
Tierleid im Zirkus
Tiere treten nicht auf, weil sie es wollen.
Sie treten auf, weil sie dazu gezwungen werden.
Hinter jeder Zirkusshow mit Tieren verbergen sich schwerwiegende Tierschutzprobleme. Häufige Transporte und die Haltung in Gefangenschaft sowie das unnatürliche Training und die Auftritte bedeuten enormen Stress für die Tiere. Insbesondere den komplexen körperlichen, verhaltensbezogenen und sozialen Bedürfnissen von Großkatzen und anderen Wildtieren kann man im Zirkus nicht gerecht werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass diese Tiere eine Umgebung benötigen, in der sie ihr natürliches Verhalten ausleben können, um ihr Wohlbefinden zu garantieren. Da das Verständnis für Tierschutz immer weiter zunimmt, setzen immer mehr Länder und Zirkusse auf tierfreie Vorstellungen, in denen menschliches Talent im Mittelpunkt steht. Helfen Sie mit, die Grausamkeit im Zirkus endlich auch in Deutschland zu beenden, und schließen Sie sich der Bewegung für tierfreie Zirkusse an.



Eine Tradition, die bereit für einen neuen Look ist
Zirkusse gelten weltweit für viele Menschen als Kulturerbe und Tradition. Doch unter dem Zirkuszelt werden trotz wachsender öffentlicher Besorgnis und gesetzlicher Änderungen nach wie vor Tausende von Tieren zu Unterhaltungszwecken eingesetzt.
In der EU haben insgesamt 25 Länder das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen bereits untersagt oder zumindest eingeschränkt. Drei davon (Griechenland, Malta und Zypern) verbieten sogar sämtliche Tierarten und auch in Italien ist ein entsprechendes Gesetz verabschiedet worden. Doch in Deutschland gibt es bisher überhaupt keine rechtsverbindlichen nationalen Beschränkungen für die Haltung von (Wild-)Tieren in Zirkussen.

Was nötig ist, um ein Wildtier zum Auftreten zu bringen
Auftritte beginnen mit Kontrolle. Damit sie auftreten, müssen sie trainiert werden – oft durch Angst, Entzug, Druck und Bestrafung.
Training und Umgang schon von klein auf
Zahlreiche Wildtiere werden frühzeitig von ihren Artgenossen getrennt und darauf konditioniert, sich der menschlichen Führung zu fügen, bevor sich ihr natürliches Verhalten vollständig entwickelt hat.
Einsatz von Stöcken und Peitschen zur Unterwerfung der Tiere
Im Training werden Hilfsmittel eingesetzt, um Dominanz zu demonstrieren und Gehorsamkeit durch Einschüchterung zu fördern.
Wiederholung unnatürlicher Verhaltensweisen
Tiere werden dazu dressiert, Kunststücke zu wiederholen, die in ihrem natürlichen Leben keinen Platz haben – oft durch ständiges Einüben.
Nahrungsentzug zur Durchsetzung der Gehorsamkeit
Essen kann als starker Motivationsfaktor dienen, wobei Belohnungen eng an die Leistung geknüpft sind.
Kein artgemäßes Tierleben
Zirkusse und im Speziellen Wanderzirkusse können den Anforderungen der Tiere nicht gerecht werden. Insbesondere Wildtiere sind an komplexe Lebensräume mit großen Flächen, Enrichments und artspezifischen sozialen Strukturen angepasst. Informieren Sie sich im Folgenden über die zentralen Aspekte unter denen die Tiere im Zirkus leiden.

Ein Leben auf der Straße
Besonders bei Wanderzirkussen und Touren leiden die Tiere unter den häufigen Transporten, die für sie mit großem körperlichem und psychischem Stress einhergehen. Zudem haben sie kaum Zeit, sich an die ständig wechselnden Standorte zu gewöhnen, was weiteren Stress verursacht.

Ständige Umgebungsbelastungen
Wiederholte Belastung durch Stressfaktoren wie laute Geräusche, grelles Licht, große Menschenmengen und in manchen Fällen ungeschützten Kontakt mit Menschen.

Training mit Angst
Tiere werden oftmals mit Angst dressiert und dann dazu gebracht, unnatürliche Kunststücke vorzuführen.

Den größten Teil des Tages eingesperrt
Hinter Gittern gehalten, können sie ihr natürliches Sozialverhalten nicht ausleben. So werden beispielsweise Einzelgänger wie Tiger häufig in Gruppen gehalten und manche Tiere zusammen oder in unmittelbarer Nähe zu anderen, nicht kompatiblen Tierarten.
Natürliches Familienleben oder Rückzug sind unmöglich.
Natürliches Familienleben oder Rückzug sind unmöglich.

