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Fachkonferenz von Netzwerk K&R 

6.11.2019

Netzwerk präsentiert die Lösung zur Einführung einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen in Deutschland 

Berlin, 6. November 2019 – Eine flexible und kostengünstige Lösung für eine bundesweit einheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht (K&R) für Hunde und Katzen in Deutschland stellt das Experten-Netzwerk „Kennzeichnung und Registrierung“ (Netzwerk K&R), dem auch die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN angehört, am heutigen Mittwoch im Rahmen seiner Fachkonferenz in Berlin vor. Die Veranstaltung mit dem Titel „Zeit zum Handeln – Eine rechtspflichtige Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen für Deutschland und Entwicklungen in der EU“ bringt mehr als hundert Experten aus ganz Europa bei der Vertretung des Saarlandes in Berlin zum Austausch zusammen.

Mittelpunkt der Veranstaltung ist die Präsentation des von den Experten des Netzwerks ausgearbeiteten Registerverbundes, den Philip McCreight, Mitbegründer des Netzwerks K&R und Geschäftsführer des Haustierregisters TASSO e.V. vorstellt. Der Registerverbund ist die praktische Antwort auf die Frage, wie eine verpflichtende K&R in Deutschland ausgestaltet werden kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: Er erspart hohe Kosten für die Errichtung und den Betrieb eines neuen Gesamtregisters, bewahrt die Daten von mehr als zehn Millionen bereits registrierten Heimtieren und gewährleistet die Autonomie der bereits bestehenden Register. Unabhängig davon, in welchem Register die Daten eines Tieres hinterlegt sind, können Behörden und öffentliche Stellen eine Anfrage mit Auskunftsersuchen an den Heimtier-Abfrage-Service (HABS) richten, sofern die rechtlichen Voraussetzungen dafür vorliegen. Auch nicht-öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen, wie Tierärzte, Tierheime und Tierhalter können sich an diesen Service wenden, um den Registrierungsstatus eines Tieres abzufragen, beispielsweise bei einem Fundtier. Alle Eingabe- und Abrufbefugnisse werden bei HABS im Vorfeld unter Einhaltung der erforderlichen datenschutzrechtlichen Bestimmungen klar und spezifisch geregelt.

Notwendigkeit betont

Dass eine einheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen notwendig ist, wird im Rahmen der Konferenz noch einmal mehr als deutlich: Die verschiedenen interdisziplinären Beiträge der Referenten aus ganz Europa unterstreichen die Bedeutung der K&R als Bestandteil des Prinzips des „Responsible Ownership“, zeigen bestehende Probleme auf und liefern einen Blick auf die Folgen für den illegalen Welpenhandel, die Herausforderungen für seriöse Züchter sowie auf derzeitige Defizite für die tierärztliche Praxis. Auch die hohe Tierleiddimension dieser Thematik wird dargelegt.

Dabei wird einmal mehr deutlich: Deutschland ist klares Schlusslicht in Europa. Die meisten anderen Länder in Europa haben bereits eine K&R-Pflicht eingeführt. Die Fachkonferenz betont, wie wichtig es ist, diesen Anschluss zu schaffen.

Dass diese möglich wurde, ist auch der Unterstützung des Hauptsponsors, dem Tiernahrungshersteller Almo Nature mit seiner Stiftung Fondazione Capellino zu verdanken. Firmenchef und Gründer Pier Giovanni Capellino betont in seinem schriftlichen Grußwort: „Unsere Vision ist es, ein europaweites Registrierungsnetzwerk und eine aktive Zusammenarbeit bei der europäischen Mission ‚Companion Animal For Life‘ zu schaffen, um verantwortungsbewusstes Halten von Haustieren zu unterstützen. Wir sind heute alle hier, um dies zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, einen relevanten Schritt in Richtung eines anwendbaren Kennzeichnungs- und Registrierungsansatzes in Europa zu gehen, der kurzfristig umgesetzt werden kann, um unseren treuen Begleitern zu helfen, ihren menschlichen Freund zu finden und zu behalten.“

Blick in die Zukunft

„Was bislang ganz klar fehlt, ist der politische Wille, eine einheitliche K&R-Pflicht einzuführen“, stellt Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Leiter des Netzwerks K&R und Landestierschutzbeauftragter des Saarlandes, fest. Bislang hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft alle Vorstöße ohne Gesprächsbereitschaft zu signalisieren abgewiesen. Aufgabe des Netzwerks K&R ist es nun, mit der entwickelten Lösung Überzeugungsarbeit zu leisten. „Nach einer praktischen Testphase im Jahr 2020 ist es an uns und unseren Unterstützern, von den Erfahrungen zu lernen und die Politik nicht nur von der Notwendigkeit einer K&R, sondern auch von der Umsetzbarkeit zu überzeugen“, fasst Willimzik das weitere Vorgehen zusammen.

Zum Netzwerk K&R

Das Netzwerk „Kennzeichnung und Registrierung (K&R)“ ist ein interdisziplinärer Arbeitskreis von allen Tierschutzbeauftragten Deutschlands sowie weiteren Experten unter der Leitung des Landestierschutzbeauftragten für Tierschutz des Saarlandes, Dr. Hans-Friedrich Willimzik. Ziel ist die Einführung einer flächendeckenden rechtspflichtigen Kennzeichnung und Registrierung für Hunde und Katzen in Deutschland. Bislang ist Deutschland zusammen mit einigen wenigen anderen Ländern hierbei Schlusslicht in Europa. Die gravierenden Probleme, wie beispielsweise der illegale Welpenhandel, die stetige Zunahme von Straßenkatzen sowie überfüllte Tierheime, können nur mit einer stringenten europaweit und national harmonisierten vollständigen Strategie der Rückverfolgbarkeit von Tierhaltern und Heimtieren gelöst werden. 

Hintergrundinformationen zur Arbeit und zu den Mitgliedern des Netzwerks K&R sind auf folgender Internetseite zu finden: www.heimtierverantwortung.net

 

Weitere Informationen zu VIER PFOTEN und weshalb eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht notwendig ist, finden Sie unter: 

www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/heimtiere/kennzeichnungs-und-registrierungspflicht

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an

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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
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Wir beraten Sie gern.

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Die 1988 von Heli Dungler gegründete Organisation hat das Ziel, Tieren in Not mit nachhaltigen Kampagnen und Projekten zu helfen. Grundlagen dafür sind wissenschaftliche Expertise, fundierte Recherchen sowie intensives nationales und internationales Lobbying. Der Fokus liegt auf Tieren, die unter direktem menschlichen Einfluss stehen: Streunerhunden und -katzen, Nutz-, Heim- und Wildtieren wie Bären, Großkatzen und Orang-Utans aus nicht artgemäßer Haltung. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sorgt VIER PFOTEN für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

www.vier-pfoten.de