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kennzeichnungsmodell für tierische Produkte

Wie die Haltungskennzeichnung Verbrauchern dabei hilft, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen

Mehr Tierschutz, mehr Transparenz für Konsumenten und mehr Klarheit für Erzeuger – das sind die Ziele der verpflichtenden Haltungskennzeichnung für tierische Produkte. VIER PFOTEN tritt dafür ein, dass auch Fleisch, Eier und andere tierische Produkte für den Verbraucher verständlich und einheitlich gekennzeichnet werden.

Dies kann entweder nach dem bereits etablierten und dem Endkunden bekannten System der Eierkennzeichnung erfolgen oder nach dem in Einführung befindlichen ebenfalls vierstufigen System des Lebensmitteleinzelhandels. Im Folgenden zeigen wir auf, wie ein solches Kennzeichnungsmodell aussehen könnte.

(1) Tierhaltung nach gesetzlichem Mindeststandard:

Hierzu würden alle Mindeststandards der gesetzlich erlaubten Tierhaltungsverfahren zählen, unter anderem auch Vollspaltenbuchten bei Mastschweinen und Mastrindern, Kastenstandhaltungen bei Sauen, Anbindehaltung von Rindern.

(2) Tierhaltung mit deutlich mehr Platz, Einstreu und Zugang zu Außenklima :

Dies sollte sowohl für Rind, Schwein als auch Geflügel deutlich mehr Platz bedeuten. Je nach Tierart und Ausgangslage sind bis zu 50% mehr Platz als gesetzlich oder dem Standard entsprechend anzusetzen. Die Zeit der Fixierung von Sauen in Kastenständen müsste deutlich reduziert werden. Bei Geflügel sollte in dieser Stufe ein Wintergarten und für Schweine und Rinder Zugang zu Außenklima Pflicht sein. Die Vorgabe für Einstreu müsste so gestaltet werden, dass sie Rindern und Schweinen ein bequemes, weiches Liegen ermöglichen. Für Geflügel müssen erhöhte Ruheplätze in Form von erhöhten Sitzstangen oder Ebenen angeboten werden. Für alle Tiere muss artgemäßes, ständig und in ausreichendem Maße verfügbares Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stehen. Sauen benötigen Nestbaumaterial in Form von Stroh in den Tagen vor der Geburt ihrer Ferkel. Für Geflügel müssen maximale durchschnittliche Tageszunahmen gelten. Eingriffe am Tier wie das Abschneiden von Ringelschwänzen und Kürzen der Schnäbel von Puten muss bereits ab Stufe 2 verboten werden.

(3) Tierhaltung mit Auslauf im Freien:

Für Schweine und Rinder ist in dieser Stufe ein betonierter Außenauslauf ebenso möglich wie ein Auslauf auf der Weide. Relevant für diese Kategorie ist der Zugang zu einem Außenbereich außerhalb des Stalles, der den Tieren Tageslicht, frische Luft, eine unterschiedliche Klimazone zum Stall, unterschiedliche Witterungseinflüsse und getrennte Funktionsbereiche ermöglicht. Zusätzlich sollten tierartspezifische Anforderungen gestellt werden, wie ein Verbot der Sauenhaltung im Kastenstand, tierartspezifische Mindestplatzvorgaben, Beschäftigungsmaterial, usw. Für Geflügel sollte ein Grünauslauf Pflicht sein. Besatzdichten im Auslauf können sich nach bereits bestehenden Maßen der EU-Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch richten. Ein Verbot des Abschneidens von Ringelschwänzen beim Schwein und der Schnäbel von Puten muss in Stufe 3 selbstverständlich sein.

(4) Tierhaltung nach Premium Tierschutz:

Zusätzlich zu den Vorgaben der Stufe 3 sollten in dieser Stufe auch die Haltung von Elterntierherden beim Geflügel mit einbezogen werden. Bei Milchrindern könnte die Mutter- und Ammengebundene Aufzucht von Kälbern Pflicht sein und bei Schweinen ein zusätzlicher Zugang zu Naturboden zum Wühlen.  Bestimmte tierwohlrelevante Anforderungen an die Zucht sollten für alle Tierarten gestellt werden. So können auch fortschrittliche Betriebe, die noch mehr für den Tierschutz tun, entsprechend ausgezeichnet und honoriert werden.  Ein Verbot des Abschneidens von Ringelschwänzen beim Schwein und der Schnäbel von Puten muss in Stufe 4 selbstverständlich sein.

Ein solches Modell würde Verbrauchern die Möglichkeit geben, gezielt tierfreundliche Produkte zu kaufen. Dies könnte Produkte, die aus artgemäßer Haltung stammen, fördern. Das Erfolgsmodell der Eierkennzeichnung hat gezeigt, dass Verbraucher sogenannte Käfigeier im Regal gelassen haben. Langfristig könnte dies zu einem Umdenken in der landwirtschaftlichen Tierhaltung führen. Lesen Sie hier mehr über die genauen Kriterien zur Haltungskennzeichnung und die konkreten Vorteile der Haltungskennzeichnung für Erzeuger, Handel und Verbraucher.

Unser Positionspapier zur Haltungskennzeichnung können Sie hier herunterladen.

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