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Mädchen und Kuh verstehen sich gut

Die 3R: Reduce, Refine, Replace

6.12.2019

Wie Sie sich mit einer tierfreundlichen und veganen Ernährung ganz einfach für mehr Tierschutz einsetzen

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

In Deutschland leben rund 790 Millionen sogenannte «Nutztiere». Unsere Essgewohnheiten entscheiden darüber, wie diese Tiere leben. Die meisten von ihnen werden ökonomisch möglichst effizient gehalten, mit negativen Folgen fürs Tierwohl: auf engem Raum, meist ohne Auslauf, ohne dass sie ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben dürfen oder ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigt werden.

Täglich eröffnen sich neue Tierschutzprobleme- und Vergehen, welche die Haltung, Zucht, Transport und die Schlachtung betreffen. Durch unsere eigene Ernährung können wir ein Zeichen zu setzen und den Nutztieren zu besseren Lebensumständen verhelfen: Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie alle wichtigen Infos rund um eine tierfreundliche Ernährung im Alltag zusammengestellt. Viel Spass beim Lesen!

Die 3Rs: Reduce, Refine, Replace

Ihr Menüplan hat unmittelbare Auswirkungen auf das Leben von Nutztieren. Sie müssen nicht sofort und ausschließlich vegan essen, um sich für mehr Lebensqualität für die Tiere einzusetzen. Im Rahmen einer tierfreundlichen Ernährung empfiehlt VIER PFOTEN das Prinzip der «3Rs». Die Abkürzung steht für

  • Reduce: Reduzieren Sie langsam die Menge an Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten auf Ihrem Menüplan. Achten Sie ausserdem darauf, welche Ihrer Lieblingsnahrungsmittel tierische Produkte enthalten: Oft verstecken sich Käfigeier in Fertigprodukten oder Gelatine in Desserts und Süssigkeiten.
  • Refine: Informieren Sie sich über die Bedeutung von Labels und Zutaten. Je mehr Sie über das Produkt wissen, woraus es besteht und woher es kommt, umso einfacher ist es für Sie, tierfreundliche Entscheidungen beim Einkaufen zu treffen.
  • Replace: Es ist in den letzten Jahren immer einfacher geworden, Fleisch, Eier oder Milchprodukte durch leckere und gesunde Alternativen zu ersetzen.

Reduce: Reduzieren Sie tierische Produkte. Auch in Fertigprodukten sind oft tierische Inhaltsstoffe enthalten.

Refine: Wenn Sie Tierprodukte kaufen, achten Sie auf tierfreundliche Landwirtschaft
(z.B. Produkte aus Freilandhaltung oder Produkte mit einem Tierschutz-Label).

Replace: Ersetzen Sie tierische Lebensmittel durch leckere pflanzliche Alternativen. Heute gibt es eine grosse Auswahl an Produkten, beispielsweise schmackhafte Burger aus Soja, Seitan oder Lupinen sowie Pflanzenmilch aus Hafer, Mandel oder Haselnuss.

Die «3Rs» sind ein praktischer Leitfaden für Ihren Alltag. Indem Sie sich bei jedem Kauf von Lebensmitteln die «3Rs» ins Gedächtnis rufen, können Sie sich für das Wohl von Huhn, Schwein, Kuh und Co. einsetzen – ganz einfach und sehr wirkungsvoll! Im Folgenden zeigen wir genauer, wie die «3Rs» beim täglichen Einkaufen und Kochen funktionieren können.

Reduce: So reduzieren Sie tierische Produkte ganz einfach

Beginnen wir mit dem ersten der «3Rs»: Reduce, auf Deutsch also«Reduzieren». Verringern Sie einfach die Menge an Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten in Ihrem Menüplan. Dafür gibt es zwei Optionen: 

  1. Planen Sie häufiger vegetarisches oder veganes Essen ein.
  2. Reduzieren Sie die Menge an Fleisch und tierischen Produkten pro Mahlzeit.

Die beiden Varianten schliessen sich natürlich nicht aus und sind gemeinsam angewandt am effektivsten für den Tierschutz. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele zur Inspiration.

So funktioniert's im Alltag

Beispiel 1: Sie möchten nicht auf Spaghetti Bolognese verzichten.

  • Wenn Sie gewöhnlich einmal pro Woche Spaghetti Bolognese essen, versuchen Sie dieses Gericht nur noch jede zweite Woche zu kochen.
  • So freuen Sie sich ganz besonders auf Ihr Lieblingsgericht – und haben die Häufigkeit Ihres Fleischkonsums erheblich reduziert.

Beispiel 2: Sie möchten ein Rezept mit Pouletgeschnetzeltem zubereiten.

  • Falls Ihr Rezept 500 Gramm Pouletfleisch vorsieht, überlegen Sie, ob Sie das Gericht mit der halben Menge Fleisch (also 250 Gramm) zubereiten können. Fügen Sie dem Geschnetzelten statt dessen frische Pilze, Paprika oder Pepperoni-Würfeli hinzu.
  • Somit haben Sie die Fleischmenge erfolgreich verringert!

Refine: Schauen Sie bei tierischen Produkten genau hin!

Kommen wir zum zweiten der «3Rs»: Refine, auf Deutsch also «Verbessern». Wenn Sie Fleisch, Milch, Käse oder Eier kaufen, wählen Sie die tierfreundlichste Variante: Produkte aus Biohaltung sowie Produkte mit einem Freiland- oder Tierschutzlabel. 