Entwicklungsstörungen in Gefangenschaft
Eine frühe Trennung von der Mutter und die Einschränkung natürlicher Verhaltensweisen können die normale Entwicklung beeinträchtigen und führen häufig zu sich wiederholenden, abnormalen Verhaltensweisen, die auf Leid hindeuten.
Auch die öffentliche Sicherheit ist betroffen
Auch wenn Wildtiere im Zirkus zahm wirken mögen, sind sie nicht domestiziert. Sie über einige Generationen hinweg in Gefangenschaft zu züchten und mit einem Stock zu führen, macht sie noch lange nicht zu Haustieren. Wildtiere behalten unabhängig von ihrer Dressur ihre natürlichen Instinkte und ihr unvorhersehbares Verhalten bei. Raubtiere stellen naturgemäß eine körperliche Gefahr für Menschen dar. In Verbindung mit Stress, Enge und häufigen Transporten kann dies die Wahrscheinlichkeit von Zwischenfällen erhöhen. Zu den Risikofaktoren zählen:
- Zu geringer Abstand zwischen Tieren und Publikum
- Unzureichende Unterbringung während des Transports oder der Vorstellung
- Stressbedingte Verhaltensreaktionen
Von 2004 bis 2025 gab es in Deutschland mehr als 230 Ausbrüche und Unfälle mit Zirkustieren – ein Risiko für Menschen und Tiere.
Sie sind gefragt!
Tierleid im Scheinwerferlicht
Das Beispiel Circus Krone
Circus Krone ist einer der größten und bekanntesten Zirkusse in Europa und steht stellvertretend für ein veraltetes, tierquälerisches System. Laut eigenen Angaben ist Circus Krone sogar der größte reisende Zirkus weltweit. Im aktuellen Programm „Farbenspiel. Gold Edition“ nutzt Circus Krone regelmäßig Löwen, Hunde, Pferde und Kamele in seiner Show. Zusätzlich transportiert Circus Krone mehrere Tiger, die – aus uns unbekannten Gründen – zuletzt jedoch nicht Teil der Show waren. Insgesamt ist der Zirkus mit etwa 80 Tieren auf Tour.
Circus Krone setzt sich lautstark für Tiere im Zirkus ein und behauptet, trotz aller Fakten, dass der Zirkus ein guter Ort für Tiere sei.

Unsere Forderung an Circus Krone
Es ist Zeit, dass Circus Krone die Dressur und Haltung von Tieren im Zirkus endlich beendet! Circus Krone soll sein Programm weiterentwickeln und die lange Zirkustradition fortführen – aber ohne Tiere. Dafür erachtet VIER PFOTEN die folgenden Schritte als notwendig:
- Circus Krone soll sich öffentlich dazu verpflichten, zukünftig und dauerhaft keine Tiere mehr für Shows oder zu weiteren Unterhaltungszwecken zu dressieren, zu transportieren oder zu halten.
- Circus Krone soll sich klar dazu verpflichten, ab sofort insbesondere keine Wildtiere mehr zu züchten oder zu erwerben.
- Circus Krone soll alle Löwen und Tiger in fachkundige Schutzeinrichtungen übergeben. VIER PFOTEN bietet unter den genannten Bedingungen seine Unterstützung bei der Vermittlung in eine artgemäße Unterbringung an.
Wie Sie aktiv werden können
Auf Social Media protestieren
Kommentieren Sie auf den Kanälen von Circus Krone, warum Tiere nicht in den Zirkus gehören und fordern Sie Krone dort auf, tierfreie Shows umzusetzen.
Infomaterial und Sticker bestellen
Bestellen Sie hier unser Infomaterial und unsere Sticker, um auch andere Menschen auf das Tierleid im Zirkus aufmerksam zu machen.
Zirkusse mit Tieren nicht unterstützen
Wer Tiere liebt, geht nicht in Zirkusse mit Tieren. Jede Eintrittskarte unterstützt ein System, das auf Tierleid basiert.
Ehrenamtlich aktiv werden
Melden Sie sich bei unserer Ehrenamts-Plattform PAWSact an und setzen Sie sich gemeinsam mit uns gegen Tierleid im Zirkus ein.

