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Haltungsformen bei Legehennen

12.10.2017

Wie lebt ein Huhn in Käfighaltung, Bodenhaltung, Freilandhaltung oder Biohaltung?

Käfighaltung und Kleingruppenhaltung

Bodenhaltung

Freilandhaltung

Bei der Freilandhaltung steht den Hühnern tagsüber ein Auslauf von mindestens vier Quadratmetern pro Tier zur Verfügung. Die Bedingungen im Stall entsprechen denen der Bodenhaltung. Es stehen Sitzstangen, Legenester und eingestreute Scharräume zur Verfügung. Bei dieser Haltungsform können die Grundbedürfnisse der Hennen wesentlich besser umgesetzt werden als im Käfig.

Aber auch in großen Freilandhaltungen kann es zu Problemen kommen, zum Beispiel zu einer Übernutzung des stallnahen Auslaufbereiches und der Grünfläche. In Pfützen und schlammigen Bereichen können sich Parasiten ansammeln, welche die Gesundheit der Legehennen beeinträchtigen. Um dies zu verhindern, ist es notwendig, den stallnahen Boden regelmäßig abzutragen und auszutauschen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihn trocken und hygienisch sauber zu halten, zum Beispiel durch Aufschütten von grob strukturiertem, wasserdurchlässigem Material.

Ebenso kann es passieren, dass die Tiere durch einen mangelhaft strukturierten Weide-Auslauf diesen nicht vollständig nutzen. Durch Unterschlupfmöglichkeiten, Sträucher und stallnahe Weiden wird den Hennen das Hinausgehen erleichtert, da sie sich geschützt fühlen und bei Gefahr (zum Beispiel durch Greifvögel) sofort Unterschlupf finden. Ein regelmäßiger Wechsel der Weiden ist außerdem notwendig, um die Grasnarbe zu erhalten. Leider werden diese Anforderungen an das Management häufig nicht bedacht, und es wird behauptet, die Tiere wollten gar nicht ins Freie.

Achten Sie auf den Ei-Stempel: 1 steht für Freilandhaltung.

Biohaltung

Bei der Biohaltung hat jedes Huhn mindestens vier Quadratmeter Auslauf. Im Stall dürfen maximal sechs Tiere pro Quadratmeter gehalten werden. Mindestens ein Drittel der Stallfläche ist ein eingestreuter Scharraum, Legenester und Sitzstangen stehen zur Verfügung. In einem Stall dürfen maximal 3.000 Hennen untergebracht sein. Prophylaktischer Medikamenteneinsatz ist verboten.

Das größte Plus gegenüber allen anderen Haltungsformen ist hier die biologische Wirtschaftsweise der Betriebe. Das heißt zum Beispiel, dass die Tierhaltung flächengebunden ist: Es werden nur so viele Tiere gehalten wie von der Fläche ernährt werden können, Demzufolge wird nur so viel Kot erzeugt wie der Boden an Nährstoffen aufnehmen kann. Das Futter wird ohne Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Gentechnik hergestellt.

Von allen Haltungsformen ist die Biohaltung sicherlich die tierfreundlichste. Doch nicht immer werden die Haltungsvorschriften in der Praxis auch eingehalten. Zudem kann es durch die großen Gruppen ebenfalls zu Verhaltensstörungen bei den Tieren kommen. Die Überzüchtung der Legehennen ist eine weitere Ursache für Tierleid auch in Bio-Betrieben.

Achten Sie auf den Ei-Stempel: 0 steht für Biohaltung.

Probleme in der Haltung von Legehennen

Zu Problemen kann es in jeder Form der Haltung von Legehennen kommen. Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus treten besonders in großen Anlagen mit vielen tausend Tieren pro Gruppe auf. Deshalb wird heute noch den meisten Legehennen die Schnabelspitze gestutzt (kupiert). Dieser Eingriff wird bei den Küken in den ersten Lebenstagen durchgeführt und ist äußerst schmerzhaft. Es kommt immer wieder vor, dass Tiere hierdurch verenden. Auf Bio-Betrieben und Betrieben, die speziellen Tierschutzanforderungen entsprechen, dürfen grundsätzlich keine Hennen mit kupierten Schnäbeln gehalten werden.

In gut geführten Betrieben mit kleineren Beständen werden derartige Probleme allerdings selten beobachtet. Entscheidend ist letzten Endes die Einstellung und Wachsamkeit der Betriebsleiter. Eine der tiergerechtesten Haltungsformen für Legehennen ist der mobile Hühnerstall. Aber auch ein festes Haltungssystem mit gut geführtem Auslauf- und Weidemanagement kann als sehr tiergerecht bezeichnet werden.

Kükentötung für alle Haltungsformen