Informieren Sie sich über die Bedeutung von Labels (zum Beispiel auf der Website von Label-Info Schweiz) und über die darin berücksichtigten Tierwohlkriterien. Achtung: Besondere Vorsicht ist bei Fertigprodukten und Convenience Food (zum Beispiel Saucen aller Art, Dessertcrèmes, Guetslis, Teigwaren und auch bei Gemüsemischungen aus dem Gefrierfach) geboten. Hier werden nämlich besonders oft billige tierische Zutaten verwendet, wie etwa Eier aus aus Tierschutzsicht unzureichenden Legehennen-Haltungsformen, wie Käfighaltung oder Bodenhaltung. 

Mit dem Grundsatz «Refine» möchten wir Ihnen aber auch ans Herz legen, dass Sie nicht zum billigsten Fleisch, Käse oder Ei greifen sollten. Denn Dumpingpreise gehen immer auf Kosten des Tierwohls. Indem Sie neben «Refine» den Grundsatz «Reduce» beachten, werden Sie keine Mehrkosten haben. Kaufen Sie einfach weniger tierische Produkte, diese dann aber aus tierfreundlicher Haltung. Sie profitieren von der meist höheren Qualität der Produkte, unterstützen das Tierwohl – und müssen auch Ihr Budget nicht strapazieren.

So funktioniert's im Alltag:

Beispiel 1: Sie lieben Tomaten-Mozzarella-Salat.

  • Überlegen Sie, woher die Milch für Ihren Mozzarella kommt. Greifen Sie im Lebensmittelgeschäft nicht zum billigsten Mozarella, sondern zu dem Mozzarella aus Bio-Produktion.
  • Damit haben Sie durch Ihre tierfreundliche Produktwahl einen wichtigen Beitrag zum Tierwohl geleistet, ohne auf Ihren Tomaten-Mozarella-Salat verzichten zu müssen.

Beispiel 2: Für eine Party möchten Sie Schickengipfeli backen.

  • Kaufen Sie Schinken aus möglichst tierfreundlicher Haltung, also ein Bio-Produkt oder Schinken mit einem anderen Freiland- oder Tierschutzlabel. Verwenden Sie keinen Billig-Schinken aus der industriellen Tierhaltung. Für den Teig wählen Sie Eier aus Freiland- oder Biohaltung statt Eier aus Bodenhaltung oder gar Käfighaltung.
  • Auf diese Weise können Sie leckere Schickengipferli backen und sich gleichzeitig für eine bessere Lebensqualität von Nutztieren einsetzen.

Replace: Genießen Sie pflanzliche Alternativen!

Das dritte «R» steht für Replace, auf Deutsch also «Ersetzen». Es ist in den letzten Jahren immer einfacher geworden, Fleisch, Eier oder Milchprodukte durch «gluschtige» und gesunde Alternativen zu ersetzen. Das Angebot vergrössert sich rasant – sicher ist auch etwas für Sie dabei. 

Entdecken Sie die Lust am Ausprobieren und lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn ein Produkt einmal nicht Ihrem Geschmack entspricht. So mögen beispielsweise einige Menschen keine Sojamilch, dafür schmeckt Ihnen Hafermilch oder Haselnussmilch sehr gut. Auch Tofu ist nicht jedermanns Sache. Vielleicht finden Sie dafür ja ein saftiges Lupinen-Steak oder knusprig gebratenen Seitan richtig lecker?

So funktioniert's im Alltag

Beispiel 1: Sie haben Lust auf Hackbällchen oder Chicken Nuggets?

  • Es gibt im Detailhandel meist ein Regal mit verschiedensten vegetarischen und veganen Fleisch-Ersatzprodukten. Greifen Sie zu und probieren Sie verschiedene Produkte!
  • So genießen Sie Ihre Hackbällchen oder Chicken Nuggets, ohne dafür Fleisch kaufen zu müssen. Übrigens: Vegane Hackbällchen und Nuggets können Sie auch wunderbar selbst herstellen – im Internet finden Sie viele Rezepte dazu!

Beispiel 2: Sie möchten Hot Dogs für die ganze Familie machen.

  • Kaufen Sie einfach pflanzliche Würstli statt die «traditionellen» Wienerli aus Fleisch. In den allermeisten Filialen der grossen Lebensmittelgeschäfte sind Vegi-Würstli immer erhältlich.
  • Somit haben Sie eine Mahlzeit, die traditionell Fleisch erhält, ohne Probleme und Geschmackseinbussen komplett tierleidfrei gemacht! Aber Vorsicht: Achten Sie auch bei Vegi-Ersatzprodukten darauf, dass keine der Zutaten aus tierquälerischen Bedingungen stammen. So enthalten Vegi-Produkte beispielsweise oft Hühnereier.

Beispiel 3: Sie wollen einen saftigen Kuchen backen.

  • Bei vielen Kuchen-Rezepten wird Ei als Bindemittel verwendet. Man kann bei vielen Rezepten stattdessen aber auch eine halbe, reife Banane als Bindemittel einsetzen. Zudem finden Sie auch im Handel ei-freie Bindemittel zum Backen.
  • Anstelle von Kuhmilch können Sie häufig Sojamilch oder eine andere Pflanzenmilch verwenden. Somit können Sie beim Backen komplett auf tierische Zutaten verzichten.

Fazit: Tierfreundliche Ernährung muss nicht schwierig sein

Versuchen Sie jeweils beim Einkauf, aber auch wenn Sie auswärts essen, die «3Rs» so oft wie möglich zu beachten. Sie werden sehen, es ist ganz einfach – und eine höchst effiziente Weise, seine Ernährung schrittweise tierfreundlicher zu gestalten.