Eine ethische und fortschrittliche Zukunft für Zirkusse in Deutschland
Eine Manege ohne Tiere ist möglich
Die Faszination des Zirkus lag nie in den Tieren. Im Zirkus ging es schon immer um Staunen, Kreativität und menschliches Talent. Heute beweist eine neue Generation von Zirkussen, dass man keine Tiere braucht, um das Publikum zu begeistern. Und das unterstützen wir!
VIER PFOTEN setzt sich für ein vollständiges Verbot des Einsatzes aller Tiere in Zirkussen weltweit ein.
Wir sind nicht gegen den Zirkus – wir sind für seine Weiterentwicklung. Der weltweite Wandel ist bereits im Gange.
Fragen & Antworten
Warum leiden Zirkustiere unter den häufigen Transporten?
Zirkusse sind auf hohe Mobilität angewiesen. Deshalb sind Gehege und Transportwagen vor allem für den häufigen Standortwechsel ausgelegt und nicht für die Bedürfnisse der Tiere. Die Transportanhänger sind meist eng und schmal, um einen einfachen Transport zu ermöglichen. Die Tiere werden oft wöchentlich, teilweise sogar täglich, über viele Stunden und lange Strecken transportiert – unabhängig von Alter, Gesundheitszustand oder Trächtigkeit.
Während der Fahrten müssen die Tiere ständig ihr Gleichgewicht halten, was erheblichen körperlichen und psychischen Stress verursacht. Studien belegen, dass Transporte unter anderem zu einem erhöhtem Stressniveau, einer Schwächung des Immunsystems, Verletzungen, Gewichtsverlust sowie verstärktem aggressivem und stereotypem Verhalten führen können. Diese Belastungen werden durch die engen Zeitpläne reisender Zirkusse und fehlende Erholungsphasen verstärkt. Da sich insbesondere Wildtiere nur langsam an neue Umgebungen anpassen, führt der häufige Ortswechsel für sie zu dauerhaftem Stress.
Erfüllen Zirkusse nicht einen Bildungsauftrag?
Zirkusnummern mit Tieren haben keinen echten pädagogische Nutzen. Die Tiere werden Zwang ausgesetzt und oft vermenschlicht oder als Lachnummern präsentiert. Es wird kein natürliches Verhalten der Tiere gezeigt, sondern verzerrte Mensch-Tier-Beziehungen. Kinder können von leidenden Tieren nichts über natürliche Verhaltungsweisen oder die Bedrohung natürlicher Lebensräume lernen. Es gibt viele moderne Alternativen (wie z.B. Tierdokus), die diesen Bildungsauftrag deutlich besser erfüllen können.
Tragen Zirkusse zum Artenschutz bei?
Zirkustiere in Gefangenschaft zu züchten ist kein aktiver Artenschutz, da die Tiere nicht in ihrem natürlichem Lebensraum rehabilitiert werden können. Das Publikum kann die Tiere im Zirkus zudem nicht wirklich kennen- und lieben lernen, da sie im Zirkus völlig unnatürlich leben und ausgenutzt werden. Mit einem natürlichen, glücklichen Tierleben hat das Leid im Zirkus nichts zu tun.
Inwiefern leiden die Pferde, Hunde und Kamele im Zirkus?
Auch domestizierte Tiere wie Hunde, Pferde und Kamele leiden unter den häufigen Transporten, den beengten Platzverhältnissen und dem Lärm und Druck in der Manege. Die extrem laute Musik, das grelle Scheinwerferlicht und das Publikum sind keine geeignete Umgebung für Tiere und können diese enorm belasten – so auch die Pferde, auf denen die Reiter:innen unterschiedlichste Kunststücke aufführen. Auch Hunde leiden häufig in der Manege und müssen oft unphysiologische, potenziell gesundheitsgefährdende Bewegungen wie Saltos oder langes Laufen auf den Hinterbeinen ausführen. Wir fordern daher einen Zirkus ganz ohne Tiere!
Warum wird Circus Krone hervorgehoben?
Das Beispiel Circus Krone zeigt: Selbst der größte und reichste Zirkus Deutschlands bietet keine tiergerechte Haltung – das Problem ist strukturell. Während andere große Zirkusse bereits ohne Tiere auftreten, hält Circus Krone weiterhin am Einsatz von Tieren als zentraler Teil seiner Show fest. Während der aktuellen Tour von Circus Krone wollen wir über das Leid der Zirkustiere aufklären und fordern, dass das Unternehmen die Dressur und Haltung von Tieren zu Unterhaltungszwecken beendet!
Welche Tiere hat Circus Krone?
Im aktuellen Programm „Farbenspiel. Gold Edition“ nutzt Circus Krone Löwen, Hunde, Pferde und Kamele. Zudem transportieren sie einige Tiger.
Was soll mit den Tieren von Circus Krone passieren?
Circus Krone soll alle Löwen und Tiger in fachkundige Schutzeinrichtungen übergeben. VIER PFOTEN bietet unter den genannten Bedingungen seine Unterstützung bei der Vermittlung in eine artgemäße Unterbringung an.
Was fordert VIER PFOTEN von der Politik?
Tiere und insbesondere Wildtiere können im Zirkus nicht artgemäß gehalten werden. Zwei Drittel der Deutschen sprechen sich laut einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Jahr 2019 deshalb gegen Wildtiere im Zirkus aus. Bereits drei Mal, 2003, 2011 und 2016 hat der Bundesrat mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestimmt. Jedes Mal sind die bisherigen Bundesregierungen diesem Auftrag nicht nachgekommen. Somit bleibt Deutschland weiterhin das einzige Schlusslicht in der EU.
VIER PFOTEN fordert ab sofort:
- Ein Verbot der Zurschaustellung von Wildtieren in Zirkussen im Tierschutzgesetz.
- Ein sofortiges Nachzucht- und Nachstellverbot ab dem Inkrafttreten des Gesetzes.
- Eine Abgabefrist von zwei Jahren für bereits vorhandene Wildtiere.
- Nach Ablauf der Frist eine Unterbringung der Wildtiere in tierschutzgemäßen Haltungseinrichtungen.
Langfristig setzt sich VIER PFOTEN für ein Ende der Ausbeutung aller Tierarten im Zirkus ein.





