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Legehennen

300 Eier pro Jahr: Hochleistungs-Hühner in der Eierindustrie

Als Legehennen bezeichnet man weibliche Hühner mit besonders hoher Legeleistung. Sie werden in der Eierindustrie verwendet. Die Legeleistung dieser Tiere wurde über die Jahre durch intensive Zucht und hochkonzentriertes Futter in die Höhe getrieben. Mit rund 300 Eiern pro Jahr legt eine Henne heute gut 120 Eier mehr als vor 50 Jahren. Unerwünschte Nebeneffekte bei überzüchteten Legehennen sind die Neigung zu Federpicken und Kannibalismus, verstärkt durch die extreme Enge.

Hühner werden oft über weite Strecken zum Schlachthaus gefahren. Durch diese Tiertransporte verletzen sich viele Hühner oder sterben qualvoll – in viel zu engen Kisten, ohne Futter und Wasser. Britische Studien zeigen, dass bei etwa 30 Prozent der im Schlachthaus lebend ankommenden Hühner zumindest ein frischer Knochenbruch gefunden werden konnte. Auch abgetrennte Köpfe werden immer wieder beobachtet. Verletzte oder tote Tiere fallen – rein ökonomisch betrachtet – bei einem Marktwert dieser „Suppenhühner“ von etwa sieben Cent nicht ins Gewicht.

Insgesamt gibt es drei Gruppen von Nutzhühnern. Auf der einen Seite die hochspezialisierten Hühnerrassen: Masthühner, die der Fleischerzeugung dienen und Legehennen, die in der Eierindustrie genutzt werden. Auf der anderen Seite das sogenannte Zweinutzungshuhn, das für beides geeignet ist. VIER PFOTEN setzt sich für eine nachhaltige Hühnerzucht mit Fokus auf das Zweinutzungshuhn ein, da bei diesen das derzeit praktizierte Töten der männlichen Eintagsküken nicht mehr notwendig wäre.

was sie wissen sollten​​​​​​

  • Küken werden heute in riesigen Brutmaschinen ausgebrütet, ohne jeglichen Kontakt zur Mutter.
  • Lebenserwartung sinkt: Ein Huhn kann bis zu 15 Jahre alt werden. In der Intensivtierhaltung werden sie kaum älter als 20 Monate, da ihre Leistung danach abnimmt.
  • Ei-Produzenten: Die USA und China sind die größten Produzenten von Eiern weltweit.
  • Versteckte Eier: Jedes zweite Ei wird verarbeitet. Die meisten davon stammen aus Käfighaltung. Für den Konsumenten ist das nicht nachvollziehbar.
  • Eingriffe an Hühnern: Aus Platzmangel und Langeweile neigen Hühner zu Federpicken und Kannibalismus. In der Intensivtierhaltung werden ihnen daher die Schnäbel ohne Betäubung gekürzt.
  • Schnabel kürzen: Der Schnabel eines Huhnes ist mit Nerven durchzogen. Beim betäubungslosen Kürzen leidet das Huhn in etwa so, wie wir nach einer Finger-Amputation.
  • Weltweit lebt der Großteil der Hühner in Legebattieren oder in intensiver Stallhaltung (Bodenhaltung). Jedes Huhn hat in ein DIN A4-Blatt Platz zur Verfügung.
  • Eintagsküken: Da die männlichen Küken für die Eier-Industrie keinen Nutzen haben, werden sie bereits als Küken aussortiert und lebendig geschreddert.
  • 300 Eier im Jahr: Anders als die Natur vorgesehen hat, produziert ein Hochleistungshuhn pro Tag ein Ei. Durch die unnatürlich hohe Legeleistung steigt das Gesundheitsrisiko und die Sterblichkeitsrate.

Vier pfoten fordert

  • Ausstieg aus der Käfighaltung von Legehennen (sämtliche Käfigsysteme) – in der gesamten EU.
  • Verzicht des Einzelhandels auf den Verkauf von Käfig-Eiern und von Käfig-Ei-enthaltenden Produkten.
  • Generelle Kennzeichnungspflicht von Ei-enthaltenden Produkten nach Haltungsform der Legehennen.
  • Verzicht der Lebensmittelhersteller auf den Einsatz von Käfig-Eiern in ihren Produkten

Was sie für Legehennen tun können

Ihre täglichen Kaufentscheidungen machen einen Unterschied!​​​​​​

  • Kaufen Sie Bio- oder Freilandeier.
  • Prüfen Sie immer den Stempel auf dem Ei – lassen Sie sich nicht täuschen durch Begriffe wie „Kleingruppenhaltung“, „Bauern-Ei“ oder „Land-Ei“.
  • Achten Sie auf die Zutaten bei verarbeiteten Produkten: Kaufen Sie Ei-freie oder Bio-Produkte.
  • Fragen Sie bei Herstellern von verarbeiteten Produkten mit Ei gezielt nach, aus welcher Haltungsform diese stammen.
  • Fragen Sie im Restaurant nach, woher die Eier in den Gerichten kommen.
  • Falls Sie noch Käfigeier, d.h. Eier mit der 3, in einem Supermarkt oder auf einem Wochenmarkt finden, dann informieren Sie uns bitte unter dieser Adresse: aktiv@vier-pfoten.de.
  • Unterstützen Sie unseren Einsatz für Legehennen mit einer Spende.