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Gewinnung von Daunen

19.10.2017

Beim Lebendrupf werden Gänsen die Federn brutal herausgerissen – bei lebendigem Leib

Daunen sind nach wie vor ein gefragtes Produkt – vor allem zur Füllung von Daunenjacken, Bettdecken und Kopfkissen. Doch wie werden Daunen eigentlich gewonnen?

Es gibt zwei Arten, Daunen zu gewinnen: Durch den Rupf bereits geschlachteter Tiere oder durch den wesentlich brutaleren Lebendrupf. Der Name verrät es schon: Gänsen und Enten werden bei lebendigem Leib ihre Federn und Daunen an Hals, Rücken, Bauch und Brust per Hand herausgerissen. Für die Tiere ist das extrem schmerzhaft. Bis zu vier Mal in ihrem ohnehin kurzen Leben müssen die sie diese Qualen erleiden. Elterntiere – also jene Tiere, die für die Nachzucht verantwortlich sind – sogar bis zu 16 Mal.

Bis zu 3.000 tiere werden In fünf Stunden per Hand gerupft

Das Rupfen von Gänsen ist Akkordarbeit – es muss also schnell gehen. Dabei werden den Tieren schwerste Wunden hinzugefügt, die danach ohne jegliche Schmerzstillung per Hand zugenäht werden. Tierärztlich versorgt werden die Tiere nicht. Man kann sich nur schwer vorstellen, welche Schmerzen sie verspüren müssen. 

In der EU ist das lebendige Rupfen eigentlich gesetzlich verboten. Doch fanden einige Betriebe ein Schlupfloch. Unter dem Synonym „Lebendraufen“, das eine abgeschwächte Form des Rupfens sein soll, ist Lebendrupf auch heute noch gang und gäbe. Länder innerhalb der EU, in denen nach wie vor Gänse und Enten lebend gerupft werden, sind unter anderem Ungarn und Polen. Weltweit ist China ein großer Produzent von Daunen. 

Neben dem Lebendrupf gibt es außerdem noch die Praktik des Totrupfens. Hier werden die Daunen erst nach der Schlachtung des Tieres entfernt. Da das Tier bereits tot ist, entgehen ihm die Qualen des Rupfens. Aus Tieschutzsicht ist ausschließlich der Totrupf vertretbar. Wer als Verbraucher sichergehen möchte, dass seine Daunenprodukte aus Totrupf stammen, sollte auf ein entsprechendes Daunen-Gütesiegel achten. Aber Vorsicht: Nicht jedes Gütesiegel ist wirklich aussagekräftig!

Was Sie tun können

  • Vermeiden Sie Daunen-Produkte: Es gibt heute hervorragende synthetische und umweltfreundliche Alternativen!
  • Wenn Sie nicht auf Daunen verzichten möchten, achten Sie drauf, dass die Händler ihre Lieferketten transparent und vollständig kontrollieren und nachweislich auf Lebendrupf und Stopfmast verzichten. Entsprechende Güte-Siegel finden Sie hier: Daunen Gütesiegel