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Eintagsküken

16.5.2019

Tod am Fließband: Wie Millionen männlicher Küken
in der Eierproduktion sterben

Ein Kernproblem der modernen Eierproduktion ist das Töten männlicher Küken. Kurz nach dem Schlüpfen werden sie aussortiert und getötet. Für die Geflügelindustrie sind sie unwirtschaftlich.

In deutschen Brütereien sterben so jedes Jahr 40 bis 50 Millionen männliche Küken aus rein wirtschaftlichen Gründen. Denn für die Eierindustrie sind sie wertlos: Hähne legen nun mal keine Eier, so wie ihre Schwestern, die Legehennen. Sie gelten daher als unerwünschtes Nebenprodukt. Für die Fleischmast aber wachsen sie nicht schnell genug. Hier gelten die extrem hochgezüchteten Masthühner als Maßstab. Dass es sich bei diesen Küken um gesunde, lebensfähige Tiere handelt, wurde über Jahre ignoriert.

Nachhaltige Lösungen für Eintagsküken sind dringend nötig

VIER PFOTEN fordert grundsätzlich ein Ende der Tötung männlicher Küken! Darüber hinaus wollen wir der Öffentlichkeit die Kükentötung bewusst machen – und gleichzeitig Projekte entwickeln, die Alternativen bieten. Hier gibt es verschiedene Lösungsansätze, wie etwa die Mast der männlichen Küken von Legelinien (die sogenannte Bruderhahnmast) oder die Etablierung von Zweinutzungshühnern.

Der Möglichkeit der Geschlechtsbestimmung im Ei steht VIER PFOTEN kritisch gegenüber, da diese Methode keinen Ausstieg aus der einseitigen Zucht bedeutet. Dem Aufbau einer nachhaltigen Hühnerzucht versperrt sie damit den Weg.

Aus Tierschutzsicht ist der Verzicht auf tierische Produkte natürlich zu begrüßen. Weltweit betrachtet steigt der Konsum von Eiern und Geflügelfleisch jedoch. Daher ist es in der aktuellen Situation wichtiger denn je, die Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern. Eine nachhaltige Lösung für männliche Küken wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Pionierprojekt Eintagsküken in Österreich

Pionierarbeit in Sachen Zweinutzungshuhn leistete das Projekt „Bio-Eier – mit Liebe gemacht“, das VIER PFOTEN in Österreich gemeinsam mit der Bio-Marke „Ja! Natürlich“ umgesetzt hat. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Aktuelle Lage und Entwicklung in Deutschland

Nordrhein-Westfalen erließ 2013 ein landesweites Verbot der Tötungen von männlichen Küken aus rein wirtschaftlichen Interessen. Doch mehrere Brütereien klagten dagegen, da sie sich wirtschaftlich benachteiligt fühlten. 

Das Oberverwaltungsgericht in Münster gab der Klage der Brütereien statt und brach damit mit dem Grundsatz des Tierschutzgesetzes, dass Tiere schützenswerte Lebewesen sind und einen Eigenwert besitzen. Dieser Eigenwert des Tieres kann und darf nicht von rein wirtschaftlichen Interessen aus den Angeln gehoben werden. 

Daher zog das Land Nordrhein-Westfalen vor die nächste Instanz. Am 13.06.2019 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass das massenhafte Töten der Küken zwar kein „vernünftiger Grund“ ist, da es jedoch bisher keine Alternativen gibt, dürfen die Brütereien weiterhin mit dieser unethischen Praxis weitermachen. Link zur Pressemeldung.

Nach dem deutschen Tierschutzgesetz ist die Tötung von Wirbeltieren nur dann zulässig, wenn ein „vernünftiger Grund“ vorliegt. Niemand darf ein Tier – egal ob Hund oder Katze, Huhn oder Kuh – allein deswegen töten, weil ihm die Haltung wirtschaftlich unrentabel wird.

Vier pfoten Fordert

den Stopp der Tötung männlicher Küken in der Landwirtschaft!