzte oder tote Tiere dokumentiert.

Fakt ist: Pelz ist niemals tierfreundlich – das gilt auch für Pelz aus Europa!

3. Irrtum: „Echtpelz ist immer gekennzeichnet.“

Echtpelz ist oft nicht gekennzeichnet oder der Verbraucher wird durch falsche Etikett-Angaben in die Irre geführt. Im Zweifel muss der Käufer versuchen selbst zwischen Echtpelz oder Kunstpelz zu unterscheiden. Doch selbst wenn die Tierart bei einem Produkt angegeben ist, fehlen in der Regel Angaben zur geographischen Herkunft oder der Tierhaltung. EU-weit müssen Teile tierischen Ursprungs an Textilien gekennzeichnet sein, doch die wichtige Information zur Tierhaltung und Herkunft fehlen weiterhin.

Fakt ist: Die Kennzeichnung von Pelz ist völlig unzureichend.

4. Irrtum: „Pelz mit bestimmten Labeln ist tierfreundlich.“

In den sogenannten Musterbetrieben der Pelzindustrie unterscheiden sich die Bedingungen für die Tiere nicht von herkömmlichen Pelzfarmen. Auch mit dem von der Pelzindustrie entwickelten Label „Origin Assured“ werden absolute Minimalvorgaben an die Tierhaltung und tierquälerische Zustände auf Farmen legitimiert.

Fakt ist: Pelz aus Musterbetrieben oder mit Labeln ist nicht tierfreundlicher.

5. Irrtum: „Pelz ist ein Naturprodukt.“

Die Pelzbranche bewirbt ihre Produkte gerne als besonders umweltfreundlich und reines Naturprodukt. Die Wahrheit sieht anders aus: Schon die Tierhaltung auf Pelzfarmen ist mit enormen Umweltbelastungen verbunden und verschmutzt oft naheliegende Gewässer. Die Herstellung der Pelzmode ist wiederum extrem chemikalien- und energieaufwändig. Eine Studie hat gezeigt: Kinderbekleidung mit Pelz ist besonders schadstoffbelastet.

Fakt ist: Pelz belastet die Umwelt und ist oft extrem mit Chemikalien belastet.

Schadstoffe in Pelzen

Pelz ist nicht nur Tierquälerei, sondern kann auch die Gesundheit des Menschen gefährden: Eine Studie im Auftrag von VIER PFOTEN zeigt, dass Modeartikel aus Tierpelzen stark mit giftigen Chemikalien belastet sind. 

Die grausamen Bedingungen in der Pelztierhaltung werden von der Pelzbranche ignoriert oder gar als tiergerecht bezeichnet. Felle tierischer Herkunft werden in der Werbung gerne als besonders „ökologische und wertvolle Naturprodukte“ vermarktet.
 
Bereits 2010 hatte VIER PFOTEN nachgewiesen, dass Pelzprodukte hoch belastet sind. Die Pelzbranche reagierte giftig, das Deutsche Pelzinstitut sprach von einem „Skandal, der keiner ist“. Die Branche und der Handel haben jedoch nichts unternommen, um die Gefahren für den Menschen einzudämmen.
 
2011 hat VIER PFOTEN erneut getestet. Das Ergebnis ist erschreckend: Im Pelz finden sich regelrechte Chemiecocktails, die beim Menschen Krebs, Allergien, Nervenschäden oder Hormonstörungen auslösen, die Schleimhäute reizen oder die Fortpflanzung beeinträchtigen können.  

Im Auftrag von VIER PFOTEN und dem auf Produktsicherheit spezialisierten Unternehmen EcoAid wurden Pelzprodukte in einem Fachlabor auf giftige Rückstände getestet: 35 Pelze an Jacken, Mützen, Krägen, Schals oder Kapuzen, gekauft in sieben europäischen Ländern von internationalen Labels wie Gucci, Burberry oder Max Mara bis hin zu nationalen Modeketten. Der Bericht „Gift im Pelz“ 2011 enthält die wohl umfassendste Untersuchung von Schadstoffen in Pelzartikeln der Modebranche, die bisher in Europa veröffentlicht wurde.

Der Giftreport 2011 zeigt alarmierende Ergebnisse: In allen Proben fanden sich Schadstoffe; ein Großteil der Pelze von Nerz, Marderhund,Fuchs, Robbe und Nutria ist erheblich mit gefährlichen Chemikalien wie Formaldehyd, NPEO (Alkylphenole und -ethoxalate), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) oder Chlorparaffinen belastet. Gesetzliche Grenzwerte und geltende Industriestandards werden häufig überschritten. Kinderbekleidung erwies sich als besonders giftig; eine Kinderjacke ist das am stärksten belastetste Kleidungsstück der gesamten Untersuchung.     

Die Ergebnisse der Studie Gift im Pelz 2011 können Sie sich hier als Zusammenfassung herunterladen:

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Vier Pfoten fordert

  • den Ausstieg großer Modeketten und -labels aus Echtpelzverkauf.
  • Gesetzliche Verbote der Pelztierhaltung auf EU-Ebene.
  • Kennzeichnungspflicht aller Pelz-Produkte mit klaren Angaben zu Herkunft, Tierart und Haltungsbedingungen.

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