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Kaninchenfarm

Rechtslage zur Kaninchenhaltung

Welche gesetzlichen Bestimmungen für Mastkaninchen gelten – und warum sie nicht ausreichend sind

Am 14.03.2017 hat sich das EU-Parlament mehrheitlich für Mindeststandards für Mastkaninchen ausgesprochen. Derzeit werden in der EU 320 Millionen Kaninchen in engen Drahtkäfigen gehalten. Nun ist die EU-Kommission aufgefordert, rasch legislative Vorschläge für bessere Haltungsbedingungen von Kaninchen auszuarbeiten.

Während ein EU-weites Verbot von konventionellen Käfigen für Masthühner seit Januar 2012 in Kraft getreten ist, wurden bisher Käfige für Kaninchen noch nicht einmal in Frage gestellt. Derzeit gibt es keine EU-Bestimmung zur Haltung von Kaninchen. VIER PFOTEN hatte bereits 2015 in einem Vortrag im EU-Parlament auf die Notwendigkeit einer besseren Gesetzgebung hingewiesen.

 

Rechtslage in Deutschland

Seit dem 11. August 2014 regelt in Deutschland eine Verordnung die Mindestanforderungen an die Kaninchenhaltung. Dies ist ein wichtiger Schritt, denn lange Zeit gab es keinerlei Vorschriften für die Kaninchenhaltung. Leider bleibt die Käfighaltung weiter erlaubt und die Kaninchen haben immer noch zu wenig Platz: 1,5 bis 2,5 DIN-A4-Seiten pro Tier. Zwar sind Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten vorgesehen, doch diese Bereiche sind zu klein und bieten pro Gruppe nur je einem einzigen Kaninchen Platz. 

Darüber hinaus ist die Strukturierung eines Käfigs in Futter-, Aufenthalts-, Ruhe- und Rückzugsbereiche nur bedingt möglich. Dies schränkt das natürliche Bewegungs- und Sozialverhalten der Kaninchen ein. Auch die hygienischen Zustände in den Ställen haben sich kaum verbessert: Zwar gibt es nun einen Grenzwert für den Ammoniakgehalt der Luft, doch die Kaninchen leben in den Käfigen weiterhin direkt über ihren Ausscheidungen. So kann es zu Augen- und Schleimhautreizungen kommen.

VIER PFOTEN hält diese Mindestanforderung für bei weitem nicht ausreichend und setzt sich für ein EU-weites Verbot der Käfighaltung für Mastkaninchen ein.