UPDATE 25.03.2010: Nach Tegut hat auch Rewe reagiert und listet Kaninchenfleisch nach Protest aus!
Blutige Pfoten, Bisswunden, tote Tiere – Tausende Kaninchen leiden in der industriellen Käfigmast, auch in Deutschland. VIER PFOTEN Recherchen zeigen die Realität; das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ berichtet am 22. März 2010 über die Qual der Mastkaninchen (21:45 Uhr, Das Erste).
VIER PFOTEN liegt Bildmaterial aus sechs deutschen Kaninchenfarmen in fünf Bundesländern vor, aus Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Darunter sind Musterbetriebe wie der Mastbetrieb des Vorsitzenden des deutschen Kaninchen-Erzeuger-Verbandes in Rheinland-Pfalz.
Sehen Sie den Film Weitere Bilder Die Videoaufnahmen aus den Monaten Februar und März 2010 zeigen das Grauen der industriellen Kaninchenmast in Deutschland: Aus einem engen Käfig blicken fünf Kaninchen in die Kamera – fünf Kaninchen mit abgebissenen, verstümmelten Ohren. Auch die neuen, ausgestalteten Kaninchenkäfige sind Tierquälerei.
Hohe Verluste
Nicht alle Kaninchen überleben diese Mast. Die Videoaufnahmen zeigen bis zur Unkenntlichkeit verweste Kadaver. Die Käfig-Kaninchenmast ist die Tierhaltung mit den schlimmsten Verlusten: Bis zu 25 Prozent der Tiere sterben vor der Schlachtung.
Zweifelhaftes Gütesiegel
Die deutschen Supermarktketten setzen auf Pseudo-Gütesiegel. Rückblick: In den Jahren 2007 und 2008 deckte VIER PFOTEN katastrophale Zustände in deutschen Mastbetrieben auf. Rewe, Edeka und Co. reagierten mit einem Verkaufsstopp der Kaninchen aus Tierquälerei. Diese positive Reaktion war jedoch nicht von Dauer: Das Gütesiegel der Qualitätsgemeinschaft Kaninchen (GGE) brachte die Kaninchen zurück in die Kühlregale.
Altes Leid im neuen Käfig
Auch der von der GGE eingeführte, ausgestaltete Kaninchenkäfig ist Tierquälerei. In der aktuellen Undercover-Reportage zeigt sein wahres Gesicht: Verstümmelte, verletzte Tiere, qualvolle Enge, sinnlose Metallketten zur Beschäftigung in den neuen Käfigen.
Im GGE-zertifizierten Mast- und Schlachtbetrieb Lauterbach in Sachsen, der Tegut und Kaufland beliefert, ist von den GGE-Richtlinien nichts zu erkennen. Hier leben die Kaninchen in engen Drahtkäfigen auf zwei Etagen. Auch hier sind kranke und durch Kannibalismus verletzte Tiere allgegenwärtig.
In einem weiteren Mastbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern stapeln sich die Kaninchen in einer heruntergekommenen Halle auf drei Etagen in völlig überfüllten Drahtboxen. Das Bild erinnert an die in Deutschland inzwischen verbotenen, alten Käfigbatterien für Hühner.
Stop Kaninchenfleisch!
VIER PFOTEN fordert einen sofortigen Verkaufsstopp von Kaninchenfleisch und ein nationales Verbot der Kaninchenmast im Käfig nach dem Vorbild Österreichs. Die Verbrauchertäuschung und der Irrweg des GGE-Gütesiegels muss abgebrochen werden.
Lidl und Kaufland handeln
Stattdessen sollte man auf Alternativen setzen. Die Supermarktkette Kaufland hat nicht nur Käfigkaninchen im Regal sondern seit kurzem auch Kaninchen aus Bodenhaltung. VIER PFOTEN sieht das als ersten Schritt zu einer Kaninchenhaltung in Freiheit.
Die konsequenteste Haltung aller Supermarktketten verfolgt Lidl; der Discounter hat Kaninchenfleisch bereits 2007 aus seinem Sortiment gestrichen.