Hunde begleiten den Menschen seit Tausenden von Jahren. Ursprünglich wurden sie vor allem nach ihren Fähigkeiten ausgewählt, etwa als Hüte-, Jagd- oder Wachhunde. Entscheidend waren Gesundheit, Ausdauer und ein Verhalten, das den Menschen im Alltag unterstützte. Mit der Entstehung moderner Hunderassen rückte auch das äußere Erscheinungsbild immer mehr in den Mittelpunkt.
Um dieses gewünschte Aussehen dauerhaft zu erhalten, wurden die Zuchtbücher vieler Rassen Mitte des 19. Jahrhunderts immer weiter geschlossen. Das bedeutete, dass nur noch Hunde derselben Hundepopulation miteinander verpaart werden dürfen. Neue, genetisch unverwandte Tiere konnten nicht mehr in die Population aufgenommen werden. Dadurch wird der Genpool immer kleiner. Hunde innerhalb einer Rasse sind zunehmend miteinander verwandt, was den Grad der Inzucht erhöht. Mit jeder Generation steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass schädliche Erbanlagen von beiden Eltern vererbt werden und erblich bedingte Krankheiten häufiger auftreten.
Gleichzeitig wurden bestimmte Merkmale immer stärker betont. Über Jahrzehnte wurden bevorzugt genau jene Hunde zur Zucht eingesetzt, die diese Merkmale am stärksten zeigten. Dadurch wurden ursprünglich vorhandene Unterschiede immer extremer. Aus einer etwas kürzeren Schnauze wurde eine extrem kurze Schnauze. Aus loserer Haut wurden tiefe Hautfalten. Aus einem etwas längeren Rücken entwickelte sich eine Körperform, die das Risiko für Bandscheibenvorfälle deutlich erhöht. Viele dieser Merkmale sind heute selbst die Ursache von Schmerzen, Atemproblemen oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen. Das gewünschte Aussehen wurde zum Gesundheitsproblem.