Albtraum Kleingruppenhaltung: Altes Tierleid im neuen Käfig
Katastrophale Zustände auf Hühnerfarm bei Heilbronn
Der Geflügelhof Schukraft in Gemmingen präsentiert sich als Bauernhof-Idylle mit Hofladen und Café. Doch hinter den Kulissen leiden Tausende Legehennen in verdreckten Käfigen zwischen Hunderten verwesten Kadavern. VIER PFOTEN fordert die Schließung des Betriebs.
Die Hühnerfarm war vor einigen Jahren ein Pilotprojekt der Käfiglobby. Damals galt es, der Politik das neue Käfigsystem „Kleingruppe“ als tiergerechte Haltungsform zu verkaufen. Die Realität sieht anders aus: In den Käfigen herrschen Hygienechaos und Tierquälerei. Hunderte Kadaver verwesen zwischen lebenden Hühnern, verfaulte Eier und abgerissene Hühnerbeine liegen am Boden.
Neben der Kleingruppenhaltung betreibt Schukraft noch eine alte Käfighaltung von 2001, deren Käfige nun verboten sind: Bis zu 17 Tiere drängen sich in einem Käfig, am Boden liegen tote, verweste Hühner. Die Käfige sind verdreckt, verfaulte und zerschlagene Eier bedecken Teile der Batterie. Die Hühner werden auf vier Etagen gestapelt, eine Überwachung der Tiergesundheit ist so unmöglich.
... im neuen Käfig
Ähnliche Zustände in der „modernen“ Kleingruppenhaltung des Betriebs: Geschundene, halbnackte Hühner mit abgebrannten Schnäbeln stehen neben Kadavern und völlig mit Kot bedeckten “Einlegematten”, die eine “natürliche Bereicherung” für die Tiere sein sollten.
Die kleine Alibi-Bodenhaltung in einer Ecke der Farm kann das Gesamtbild kaum verbessern. Auch hier verwesen Hühnerkadaver. In einer weiteren Halle wurden die Hühner ausgestallt. Dennoch liegen in nahezu jeden Käfig Wochen alte, verweste Kadaver.
Gesundheit gefährdet
Die katastrophalen Zustände in den Hühnerkäfigen von Schukraft gefährden die Gesundheit der Verbraucher; Kot, Kadaver und verfaulte Eier stellen ein hohes Infektionsrisiko dar. Etwa 25.000 Eier verlassen täglich den Betrieb, beliefert werden Kunden wie die Supermarktkette Edeka, Hotels, Restaurants und viele andere.
Behörden müssen handeln
VIER PFOTEN hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet und fordert die Behörden auf, den Betrieb Schukraft sofort zu schließen. „Bei einem weniger grausamen Fall in Bayern wurden die Behörden tätig und haben zwei Betriebe geschlossen“, sagt Marcus Müller von VIER PFOTEN. „Aufgrund der massiven Beweislast gegen Schukraft wäre das hier die vernünftige Konsequenz.“
Edeka und die anderen Kunden von Schukraft fordert VIER PFOTEN auf, den Verkauf der Schukraft-Produkte sofort einzustellen. Angeblich verzichtet Edeka auf Käfigeier, aber getarnt als Bunte Ostereier und in Nudeln steht die Tierquälerei nach wie vor im Regal.
In Schukrafts Hofladen und Café „Toskana“ wird die neue Kleingruppenhaltung als tiergerecht beworben. Der Laden verkauft Eiernudeln und bunte Ostereier. Die Kunden haben keine Ahnung, dass die Eier in Wirklichkeit aus einer Tierhölle kommen und dass hinter den Werbesprüchen nichts anderes steckt als das alte Tierleid in neuen Käfig.